Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Belgischer Bischof Johan Bonny kündigt Weihe verheirateter Männer zu Priestern an
  2. Kardinal Woelki: Kirche ohne Priester wäre "nicht mehr katholisch"
  3. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“
  4. Besser keine Laienpredigt
  5. US-Regierung kündigt nach Tod von Noelia Untersuchung gegen Spanien an
  6. Ehemaliger Bischof verteidigt Papst Leo XIV. gegen Vorwürfe im Zusammenhang mit Pachamama
  7. Norwegen: Bischof Hansen bittet, dass jeder Gläubige des Bistums Oslo zur Beichte geht
  8. IOC klärt: Künftig nehmen keine Transfrauen mehr an Frauenwettbewerben bei Olympischen Spielen teil!
  9. „Einheit heilen, ohne Wahrheit zu verdunkeln“
  10. Papst sprach mit Familie eines Opfers des Amoklaufs an Grazer Schule
  11. Besuch des syrischen Präsidenten - „Kirche in Not“ fordert Bundeskanzler Merz zum Handeln auf
  12. Israel verwehrt Patriarch Zugang zur Grabeskirche – Scharfer internationaler Protest
  13. Demokratischer Politiker aus Texas behauptet, die Bibel unterstützt Abtreibung
  14. Das „Ur-Datum“ des Heils: Warum der 25. März als Tag der Kreuzigung gilt
  15. Gericht: HateAid Geschäftsführerinnen dürfen als ‚linkswoke Faschistende‘ bezeichnet werden

Weihbischof Losinger kritisiert Vorschlag zu assistiertem Suizid in kirchlichen Einrichtungen

12. Jänner 2021 in Prolife, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Augsburger Weihbischof: „Damit ist eine schiefe Ebene begründet, die den Ball der aktiven Sterbehilfe auf fatale Weise beschleunigt und ins Rollen bringt. Sie erfordert Einspruch und Einhalt!“


Augsburg (kath.net/pba/red) Weihbischof Anton Losinger hat mit deutlicher Kritik auf einen Vorschlag von prominenten Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland in der heutigen Ausgabe der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ reagiert, in kirchlichen Einrichtungen Möglichkeiten eines assistierten Suizids anzubieten oder zumindest zuzulassen und zu begleiten. Damit sei eine schiefe Ebene begründet, die den Ball der aktiven Sterbehilfe auf fatale Weise beschleunigt und ins Rollen bringt, so der Bischofsvikar für Bioethik und Sozialpolitik. „Sie erfordert Einspruch und Einhalt!“ Losinger gehörte von 2005 bis 2016 dem Deutschen Ethikrat an.

Die vollständige Stellungnahme von Weihbischof Losinger im Wortlaut:

Die Lebensrechtsfrage in der Bundesrepublik Deutschland steht seit einem Jahr vor einer grundlegenden juristischen Wende. Im Urteil vom Februar des Jahres 2020 hatte das Bundesverfassungsgericht den Beschluss des Bundestages zum Verbot der geschäftsmäßigen Suizidbeihilfe § 217 StGB gekippt. Darüber hinaus sahen die Richter im Begriff von Freiheit und Würde des Grundgesetzes ein fundamentales Recht jedes Menschen auf autonome Selbstbestimmung des eigenen Sterbens begründet. Auch dürfen andere - eventuell professionelle Sterbehilfevereine oder auch Ärzte - entsprechend einer notwendigen gesetzlichen Neuregelung zur Erfüllung des Wunsches nach dem freiverantwortlichen Suizid in die Pflicht genommen werden.


Diese Wende im Lebensrechts- und Würdebegriff des Grundgesetzes durch das höchste Gericht erlangt nun neue Energie durch die Äußerung führender Theologen der Evangelischen Kirche. In der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom 11.01.2021 treten Reiner Anselm, Vorsitzender der Kammer für öffentliche Verantwortung der EKD und der Präsident des evangelischen Wohlfahrtsverbandes Diakonie, Ulrich Lilie dafür ein, dass kirchliche Einrichtungen sich dem freiverantwortlichen Suizid nicht länger verweigern sollten, sondern sich öffnen, neben medizinischer und pflegerischer Versorgung auch „Rahmenbedingungen für eine Wahrung der Selbstbestimmung bereitzustellen“ und „abgesicherte Möglichkeiten eines assistierten Suizids in den eigenen Häusern anzubieten oder zumindest zuzulassen und zu begleiten.“

Damit ist eine schiefe Ebene begründet, die den Ball der aktiven Sterbehilfe auf fatale Weise beschleunigt und ins Rollen bringt. Sie erfordert Einspruch und Einhalt!

