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"Ohne Einheit mit dem Papst keine volle Gemeinschaft mit der Kirche"2. Juli 2026 in Aktuelles, 12 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Wortlaut der Erklärung des Vorsitzenden der Österreichischen Bischofskonferenz, Erzbischof Franz Lackner, zu den unerlaubten Bischofsweihen der Piusbruderschaft
Wien/Salzburg (KAP/ÖBK) Die Österreichische Bischofskonferenz unterstützt die Haltung von Papst Leo XIV. zur Piusbruderschaft und hat deren unerlaubte Bischofsweihen verurteilt. "Durch diesen Akt des Ungehorsams haben sich sowohl die Spender als auch die Empfänger der Weihe selbst exkommuniziert und einen schismatischen Akt gesetzt", hat der Salzburger Erzbischof Franz Lackner am Mittwoch in einer Stellungnahme festgehalten. Gleichzeitig betont der Bischofskonferenz-Vorsitzende die Bedeutung der Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils und die notwendige Einheit mit dem Papst. Kurz zuvor sind im schweizerischen Écône im Wallis von der Piusbruderschaft vier Männer unerlaubt zu Bischöfen geweiht worden. Kathpress dokumentiert die Stellungnahme wie folgt im Wortlaut:
Stellungnahme des Vorsitzenden der Österreichischen Bischofskonferenz zu den Bischofsweihen der Priesterbruderschaft St. Pius X. 
Diesen Montag noch hat Papst Leo XIV. einen Brief an den Generaloberen der Priesterbruderschaft St. Pius X., Davide Pagliarani, gerichtet. Darin hat er "die Liebe zu Liturgie, den Einsatz in der Priesterausbildung, den apostolischen Eifer und das Streben nach Treue zur Tradition" ausdrücklich gewürdigt. Zugleich hat er die Verantwortlichen der Piusbruderschaft zur Umkehr aufgerufen. Das "Zerreißen des nahtlosen Gewandes Christi" sei eine schwere Sünde.
Diese Mahnung des Papstes ist offensichtlich ohne Resonanz geblieben. Heute, am 1. Juli 2026, haben die beiden Bischöfe der Priesterbruderschaft St. Pius X, Bernard Fellay und Alfonso de Gallereta, ohne apostolisches Mandat vier Kandidaten zu Bischöfen geweiht. Durch diesen Akt des Ungehorsams haben sich sowohl die Spender als auch die Empfänger der Weihe selbst exkommuniziert und einen schismatischen Akt gesetzt. Jedes Schisma ist für den Papst, dem die Sorge um die Einheit der Kirche obliegt, und für die Kirche weltweit schmerzlich, zugleich ist nun ein Schlusspunkt hinter eine jahrzehntelange Konfliktgeschichte zwischen Rom und der Piusbruderschaft gesetzt worden.
Als Vorsitzender der österreichischen Bischofskonferenz unterstütze ich die Haltung von Papst Leo XIV. Es ist zu bedauern, dass trotz vatikanischer Gesprächsangebote und päpstlicher Mahnung durch die unerlaubte Bischofsweihe ein schismatischer Akt gesetzt wurde. Es ist aber auch hervorzuheben, dass die Piusbruderschaft zentrale Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils hartnäckig ablehnt - Reformen, die auch für die Katholische Kirche in Österreich wegweisende Funktion gehabt haben und immer noch haben. Keiner will hinter die ökumenische Öffnung zu den nichtkatholischen Kirchen zurück, das erneuerte Verhältnis zum Judentum infrage stellen oder andere Religionen pauschal als falsch abwerten. Auch die Anerkennung der Religions- und Gewissensfreiheit ist für das Verhältnis der Katholischen Kirche zum liberalen demokratischen Rechtsstaat unhintergehbar.
Ob diese Lehrdifferenzen im Blick auf die Konzilsreformen in Gesprächen geklärt werden können und das eingetretene Schisma geheilt werden kann, ist momentan unsicherer denn je. Den Verantwortlichen der Priesterbruderschaft St. Pius X. möge klar werden, dass es ohne die Einheit mit dem Papst keine volle Gemeinschaft mit der Katholischen Kirche geben kann. Das hat Papst Pius IX. durch ein Wort des hl. Ambrosius von Mailand in Erinnerung gerufen: "Ubi Petrus, ibi ecclesia - wo Petrus ist, dort ist die Kirche."
Copyright 2026 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Bild (c) KI-generiert/Gemini
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Lesermeinungen| | Parcival 5. Juli 2026 | | | | @Patroklos - Der Zweck heiligt in der Kirche nicht die Mittel Die Argumentation überzeugt weder theol. noch kirchenrechtlich. Sie macht aus einem guten Ziel eine Rechtfertigung für objektiven Ungehorsam. Genau das lehnt die kath. Morallehre ab: Ein gutes Ziel rechtfertigt kein unerlaubtes Mittel. Auch die Behauptung, nur die unerlaubten Bischofsweihen hätten die überlieferte Liturgie „gerettet“, ist historisch unzutreffend. Die Liturgie ist Eigentum der ganzen Kirche, nicht einer Gemeinschaft. Noch gravierender ist die dahinterstehende Ekklesiologie: Wer entscheidet, wann ein vermeintl. „Notstand“ den Gehorsam ggü. dem Papst außer Kraft setzt? Wenn jede Gemeinschaft das selbst bestimmt, ersetzt das eigene Urteil das Lehramt. Dann wird die hierarchische Verfassung der Kirche relativiert. Für Katholiken gilt nicht das Prinzip „Ungnade statt Gehorsam“, sondern das Wort Christi: „Wer euch hört, hört mich.“ Gehorsam ist kein bloßer Formalismus, sondern Wesenselement der kirchl. Communio. |  1
| | | | | Parcival 5. Juli 2026 | | | | @Versusdeum - Zwischen Hoffnung und Wirklichkeit Ihr Beitrag liest sich weniger wie eine Beschreibung der kirchl. Situation als wie die Hoffnung, dass deren Folgen möglichst gering bleiben.
Genau das ist aber nicht der Fall. Rom spricht nicht lediglich von der Exkommunikation einiger Bischöfe, sondern von einem Schisma. Damit sind die Gläubigen keineswegs nur „indirekt“ betroffen. Sie stehen jetzt vor der Frage, ob sie in der vollen Gemeinschaft mit der Kirche bleiben oder einer Gemeinschaft folgen, die diesen Weg verlassen hat.
Auch die sakramentale Situation ist nicht etwas, das erst noch geklärt werden müsste. Rom hat bereits erklärt, welche Vollmachten entfallen sind und welche Folgen das für die Gläubigen hat. Deshalb geht es hier nicht nur um einzelne Bischöfe, sondern um die konkrete Glaubenspraxis vieler Menschen.
Selbstverständlich wird Gott jeden Menschen nach seiner persönlichen Schuld beurteilen. Das betrifft das forum internum. Die objektive kirchl. Situation, das forum externum, ist davon jedoch zu unterscheiden. |  1
| | | | | Patroklos 2. Juli 2026 | | | | Bedauerlich, aber nötig Mit den Bischofsweihen ohne Vorliegen der formalen Erlaubnis durch den Papst hat die Piusbruderschaft sich selbst das Überleben und allen die "alte Messe" gerettet. Das dürfte schwerer wiegen als ein formaljuristischer Ungehorsam.
"Wählte Ungnade, wo Gehorsam nicht Ehre brachte" (Grabinschrift für den preußischen Offizier Johann Friedrich Adolf von der Marwitz) |  3
| | | | | Versusdeum 2. Juli 2026 | | | | @Hängematte Nochmal:
- Im Gegensatz zu Luther kann Pius niemand ernsthaft Häresien vorwerfen
- Es geht hier nicht um ein Schisma, sondern erst einmal 'nur' um die (zumindest formale) Exkommunikation der beteiligten und neu geweihten Bischöfe und offenbar auch des Generaloberen
- Die Gläubigen, die bei Pius ein Refugium gefunden haben, sind höchstens indirekt betroffen. Ob und bei welchen Sakramenten es Probleme geben könnte, wird man sehen. Rom muss dazu natürlich genaueres sagen
- Der Besuch der Hl. Messe bei Pius ist von den Maßnahmen Roms nicht tangiert. Ob auch den einfachen Priestern die Beichterlaubnis oder die Erlaubnis, Ehen zu schließen, wieder entzogen wird, wird man sehen
- Gott wird sowieso alles "heilen", wo Menschen in bester Absicht oder durch (nicht selbst verschulde) Blindheit Fehler und Sunden begehen - in diesem Fall seitens der Bruderschaft wie auch seitens Rom. |  2
| | | | | Hängematte 2. Juli 2026 | | | | @Versusdeum Kardinal Müller hat Ihre Einwendungen bereits beantwortet.Siehe unten. Papst Leo hat die übereifrigen Anwender von TC bereits zurückgepfiffen und die Anhänger der alten Messe ermutigt. Er steht im Dienst der Einheit der Kirche. Papst Benedikt ist den Piusbrüdern entgegen gekommen und hat die Exkommunikation aufgehoben. Was war sein Lohn? Eine Verfolgungswelle gegen ihn in den Medien. Was hat es gebracht? Nichts, rein gar nichts.
Ihr Nichname bedeutet "Hin zu Gott". Was ist mit dem Gehorsam, den Sie dem Petrusat schuldig sind??? kath.net/news/90705 |  4
| | | | | Hebi 2. Juli 2026 | | | |
Das Verhalten der Piusbrueder zeugt insgesamt von Arroganz und Mangel an Klugheit. Wie können sie glauben, mit der Brechstange gegen Lehramt, Papst und Kirchenrecht zu bestehen ? Sie hätten von den linken lernen sollen. Diese bleiben formal in der Kirche und bearbeiten sie seit Jahrzehnten mit Erfolg in ihrem Sinn von innen heraus: Immer neue Salamischeiben des Ungehorsams im Handeln und der Lehre, semantische Uminterpretationen, weglassen elementarer Aspekte der christlichen Botschaft usw. Und nichts geschieht dagegen. irgendwann « ist es dann halt so geworden « .
Mit dem Kampf dagegen in Gemeinschaft mit der Kirche hätten die Piusbrüder ihr mehr gedient. Benedikt XVI hatte einen Weg geöffnet. Sie hätten ihn gehen sollen. |  3
| | | | | lesa 2. Juli 2026 | |  | Wahrheit ist der Grund und die Ermöglichung der Einheit. Rom wird mit der Zeit dafür sorgen, dass "Einheit mit dem Papst" auch in regulärem Sinn voll möglich ist, indem es den "verlorenen Glauben" wiederherstellt (vgl. La Salette). Es gibt keine größere "Einheit mit dem Papst" als ihm zu helfen, auf gefährliche Irrtümer aufmerksam zu machen, die das Schifflein Petri in immer dichteren Nebel führen.
"So spricht der Herr ...der das Wort seines Knechtes aufrichtet und den Plan seiner Boten ausführt, der von Jerusalem sagt: Es soll bewohnt werden!, und von den Städten Judas: Sie sollen aufgebaut werden, und seine Trümmerstätten werde ich ⟨wieder⟩ aufrichten! … der von Kyrus spricht: Mein Hirte, er wird alles ausführen, was mir gefällt9], indem er von Jerusalem sagen wird: Es werde aufgebaut, und der Grundstein des Tempels werde gelegt!" (Jes 44, 24-28) |  3
| | | | | Versusdeum 2. Juli 2026 | | | | TC besteht weiter (@ Wynfried) und auch sonst gab es keine Anzeichen, dass dieses unsägliche Schreiben mit seinen gewollt willkürlichen (!) und nicht einmal mehr mit Rom abzuklärenden Verboten des überlieferten Ritus der Kirche revidiert werden soll. Petrus & Co werden in ihren Reservate eingesperrt bleiben (solange Bischöfe sie überhaupt dulden).
"Vorwärts immer, rückwärts nimmer" (Erich Honecker) |  2
| | | | | Versusdeum 2. Juli 2026 | | | | Formale akorrektur Es hätte natürlich heißen müssen:
Und aus Rom kommt nur ein "Das könnt Ihr nicht machen" in einer Nebenfrage! |  1
| | | | | Hängematte 2. Juli 2026 | | | | "Ubi Petrus, ibi ecclesia - wo Petrus ist, dort ist die Kirche." Ja genau. Es ist so traurig, dass die Verantwortlichen der Piusbrüder den Rubikon überschritten haben.
Auch Martin Luther war sich zuerst nicht bewußt, dass er den Weg des Schismas eingeschlagen hat. Herr hilf! |  5
| | | | | Versusdeum 2. Juli 2026 | | | | Nun ja, auch in der österreichischen Bischofskonferenz gibt es mindestens einen Bischof, der tut, was er will, sogar Jesus in "dem, was meines Vaters ist" mit einem Megaphoto eines Schweineherzen direkt über dem Altarraum zu lästern (ob mit Kondom, ist da auch fast schon egal).
Und in Deutschland haben fast alle Bischöfe die faktische Gründung einer Gegenkirche beschlossen, in der z.T. Weihen und Sakramente simuliert werden sollen! Und aus Rom kommt nur ein "Das könnt Ihr nicht machen in einer Nebenfrage"! Das ganze wird immer lächerlicher. Doch leider geht es um zig Millionen und letztlich über eine Milliarde, ja in letzter Konsequenz um 8 Milliarden Menschen!
Ich weiß zwar noch nicht, wie ich mit dem gestrigen Ereignis umgehen werde, aber es ist Fakt, dass die Kirche die Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehnte massiv korrigieren müsste, dies aber nicht tut! Und ich kenne zu viele Priester und Gläubige bei Pius, um mit einreden (lassen) zu können, dass diese nicht (mehr) katholisch seien. |  4
| | | | | Wynfried 2. Juli 2026 | |  | 1988 - 2026 Wird es diesmal wieder ein Apostolisches Schreiben geben wie 1988 "Ecclesia Dei" als Reaktion auf die unerlaubten Bischofsweihen? Bis jetzt gibt es darüber keine Informationen. Auch von einer neuen "Petrusbruderschaft" ist diesmal keine Rede, also von Anhängern und Mitgliedern der Piusbruderschaft, welche die volle Einheit mit Rom bewahren wollen. Immer wieder wird im Zusammenhang mit den Bischofsweihen von einem "schismatischen Akt" gesprochen. Bedingt ein "sachismatischer Akt" nun ein wirkliches Schmisma oder verläuft das jetzt alles weiter in einer Grauzone? |  3
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