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Aupetit: „Christus ist wahrhaft auferstanden! Das ist unsere Freude, die unser Leben erfüllt“

27. April 2021 in Spirituelles, 3 Lesermeinungen
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Pariser Erzbischof: „Vor 25 Jahren bat mich ein Pfarrer, ihm einen Christus für die Kirche Notre Dame/Royan zu schnitzen. Der Pfarrer wollte einen auferstandenen Christus am Kreuz. Ich war ein wenig perplex…“ Von Juliana Bauer


Paris (kath.net) Das Fest der Auferstehung Jesu – es war auch in diesem Jahr wieder in den Anti-Corona-Maßnahmen und vielerlei Vorschriften gefangen. So zeigte auch das gesamte Kirchenschiff von Saint-Germain-l’Auxerrois in Paris, das noch in der Osternacht trotz vieler Masken und anderer Beschränkungen reges Leben beherbergte – Erzbischof Aupetit taufte und firmte eine Reihe junger Menschen –, am Abend des Ostersonntags bereits wieder gähnende Leere. Was sich auch in den Abendmessen der folgenden Sonntage fortsetzte und wohl noch eine Weile in dieser Weise weitergehen wird, verkündete doch der französische Staatspräsident kurz vor den Ostertagen einen verschärften Lockdown (vgl. auch Deutschland).

So feierte und feiert der Erzbischof die Messe am 3. Sonntag in der Osterzeit in St. Germain l’Auxerrois, Paris - Sonntag 18. April 2021 nur in einem kleinen Kreis von Amtsbrüdern, Ministranten und einigen Sängern und Sängerinnen der Maîtrise Vocale von Notre Dame. Über Radio Notre Dame und den Fernsehsender KTO wendet er sich an seine Gläubigen, über welche diese, von Ausgangssperren festgesetzt, die Messe mitfeiern können und es auch in großer Zahl tun (die Teilnehmerzahl stieg am Ostersonntag bei KTO binnen kurzer Zeit auf nahezu 20.000 an, am Zweiten Sonntag nach Ostern waren es über 10.000).

Die Begeisterung über die Auferstehung Jesu, mit der Erzbischof Aupetit seine Zuhörer und Zuhörerinnen am Osterfesttag begrüßte, steckte trotz alledem an und hallt bis heute unaufhörlich nach: „Ein Freudenruf hallt durch die ganze Welt, liebe Brüder und Schwestern, und da dachte ich an euch … ja, Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaft auferstanden! Das ist unsere Freude, die Freude, die unser Leben erfüllt … die wir mit allen teilen …“

Eine Freude, „die unser Leben erfüllt…“ die, wie es Michel Aupetit am dritten Sonntag in der Osterzeit ausdrückte, von Jesu Auferstehung lebt. Von dieser Erfahrung sprach auch das Lukas-Evangelium, an dessen Text der Erzbischof seine Predigt ausrichtete (Lk 24,34-48). Es berichtet von der Begegnung der elf Jünger mit dem Auferstandenen, nach dessen Erscheinung vor den beiden Emmaus-Wanderern und vor Simon Petrus.

Bevor Michel Aupetit auf den Evangelientext eingeht, erzählt er dazu eine buchstäblich plastische Begebenheit aus seinem Leben. Eine Begebenheit, die mich zum Einen als Kunsthistorikerin mit Neuem in Berührung bringt, zum Anderen für gläubige Menschen einen bedeutungsvollen Moment über Christus, den Gekreuzigten und Auferstandenen veranschaulicht. Doch sehen wir, was der Bischof und Künstler Aupetit zu erzählen weiß:

„Vor etwa 25 Jahren bat mich der Pfarrer von Royan (Stadt in Neu-Aquitanien, Department Charente Maritime), ihm einen Christus für die Kirche Notre Dame zu schnitzen… Das ist natürlich kein Problem, eine Christusfigur zu schaffen (Anm.: nicht für den begabten Bildschnitzer Aupetit). Aber der Pfarrer wollte einen auferstandenen Christus am Kreuz. Einen auferstandenen Christus am Kreuz? Ich war ein wenig perplex…“ Entweder, dachte Mgr Aupetit, könne er Christus als Gekreuzigten kreieren oder als Auferstandenen. „Aber der Auferstandene am Kreuz? Wie soll ich das machen? Also, gut… Es schien mir zuerst etwas schwierig, weil es dazu nicht wirklich ein Modell gibt. Entweder ist Christus am Kreuz oder er ist auferstanden. Gut, ich mache den Auferstandenen am Kreuz. Dann schuf ich einen ‚Christus am Kreuz‘, aber ‚Triumphans‘.

