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Facebooksperre für Birgit Kelles Kritik an Hidschab-Barbie - UPDATES!

16. November 2017 in Aktuelles, 52 Lesermeinungen
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UPDATE - Birgit Kelle auf kath.net-Anfrage: „Kritik am Islam wird offenbar sofort rigoros geahndet.“ - Sylvia Pantel/CDU auf kath.net-Anfrage „Die getroffene Maßnahme war falsch“ - CDU/CSU unterstützen Kelle - SPERRE WURDE AUFGEHOBEN!


Köln (kath.net) Für ihre Kritik an einer Barbie mit Hidschab erhält Birgit Kelle eine siebentägige Sperre auf Facebook. Dies teilt die bekannte Publizistin auf Twitter mit. Kelle hatte auf Facebook kritisiert, dass die Firma Mattel eine neue Barbie auf den Markt gebracht hat, die eine Sportlerin mit Hidschab zeigt. Wörtlich hatte die erfolgreiche Publizistin geschrieben: „Toll! Und jetzt noch das Barbie-Spielhaus, um lustig nachzustellen, wie Ken seine Barbie auspeitschen oder steinigen lässt, weil sie den Hidschab abgelegt hat. Frauenunterdrückung ist kein Spielplatz @Mattel“.

Der bekannte Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel postete dazu auf Facebook entsprechendes Bildmaterial und kommentierte die Sperrung folgendermaßen: „Twitter lässt es online. Facebook löscht Kritik an Kopftuch-Barbie. Und welche Position haben FDP und Grüne bei den Jamaika-Sondierungen zum Netz-DG????“ Außerdem postete er einen Screenshot, der die Erklärung an Birgit Kelle zeigt, die Facebook dazu brachte: „Diese Funktion ist vorübergehend blockiert. Du hast kürzlich etwas gepostet, das die Facebook-Richtlinien verletzt… um künftig nicht mehr gesperrt zu werden, vergewissere dich, die Facebook-Gemeinschaftsstandards gelesen und verstanden zu haben…“

Kelle schrieb nach ihrer Facebook-Sperrung auf Twitter: „Kritik an der neuen Kopftuch-Barbie von Mattel ist den Tugendwächtern des Islam offenbar too much. Eine flockige 7 Tage Sperre für mich bei Facebook für dieses Posting. Twitter hält offenbar mehr Meinungsfreiheit aus.“

Die Publizistin engagiert sich gemäß eigener Darstellung für einen neuen Feminismus abseits von Gender-Mainstreaming und Quoten. Sie hat mehrere Bücher zu diesem Thema herausgebracht, die sich zu vieldiskutierten Verkaufsschlagern entwickelten. In TV-Talkshows ist sie ein häufig geladener Gast.

Mattel vertritt nach Darstellung der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, dass Mattel mit der Reihe „Sheroe“-Puppen (Ein Kunstwort für „Heldinnen“, zusammengesetzt aus „she“ und „hero“) weibliche Vorbilder feiern wolle, die Mädchen inspirieren sollten. Die Puppe ist der Säbelfechterin Ibtihaj Muhammad nachgestaltet, die bei den Olympischen Spielen in Rio vergangenes Jahr als erste US-amerikanische Sportlerin mit Hidschab angetreten. Ein Hidschab ist ein Kopftuch, das Haare, Hals und Brust bedeckt.


Die „Huffington Post“ hatte nach der Äußerung von Birgit Kelle einen Artikel mit ihrem Zitat veröffentlicht, wonach Kelle auf Facebook eine ätzende Kritik geäußert habe. Die „Huffington Post“ wertete: „Rechte in Deutschland“ nähmen die Hidschab-Barbie „zum Anlass, ihren ganzen Hass öffentlich hinauszuposaunen. In ihrer Wut werden sie unfreiwillig komisch.“ Diese Wertung bezieht sich sowohl auf die Kelle-Äußerung wie auch auf die Posts, die sich unter ihrer Bemerkung finden. Kelle wird von der „Huffington Post“ als „umstrittene Publizistin“ vorgestellt, die auf Facebook „ätzt“.

UPDATE
Birgit Kelle sagte KATH.NET gegenüber auf Anfrage: „Gerade beweist Facebook an meiner Person aufs Neue einen Trend, der sich auch bei anderen freien Autoren schon gezeigt hat und der uns allen Sorgen bereiten sollte: Kritik am Islam wird offenbar sofort rigoros geahndet. Das dürfen wir nicht hinnehmen.“

UPDATE
Julia Klöckner, CDU-Landesvorsitzende von Rheinland-Pfalz und stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU, schrieb auf Twitter wörtlich: „@Birgit_Kelle ist bei Facebook gesperrt worden, weil sie eine Meinung zur neuen Barbie mit Kopftuch hat? Leute, da hätte Facebook aber ganz andere Arbeitsfelder! Werden umgekehrt auch die gesperrt, die sich über Barbies spärliche Bekleidung beschweren? Komischer Feminismusansatz“.

UPDATE
Am späten Mittwochabend hob Facebook die Sperre gegen Birgit Kelle nach nur 24 Stunden statt sieben Tagen wieder auf. Kelle schrieb dazu auf Facebook und Twitter wörtlich (siehe auch unten): „Wow! Mein Anwalt Joachim @Steinhoefel kann was. Die 7-Tage-Sperre wurde von Facebook nach 24 Stunden aufgehoben. Danke! Auch an alle, die mich unterstützt und sich mit empört haben über eine Art der Zensur von Facebook, die wir nicht hinnehmen sollten.“

UPDATE:
Die Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel (CDU) erläuterte auf Anfrage von kath.net: „Die Sperrung von Frau Kelles Profil bei Facebook hat mich sehr erstaunt. Ich kann in ihrer Aussage, die zugegebenermaßen provokant und zugespitzt ist, keine Verletzung der Persönlichkeitsrechte oder strafrechtliche Relevanz erkennen. Dass die Sperrung ihres Profils durch anwaltliche Hilfe inzwischen aufgehoben wurde, zeigt, dass die getroffene Maßnahme falsch war.“

UPDATE
Für die CDU-/CSU-Bundestagsfraktion äußerte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Stephan Harbarth gemäß Presseaussendung: „Der Fall von Frau Kelle belegt erneut, dass eine Rechtsordnung es nicht akzeptieren kann, wenn Facebook und andere Betreiber sozialer Netzwerke nach Gutsherrenart entscheiden, welche Äußerungen in einer freien Gesellschaft akzeptabel sind und welche nicht. Es zeugt allerdings von Unkenntnis, wenn man diesen Fall mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz in Verbindung bringt. Das dort geforderte Beschwerdemanagement gilt nur für strafrechtlich relevante Äußerungen. Der Fall zeigt, dass soziale Netzwerke der Regulierung bedürfen, um Meinungsfreiheit und Persönlichkeitsrechte auch im Internet zur Geltung zu bringen. Anderenfalls erhalten wenige große Konzerne ein Meinungsoligopol. Für die Union ist klar: In der Welt des Internets müssen dieselben Rechtsgrundsätze gelten wie in der realen Welt. Was in der realen Welt erlaubt ist, muss auch im Netz erlaubt sein. Diese Grundsätze gelten auch für Facebook uneingeschränkt.“









Foto Birgit Kelle



Foto Birgit Kelle (c) Birgit Kelle


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