Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  2. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  3. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  4. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  5. George Weigel an Kardinal Hollerich: Hat die Kirche Christus zweitausend Jahre lang missverstanden?
  6. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  7. Schwedischer Kirchenhistoriker: Viele junge Menschen wollen katholisch werden, besonders Männer
  8. Trump gegen Papst Leo: Wenn Weltpolitik auf das „Heilige“ trifft
  9. Setzt euer Vertrauen nicht in Prinzen!
  10. Marsch für das Leben München – Unterstützung von Bischof Barron, Schweigen von Marx und Wilmer
  11. Viel Lärm um nichts?
  12. Papst Leo gegen Präsident Trump – Was steckt dahinter?
  13. Kardinal Koch betont den zutiefst christozentrischen Charakter des Pontifikats von Papst Leo XIV.
  14. Nach Extremerfahrung des Mondflugs: Artemis-Kommandant Wiseman fragte nach christlichem Seelsorger
  15. "Derselbe Polarstern"

Vatikan löscht das Scalfari-Interview von seiner Internetseite

15. November 2013 in Aktuelles, 20 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wenn der Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre Leuten begegnet, denen man trauen kann und die für den Papst und die Kirche arbeiten. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Der Vatikan hat das viel diskutierte und umstrittene Interview des ehemaligen Direktors und Gründers der römischen Zeitung „La Repubblica“, Eugenio Scalfari (89), mit Papst Franziskus von seiner Internetseite gelöscht. „La Repubblica“ hatte den als Interview ausgegebenen Text am 1. Oktober 2013 veröffentlicht. Am 2. Oktober wurde dieser auch in der italienischen Tagesausgabe der vatikanischen Zeitung „L’Osservatore Romano“ unter dem Titel „Das Licht in unserer Seele“ gedruckt und dann in alle Sprachen übersetzt.

Unmittelbar nach der Veröffentlichung kamen aufgrund gewisser angeblicher Äußerungen des Papstes, die Scalfari als direkte Rede in Anführung gesetzt hatte, kritische, verwirrte und auch entsetzte Stimmen auf. So habe Franziskus angeblich gesagt, dass jeder seine eigene Vorstellung vom Guten und Bösen habe und sich entscheiden müsse, dem Guten zu folgen und das Böse zu bekämpfen, so wie er es selber fasse. Dies genüge, um die Welt zu verbessern. Der Papst sollte auch gesagt haben, dass die Oberhirten der Kirche oft Narzissten gewesen seien, denen von ihren Höflingen geschmeichelt worden sei und die diese schlecht angespornt hätten. Den Päpstlichen Hof und die Kurie hätte Franziskus als „Lepra des Papsttums“ bezeichnet.


Worte dieser Art und vieles andere mehr führten zum einen zu einer Welle der Empörung, zum anderen entstand sofort der Zweifel, ob Franziskus dies wirklich gesagt habe oder ob es sich nicht vielmehr um bewusste Verfälschungen handelt. Der Autor Scalfari erklärte dann einige Tage später gegenüber der Zeitung „Le Monde“, er habe das Gespräch mit dem Papst nicht aufgenommen und keine Notizen gemacht. Somit handelt es sich bei dem „Interview“ um ein „Gedächtnisprotokoll“, bei dem das Wort des Papstes von den Auslassungen des ausarbeitenden Journalisten nicht unterscheidbar war. Der Papst selbst habe es laut mehreren Aussagen bedauert, dass der Text auch im „L’Osservatore Romano“ veröffentlicht worden ist.

Bleibt das Internet: viele Beobachter hatten verwundert festgestellt, dass das Interview auf der Internetseite des Vatikans unter „Ansprachen des Papstes“ eingestellt worden war, dies trotz der offensichtlichen Missbilligung des Heiligen Vaters und der äußersten Problematik des Textes, eines Textes, der nicht unmittelbar auf die „ipsa vox“ des Papstes zurückgeführt werden konnte.

Dieser Sachverhalt wurde am Samstag, den 9. November, gegenüber dem Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, zur Sprache gebracht. An jenem Wochenende fand in Rom zum vierten Mal ein vom „VATICAN magazin“ organisiertes Journalistentreffen statt, zu dem neben dem Präfekten des Päpstlichen Hauses, Erzbischof Georg Gänswein, der diese vertraulichen Gesprächsrunden seit ihrem Bestehen unterstützt, auch Erzbischof Müller eingeladen worden war. Dass dieses Interview eine Verfälschung darstellt, stand für Müller außer Zweifel. Auf die Tatsache angesprochen, warum es dann immer noch auf der Internetseite des Vatikans an einer wichtigen Stelle stehe, antwortete er: „Das wusste ich nicht. Ich werde mich darum kümmern“. Was nun sichtbar ist: der Text ist gelöscht. Gut organisierte Treffen haben Sinn und zeitigen Wirkungen.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Vatikan

  1. Kardinal Fernández: Es laufen keine dezidierten päpstlichen Großaufträge am Glaubensdikasterium
  2. Australischer Bischof wird als oberster Kirchenrechtsexperte in den Vatikan berufen
  3. Vatikan fordert umfassenden Zugang zu Recht für Frauen
  4. Immobilienprozess im Vatikan muss teils neu aufgerollt werden
  5. Nach Randalen und Pinkelattacken: Petersdom installiert Schutz für Hauptaltar
  6. US-Botschafter am Heiligen Stuhl, Burch: „Die moralische Autorität der Kirche ist unübertroffen“
  7. Norwegischer Bischof Varden: Der hl. Bernhard von Clairvaux „war und ist faszinierend“
  8. Vatikan dementiert Bericht über Abweisung Macrons durch den Papst
  9. Neuerlich ein Vandalenakt im Petersdom
  10. Vatikan prüft Teilnahme an Trumps Friedens-Rat für Gaza







Top-15

meist-gelesen

  1. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  2. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  3. Sängerin Nina Hagen bereut ihre Abtreibungen
  4. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  5. "Derselbe Polarstern"
  6. Der unerklärte Formatwechsel beim Konsistorium der Kardinäle im Januar
  7. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  8. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  9. Nach Extremerfahrung des Mondflugs: Artemis-Kommandant Wiseman fragte nach christlichem Seelsorger
  10. Papst Leo gegen Präsident Trump – Was steckt dahinter?
  11. George Weigel an Kardinal Hollerich: Hat die Kirche Christus zweitausend Jahre lang missverstanden?
  12. Ein Brief vom Papst an die Kardinäle und der Stilwechsel in Rom
  13. Marsch für das Leben München – Unterstützung von Bischof Barron, Schweigen von Marx und Wilmer
  14. Schwedischer Kirchenhistoriker: Viele junge Menschen wollen katholisch werden, besonders Männer
  15. Kardinal Fernández: Es laufen keine dezidierten päpstlichen Großaufträge am Glaubensdikasterium

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz