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| ![]() Das Kirchenjahr als Weg durch die Heilsgeschichte. Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden!vor 3 Stunden in Aktuelles, 2 Lesermeinungen Leo XIV.: Das Kirchenjahr als sakramentale Gegenwart des Heilshandelns Christi und als Ausrichtung der Zeit auf seine Wiederkunft. Von der Erwartung des Messias über das Pascha-Mysterium zur Hoffnung auf die kommende Herrlichkeit. Von Armin Schwibach Rom (kath.net/as) „Ihm, der uns liebt und uns von unseren Sünden erlöst hat durch sein Blut,der uns zu einem Königreich gemacht hat und zu Priestern vor Gott, seinem Vater: Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht in alle Ewigkeit. Amen. Siehe, er kommt mit den Wolken und jedes Auge wird ihn sehen, auch alle, die ihn durchbohrt haben; und alle Völker der Erde werden seinetwegen jammern und klagen. Ja, Amen. Ich bin das Alpha und das Omega, spricht Gott, der Herr, der ist und der war und der kommt, der Herrscher über die ganze Schöpfung“ (Offb 1,5-8). Bei der traditionellen Generalaudienz am Mittwoch in der Vatikanischen Basilika (die Audienzaula Paolo VI ist mit einer Kinderfreizeit belegt) setzte Papst Leo XIV. seine Katechesen über die Liturgiekonstitution Sacrosanctum Concilium fort. Im Mittelpunkt stand diesmal das fünfte Kapitel der Konzilskonstitution über das Kirchenjahr und dessen Bedeutung für das Leben der Gläubigen. Leo XIV. erläuterte das Kirchenjahr nicht als bloße Abfolge von Festen und Gedenktagen, sondern als sakramentale Vergegenwärtigung des Heilshandelns Christi in der Zeit. Zu Beginn erinnerte der Papst daran, dass sich die Bezeichnung „Kirchenjahr“ für den Zyklus der christlichen Feste im kirchlichen Sprachgebrauch vor allem durch das Wirken des Dieners Gottes Prosper Guéranger (1805–1875) verbreitet habe. Für das Verständnis des Kirchenjahres verwies er anschließend auf die Enzyklika Mediator Dei von Papst Pius XII. Dort werde ausdrücklich festgehalten, dass das Kirchenjahr keine bloße Erinnerung an vergangene Ereignisse darstelle. Pius XII. habe es als Gegenwart des lebendigen Christus in seiner Kirche beschrieben: „So ist denn das liturgische Jahr, von der Frömmigkeit der Kirche genährt und begleitet, nicht eine frostige, leblose Darstellung längst vergangener Dinge oder eine bloße Erinnerung an Ereignisse aus früheren Zeiten. Es ist vielmehr Christus selbst, der in seiner Kirche weiterlebt. Er geht da den Weg seines unermeßlichen Erbarmens, den er in diesem sterblichen Leben, als er Wohltaten spendend umherging, in der liebevollen Absicht begonnen hat, daß die Menschen seine Geheimnisse erfaßten und in ihnen sozusagen lebten, Geheimnisse, die dauernd gegenwärtig sind und wirken, (nicht in der ungewissen, nebelhaften Weise, von der gewisse neuere Autoren sprechen, sondern wie es katholische Lehre ist)“. Daraus folgerte Leo XIV., das Kirchenjahr müsse als eine ständige Aktualisierung des Heilswerkes verstanden werden, das Christus in der Geschichte vollziehe. Indem die Kirche diesen zeitlichen Zyklus durchschreite, bleibe sie mit dem erlösenden Wirken des Herrn verbunden, sodass alle Gläubigen mit seiner Gnade erfüllt würden (vgl. SC 102c). Der Begegnung mit Jesus Christus, der für die Menschen gestorben und auferstanden sei, komme dabei die Zielrichtung des gesamten kirchlichen Handelns zu. Die Kirche stelle deshalb in jedem Abschnitt des Jahres die Feier des Pascha-Mysteriums in die Mitte. Aus diesem Grund hätten die Konzilsväter den Sonntag als „Fundament und Kern des Kirchenjahres“ bezeichnet: „Deshalb ist der Herrentag der Ur-Feiertag, den man der Frömmigkeit der Gläubigen eindringlich vor Augen stellen soll, auf daß er auch ein Tag der Freude und der Muße werde“ (SC 106). Leo XIV. verwies darauf, dass sich bereits in den Bezeichnungen des Sonntags in verschiedenen modernen Sprachen seine Bedeutung als „Tag des Herrn - Dies Domini“ erkennen lasse. Auch dort, wo die Bezeichnung auf den „Tag der Sonne“ zurückgehe, werde der Zusammenhang mit Christus sichtbar, denn Christus sei die „wahre ‚Sonne der Gerechtigkeit‘, die jeden Menschen erleuchtet“. Anschließend nahm der Papst Bezug auf den heiligen Johannes Paul II. und dessen Apostolisches Schreiben Dies Domini vom 31. Mai 1998. Darin werde der Sonntag als Tag des Herrn, als Tag der Kirche und als Tag des Menschen sowie schließlich als „Tag der Tage“ bezeichnet. Leo XIV. zitierte daraus ausführlich: „Da der Sonntag das wöchentliche Ostern ist, wo der Tag in Erinnerung gerufen und vergegenwärtigt wird, an dem Christus von den Toten auferstanden ist, ist er auch der Tag, der die Bedeutung der Zeit offenbart. […] Aus der Auferstehung hervorgehend, zerteilt er die Zeiten des Menschen, die Monate, die Jahre, die Jahrhunderte, wie ein Richtungspfeil, der sie durchdringt und auf das Ziel der Wiederkunft Christi ausrichtet. Der Sonntag nimmt den Endtag vorweg, den Tag der Parusie, wie er im Geschehen der Auferstehung von der Herrlichkeit Christi angekündigt wird“ (75). Die Feier der Eucharistie sei daher für die Heiligung des Sonntags unverzichtbar. Das Hören auf das Wort Gottes und die Teilnahme am Leib Christi bedeuteten nach der Lehre der Konzilsväter das convenire in unum (vgl. SC, 106), also das Zusammenkommen der Gläubigen. In dieser Versammlung werde die Gemeinschaft der Kirche sichtbar, ihre Gemeinschaft mit dem Herrn sowie ihre Zugehörigkeit zu Christus und ihre Treue zur Kirche. Eine solche Versammlung könne nicht durch eine lediglich virtuelle Anwesenheit ersetzt werden und erschöpfe sich auch nicht in einer passiven Teilnahme. Die liturgische Versammlung verwirkliche sich vielmehr in der aktiven Teilnahme der Brüder und Schwestern, die gemeinsam zusammengerufen seien, um „der Herrlichkeit des Herrn Jesus zu gedenken und Gott dankzusagen, der sie ‚wiedergeboren hat zu lebendiger Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten‘ (1 Petr 1,3)“ (SC 106). In diesem Zusammenhang richtete der Papst zugleich eine Bitte an die Verantwortlichen und an die kirchlichen Gemeinschaften. Es sollten die bestmöglichen Bedingungen dafür gesucht werden, dass auch jene Menschen an der Sonntagsmesse teilnehmen könnten, die aufgrund ihrer Arbeit am Sonntag nicht aufhören könnten zu arbeiten. Von der Bedeutung des Sonntags ausgehend, zeichnete Leo XIV. anschließend die Entstehung des liturgischen Jahres nach. Das von den Sonntagen bestimmte Kirchenjahr habe eine Geschichte, in der sich Glaube und Frömmigkeit der Kirche miteinander verbunden hätten. Bereits seit dem zweiten Jahrhundert sei zur wöchentlichen Feier des Pascha die jährliche Feier des Pascha hinzugetreten, die Sacrosanctum Concilium als „höchstes Fest“ bezeichnete. Diese Osterzeit habe sich über fünfzig Tage erstreckt und in der Feier von Pfingsten ihren Höhepunkt gefunden. Ihr sei die Fastenzeit mit ihrem Bußcharakter vorausgegangen. Später habe sich nach dem Vorbild des Osterkreises der Weihnachtskreis entwickelt. Dadurch habe die Kirche die Möglichkeit erhalten, die Geheimnisse der Menschwerdung des Wortes Gottes, seiner Geburt und seiner Offenbarung vor der Welt liturgisch zu feiern. In die verschiedenen Zeiten des Kirchenjahres habe die Kirche außerdem die Verehrung der seligen Jungfrau Maria aufgenommen. Sie sei nach Sacrosanctum Concilium in einem „unzerreißbaren Band mit dem Heilswerk ihres Sohnes verbunden“ (SC 103). Hinzugekommen seien die „Gedächtnistage der Martyrer und der anderen Heiligen, die, durch Gottes vielfältige Gnade zur Vollkommenheit geführt, das ewige Heil bereits erlangt haben, Gott im Himmel das vollkommene Lob singen und Fürsprache für uns einlegen“ (SC 104). Damit stellte Leo XIV. das Kirchenjahr in einen größeren Zusammenhang der Heilsgeschichte. Es wiederhole die Pädagogik der Heilsgeschichte in sakramentaler Form und führe die Gläubigen von der Erwartung des Messias über die Fülle des Pascha-Mysteriums bis zur Vorwegnahme der künftigen Herrlichkeit. Das Kirchenjahr sei deshalb nicht lediglich eine zeitliche Ordnung liturgischer Feiern. In ihm feiere die Kirche die heilbringende Gegenwart des Christusmysteriums und ermögliche den Gläubigen, immer tiefer an diesem Mysterium teilzunehmen. Aus dieser Perspektive erhielt das Kirchenjahr schließlich auch eine Bedeutung für das gesamte pastorale Handeln der Kirche. Leo XIV. schloss seine Katechese mit der Feststellung, dass das Kirchenjahr „das inspirierende Prinzip und den wesentlichen Bezugsrahmen jeder pastoralen Tätigkeit“ bilde. Die Ordnung der liturgischen Zeit erschien damit als eine Ordnung, in der die Kirche nicht nur an die Ereignisse der Heilsgeschichte erinnerte, sondern die Gläubigen durch die Feier des Christusmysteriums in deren Gegenwart hineinführte und die Zeit auf die kommende Vollendung ausrichtete. Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten: Liebe Brüder und Schwestern deutscher Sprache, der heilige Benedikt von Nursia schreibt in seiner Mönchsregel, dass „dem Gottesdienst nichts vorgezogen werden soll“ (Regula 43,3). Ich wünsche euch, dass ihr stets die verwandelnde Kraft Christi erfahren dürft, die uns in der heiligen Liturgie im Hören auf das Wort Gottes und durch die Feier der Sakramente zuteil wird. Der Herr segne und behüte euch!
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