Mit der Mehrheit der organisierten Ärzteschaft in der Bundesrepublik Deutschland widerspricht die Katholische Kirche diesem Trend energisch und deutlich. Der Präsident des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery sieht eine fatale Änderung des Ärztebildes, welche die Rolle des Arztes im Krankenhaus vom Helfer zum Vollstrecker umforme. Die Deutsche Bischofskonferenz warnt vor dem fatalen Trend, dass sich die Entscheidung zum freiverantwortlichen Suizid und zur Suizidbeihilfe als quasi „normale Form“ des Sterbens in Pflegesituationen entwickeln könnte. Begleitet vom sanften und stetigen Druck auf pflegebedürftige und alte Menschen, die den Angehörigen nicht zur Last fallen zu wollen, kommt der Stein unweigerlich ins Rollen. Darum sind nicht Konzepte zur Ermöglichung des assistierten Suizids die richtige Antwort auf prekäre Lebenssituationen am Lebensende, sondern Hilfe, Zuwendung und Unterstützung in diesen schwierigen Lebenslagen und die Entwicklung von Lebensperspektiven für Menschen in Not. Auch die Erkenntnis, dass in den allermeisten Situationen eines Suizidwunsches psychische Notlagen dominieren, steht im Vordergrund. Dies wird bestätigt durch die fortlaufenden Studien des „Nationalen Suizidpräventionsprogramms“ der Bundesregierung, das für die allermeisten unter den 10.000 in der Bundesrepublik Deutschland im Jahr vollzogenen Fällen von Suizid schwere psychologische Notlagen diagnostiziert. Dies fordert eine Neubewertung der Lebenssituationen von Menschen, die Suizidabsichten entwickeln. In den wenigsten Fällen handelt es sich um eine verantwortliche Tat der Freiheit. In meisten Fällen ist es ein Hilferuf an die Gesellschaft! Gute Pflege, professionelle Palliativversorgung und Ausbau der Hospizidee sind die passenden Instrumente.

„Wir glauben, dass dieser Druck sich von Kranken und Sterbenden nicht mehr fernhalten ließe, wenn der assistierte Suizid zu einem Normalmodell des Sterbens würde, der bis in kirchliche Einrichtungen hinein Anwendung fände. Das darf nicht geschehen!“ betonen die katholischen Bischöfe.

Auch mit der nüchternen Einsicht, dass sich Suizide niemals gänzlich verhindern lassen können, bleibt die Herausforderung an eine Gesellschaft mit humanem Antlitz, Hilfen zum Leben bereitzustellen anstatt Sterbehilfeorganisation zu leisten.

Foto: Symbolbild


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  3. Belgischer Bischof Johan Bonny kündigt Weihe verheirateter Männer zu Priestern an
  4. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“
  5. Norwegen: Bischof Hansen bittet, dass jeder Gläubige des Bistums Oslo zur Beichte geht
  6. Besser keine Laienpredigt
  7. Kardinal Woelki: Kirche ohne Priester wäre "nicht mehr katholisch"
  8. Kanada: 84-Jährige wegen Rückenschmerzen in Notaufnahme, bekommt als Erstes Sterbehilfe angeboten!
  9. US-Regierung kündigt nach Tod von Noelia Untersuchung gegen Spanien an
  10. Blutiger Palmsonntag in Nigeria: Dschihadisten massakrieren über 40 Christen in Jos
  11. Vom Todesurteil zur Hoffnung: 'Irans geistliche Ketten werden brechen'
  12. Israel verwehrt Patriarch Zugang zur Grabeskirche – Scharfer internationaler Protest
  13. Ehemaliger Bischof verteidigt Papst Leo XIV. gegen Vorwürfe im Zusammenhang mit Pachamama
  14. Neuer Präfekt des Päpstlichen Hauses, Erzbischof Rajič, betont kirchliche Lehre zur Homosexualität
  15. Das „Ur-Datum“ des Heils: Warum der 25. März als Tag der Kreuzigung gilt

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz