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Bischof em. Algermissen: „Kriege fallen nicht vom Himmel“

19. November 2019 in Deutschland, 10 Lesermeinungen
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Nach einer amerikanischen Statistik habe jedes Kind bei regelmäßigem Fernsehkonsum bis zum 15. Lebensjahr 13.000 Morde im Fernsehen miterlebt, kann erschüttert sein über das Sterben der Menschen, wer „stundenlang durch Morde unterhalten wird?“


Fulda (kath.net/bpf) „Pflanzen wir uns und allen, auf die wir Einfluss haben, eine tiefe Abneigung gegen jede Form von Gewalt ein, denn jede Gewalt quält den Körper und demütigt den Geist.“ Das hob der emeritierte Bischof von Fulda, Heinz Josef Algermissen, am Sonntag in Fulda-Zirkenbach hervor. In einer Ansprache zum Volkstrauertag erinnerte der langjährige Präsident der katholischen Friedensbewegung Pax Christi daran, dass Gewalt in Familie und Schule anfange und „auf dem Schlachtfeld“ ende. „Kriege fallen nicht vom Himmel – lange, bevor Gewalt und Krieg ausbrechen, haben sie Eingang gefunden in die Herzen der Menschen.“

Sich die Kriegsopfer in aller Welt vor Augen zu stellen, gehe über die menschliche Vorstellungskraft und könne einen gleichgültig und apathisch machen, hatte der Bischof zu Beginn seiner Rede betont. Zudem seien 74 Jahre seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges vergangen. Berichte über die Kriege in den Medien kämen objektiv und distanziert bei den Menschen an. „In den beiden Weltkriegen des letzten Jahrhunderts gab es 65 Millionen Tote: zehn Millionen im Ersten und 55 Millionen im Zweiten“, erinnerte Algermissen. Zugleich gab er zu bedenken, dass nach einer amerikanischen Statistik jedes Kind bei regelmäßigem Fernsehkonsum bis zum 15. Lebensjahr 13.000 Morde im Fernsehen miterlebt habe. „Kann ein solcher Mensch noch unterscheiden zwischen den Toten im Spiel und denen in der Wirklichkeit? Kann er erschüttert sein über das Sterben der Menschen, wenn er stundenlang durch Morde unterhalten wird?“


Bischof Algermissen zitierte das Wort: „Weil die Toten schweigen, beginnt immer wieder alles von vorn.“ Man müsse sich fragen, wovon die Toten der Kriege reden könnten – „dass sie Menschen waren voller Pläne, Wünsche, Hoffnungen für ihre eigene Zukunft.“ Der Krieg habe alledem ein Ende gesetzt. „Sie könnten reden von ihrem Heimweh, von ihrer Angst um das eigene Leben, von der Angst um liebe Menschen daheim.“ Auch könnten sie erzählen von den Menschen, die ihnen begegnet seien in der Ukraine, in Polen, Frankreich oder Tunesien, von der Sehnsucht dieser Menschen nach Frieden, Ruhe und Sicherheit. Bischof Algermissen ermahnte dazu, nicht zu schweigen, sich für den Frieden einzusetzen und die Rüstungsspirale zurückzuschrauben.

Wichtig sei aber eine noch größere Perspektive: „Friede ist vor allem und zunächst Friede mit Gott. Friede ist dort, wo Gott anerkannt wird und die Ordnung, die er der Welt gegeben hat. Friede entsteht, wo der andere als gleichwertiger Mensch gesehen wird; wo die Menschen bereit sind, gegenseitig auf ihre Vorstellungen und Absichten zu hören; wo der Lebensraum der Menschen, Völker und Staaten geachtet wird, die Würde und Freiheit der Menschen anerkannt werden; wo die sozialen Ungerechtigkeiten beseitigt und die Menschenrechte nicht vorenthalten werden.“ Reden müssten indes umgewandelt werden in friedenstiftende Taten. Im eigenen Lebensbereich – in Familien, Schulen, Parteien, Kirchen – könne jeder einen Beitrag für den Frieden leisten, „wenn wir da Gewalt, auch die verbale Gewalt in den sozialen Medien, demaskieren und die Würde des anderen Menschen nicht besudeln“.

Archivfoto Bischof em. Algermissen (c) Bistum Fulda


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