Der Pfarrer war sehr zufrieden mit der Ausführung, doch nach ein paar Tagen sagte er zu mir: ‚Es fehlt etwas.‘ Ich konnte nicht wirklich erkennen, was ich vergessen hatte und fragte nach, was denn noch fehle. Er antwortete: ‚Die Nägel an den Händen und den Füßen. Du hast die Wunden nicht gemacht (Lk 24,39-40).‘ Und da sagte ich mir, dass er recht hatte.“ Soweit Michel Aupetit zu seiner Christus-Skulptur für Notre Dame von Royan, die ich am Schluss des Predigttextes vorstellen werde.


Vom Hinweis seines Amtsbruders ausgehend führt der Erzbischof seine Zuhörer direkt zu Jesus, den von Gott Auferweckten, wie er uns im Lukasbericht begegnet. „Als Jesus auferstanden ist, hat er die Nagelwunden in seinen Händen… und in den Füßen ebenso… (die Erzbischof Aupetit, wie er erwähnt, noch nachgestaltete), denn er zeigt sie Thomas. Er zeigt sie, wir haben es heute gehört, auch den elf Jüngern… In seinem auferstandenen Leib sind die Zeichen seines Lebens, seines Leidens. Der auferweckte Christus zeigt die ganzen Spuren seiner Existenz…  Sein ganzes Leben ist in seinem Leib eingezeichnet, das am Tag seiner Auferstehung sichtbar wird. Es ist sein Leib. Er hat seine Hände, seine Füße (Lk 24,39-40); er führt das Essen zu seinem Mund, den gebratenen Fisch, den man ihm gibt. Das ist er, Jesus, er lebt, es ist sein Leib, es ist kein anderer Leib. Es handelt sich nicht um eine Reinkarnation, sondern um eine Auferstehung!

Wie aber kann man dieses außergewöhnliche Geheimnis verstehen, das weder vor Jesus, noch nach Jesus existierte? Man versteht, dass die Jünger verängstigt sind... Stellt euch mal nur eine Sekunde vor, dass ihr jemanden seht, den ihr sehr geliebt habt, den ihr tot gesehen habt, den ihr ins Grab gelegt habt und der nun vor euch steht, nicht als ein Phantom…, sondern als eine echte Person in ihrem wirklichen Leib. Und das, obwohl ihr hinter Schloss und Riegel eingesperrt seid. Beängstigend. Das ist ein Grund, Angst zu haben.

‚Ich bin es‘, sagt Jesus zu seinen verängstigten Jüngern, als sie ihn in ihrer Mitte sehen. Doch die ersten Worte, die Jesus an sie richtet, sind: ‚Der Friede sei mit euch‘.“ Häufig würde im Evangelium auch davon berichtet, dass Jesus sie mit den Worten beruhigte: ‚Habt keine Angst.‘ Beispielsweise bei der Stillung des Sturms oder als er über das Wasser geht… „Und am Tag seiner Auferstehung spricht er die Jünger an: ‚Der Friede sei mit euch‘, Die Auferstehung führt von der Angst zum Frieden Die Angst ist etwas Natürliches, die unter uns wohnt“, erklärt Mgr Aupetit dann, aber „der Friede ist ein Geschenk Gottes, das wir durch Jesu Auferstehung erhalten.“ Vor diesem Hintergrund weist er auf den „Terror der Pandemie“ hin, durch den wir gingen, doch wir sollten uns erinnern, dass wir das Geschenk der Auferstehung hätten.

„Ich bin es.“ Aus der Erscheinung Jesu vor den Jüngern und seinem klaren Hinweis auf seine ganze Person, in der er sich zu erkennen gibt, ergebe sich auch für uns die Frage nach unserer eigenen Person, unserer Persönlichkeit, eine Frage, die uns Christus zwinge, an uns selbst zu stellen. Diese Frage wird zur Brücke von Aupetits Gedanken über das menschliche Sein. Mit seiner Betrachtung über die Existenz des erlösungsbedürftigen Menschen, über dessen Ganzheitlichkeit in seinem Leib, seinem Geist und seiner Seele bringt der Erzbischof den Zuhörern das biblische Verständnis von der Erlösung des ganzheitlichen Menschen nahe, das gerade durch den auch in seinem Leib auferstandenen Gottessohn bezeugt wird.

„Wir sind, das ist offensichtlich, aus einem Leib und aus einem Geist erschaffen, einem Geist, der uns erlaubt, uns selbst zu verstehen oder uns zumindest unserer Existenz bewusst zu sein. Die griechischen Philosophen betrachteten den Leib als Gefängnis der (unsterblichen) Seele (Platon). Daher sieht sich der hl. Paulus, wenn er an die Griechen von Korinth schreibt, gezwungen, eine Liste von allen Zeugen und Glaubensbrüdern zu erstellen, die Jesus sahen und immer wieder die Auferstehung Jesu in seinem Leib zu bestätigen und zu betonen… …Er führt dabei alle Beweise unter Berufung auf alle Zeugen seiner leiblichen Auferstehung an… Das ist eine außergewöhnliche Botschaft!“

Von der Antike macht Michel Aupetit vergleichend den Sprung in unsere Zeit. „Heute betrachten viele unserer Zeitgenossen ihren Leib als ein Instrument, das ihnen zur Verfügung steht… Sie kümmern sich um ihn, wie man sich um sein Auto kümmert; sie benutzen ihn, um zu verführen, sich zu bewegen und sie zeigen die Mentalität derer, die (sich selbst darstellend) sagen: ‚Ich habe einen Körper.‘ Wenn sie tot sind, beseitigen sie ihn und verbrennen ihn, als wäre er ein altes Kleidungsstück. In Wirklichkeit aber sind wir dieser Leib, wir sind dieser Leib. Wir sind kein körperunabhängiger Geist: ‚Ich bin mein Körper.‘ Unser Geist wurde aus diesem Leib heraus geboren und ohne ihn gibt es keinen Geist.

Und die Seele sagt ihr. Sie ist das Lebensprinzip, das in uns wohnt und sie entsteht zur gleichen Zeit wie unser Leib. Dieses Prinzip der Beseelung ist fähig, mit Gott in Beziehung zu treten. Das ist der Grund, warum man sie im Menschen ‚geistige Seele‘ nennt. Jedes Lebewesen hat eine Seele, die Pflanze, das Tier aber die spirituelle Seele ist der Menschheit eigen, da sie mit Gott verbunden ist. Sie wird direkt von Gott bei der Empfängnis erschaffen. Sie ist unsterblich… Im Augenblick des Todes bleibt diese geistige Seele bestehen, über den Tod hinaus, um sich ihrem Schöpfer anzuschließen. Und wir glauben, dass unsere beerdigten Leiber, die wie der Leib Jesu ins Grab gelegt werden, auferstehen werden, wenn Christus wiederkommt.“ Der Erzbischof erinnert im Weiteren an das Glaubensbekenntnis, in dem wir den „Glauben an die ‚Auferstehung des Fleisches‘ bekennen… es handelt sich eindeutig um die Auferstehung unseres Leibes…“ (in der französischen Sprache heißt es: ‚je crois à la résurrection de la chair‘, in der deutschen Sprache: ‚ich glaube an die Auferstehung der Toten‘).

„Deshalb“, folgert er, „ist unser Leib genauso wichtig wie unsere Seele, denn bei der Auferstehung des Fleisches wird dieser Leib sich aus den irdischen Grenzen von Zeit und Raum lösen wie jener von Jesus, der als Auferstandener inmitten der Jünger erscheinen konnte…

Er wird die menschliche Berufung voll erfüllen, nämlich diese, dass er ein von Gott, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist bewohnter Leib ist. In der Zwischenzeit werden unsere Körper von der Gegenwart Gottes bewohnt, wenn wir … den Leib Jesu empfangen, damit seine Liebe zu uns kommt, um unsere Seele und unseren Geist zu entflammen und um unseren Leib mit seiner göttlichen Gegenwart zu erleuchten. Nein, der Leib ist nichts Untergeordnetes… Die Auferstehung Jesu zeigt, dass wir ganzheitlich sind: Leib, Seele, Geist, was uns mit Gott verbindet. Wir haben die Schriften gehört, die den Geist der Jünger öffneten, … als Jesus ihnen die Schriften erklärte…“ Erzbischof Aupetit spricht den Wunsch aus, dass Christus auch unseren Verstand und unser Herz für Gottes Liebe öffnen möge… und wir von seiner Auferstehung her leben… Aus dieser Überzeugung heraus ist auch seine Christusskulptur „Der Auferstandene am Kreuz“ zu begreifen.

Messe de la Résurrection à Saint-Germain l’Auxerrois célébrée par Mgr Michel Aupetit, 04/04/2021 – KTOTV
Messe du 18 avril 2021 à Saint-Germain l’Auxerrois, KTOTV
Homélie de Mgr Michel Aupetit - Messe du 3e dimanche de Pâques à St Germain l’Auxerrois
- Dimanche 18 avril 2021, Diocèse de Paris.
Übersetzung für kath.net: Dr. Juliana Bauer

Erläuterungen zur Christus-Skulptur in Holz von Mgr Michel Aupetit: Christ en croix triomphant oder Christ en croix réssuscité, 1998, Notre Dame à Royan, großes Wandbildnis im Altarraum

Erzbischof Aupetit schuf mit seiner Skulptur „Der Auferstandene am Kreuz“, den er als ‚Christus Triumphans‘ bezeichnet, den Typus einer Christusfigur, wie sie bislang in der Kunstgeschichte in dieser Form nicht bekannt war. Er sagt auch selbst, dass er zunächst etwas perplex gewesen sei, da für ihn nur die Darstellung Christus am Kreuz oder als Auferstandener möglich war und dass es zu diesem Typus „nicht wirklich ein Modell gibt.“ Dann entschied er sich für einen ‚Christus Triumphans am Kreuz‘ („je … fis un Christ en croix triomphant“). Er weicht jedoch von dem ursprünglichen, in der byzantinischen und mittelalterlichen Kunst sich entwickelten Typus des Gekreuzigten ‚triumhans‘ ab, dessen Darstellungen den Sieg Jesu über den Tod symbolhaft implizieren (s.u.). Michel Aupetits Skulptur hingegen weist unmissverständliche Merkmale des Auferstandenen auf.

Es entstand unter seinen Händen eine Christusfigur in angedeuteter Kreuzeshaltung mit nach oben gestreckten, triumphal anmutenden Armen. Beine und Füße sind parallel angeordnet, die Füße stehen auf einem Sockel. Sie zeigen, ebenso wie die Handflächen, die (nachträglich ausgestalteten) Wundmale.

Zwei spezielle Aspekte, welche einerseits die individuelle Schöpfung Erzbischof Aupetits sowie andererseits die Gestalt Jesu als Auferstandenen offenbar machen, sind der Segensgestus Jesu und seine Kopfbedeckung. Zahlreiche Figuren, die den auferstandenen (nicht aber den gekreuzigten) Christus verkörpern, zeigen dessen zum Segen erhobene Rechte. Michel Aupetit übernahm diesen Gestus in der jahrhundertealten Form mit zwei ausgestreckten Fingern und Daumen, welche die Dreifaltigkeit symbolisieren. Die Kopfbedeckung, mit der er seine Jesusgestalt ausstattete, erinnert sehr stark an eine Mitra, die Kopfbedeckung des Bischofs bzw. des Oberhirten und soll Jesus offensichtlich als den Guten Hirten auszeichnen, dessen „Schafe“ er nach seiner Auferstehung Petrus anvertraute (Joh.21,15-17). Die Mitra weist das von ‘A u. Ω flankierte Christusmonogramm ☧ auf, das auch für „Pax Christi“, d.h. den Frieden Jesu steht, den dieser als Auferstandener seinen Jüngern brachte, als er in ihre Mitte trat (Joh.20, 19, 21). Mit dieser spezifischen Kennzeichnung, die den Auferstandenen demonstrativ in den Mittelpunkt rückt, verlieh Erzbischof Aupetit seiner Komposition eine eigene und geradezu ausgefallene Note.

Es ist davon auszugehen, dass ihm Kreuzigungsbilder mit Christus-Triumphans-Figuren, insbesondere jene der gemalten Kreuzestafeln des 11. und 12.Jahrhunderts aus Mittelitalien, gut bekannt sind. Zu nennen ist hier u.a. das Kreuz von San Damiano in Assisi, betitelt „Cristo trionfa sulla morte“ (Christus triumphiert über den Tod). Es zeigt Jesus als Gekreuzigten, der jedoch keinen Schmerz erkennen lässt, der Schmerz und Tod besiegt hat. Er steht aufrecht wie auf einer Stufe, die Füße nebeneinander (vgl. Aupetit), und schaut den Betrachter mit friedvollem Ausdruck an. Monumentale Triumphkreuze aus der Epoche der Romanik, wie sie häufig in Nordeuropa vorkommen, stellen den Gekreuzigten ‚triumphans‘ als König mit Krone und Schuhen (Symbole des mittelalterlichen Herrschers) dar, die damit auf den auferstandenen, über den Tod triumphierenden Christus verweisen – ohne ihn jedoch als Auferstandenen zu charakterisieren.

Ich möchte behaupten, dass Michel Aupetit mit seiner Christus-Skulptur für die Kirche Notre Dame von Royan, angeregt durch dessen damaligen Pfarrer, einen neuen Christus-Typus in der sakralen Kunst schuf, der die wesentlichen Glaubensaussagen über den Gottessohn in einem einzigen Bild in sich vereinigt und verkündet: Christus den Gekreuzigten und Auferstandenen.

Beide Fotos oben (c) https://www.patrimoine-histoire.fr/Patrimoine/Royan/Royan-Notre-Dame.htm/Screenshots/leicht bearbeitet


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Lesermeinungen

 Stock 27. April 2021 
 

Wirklich geistlicher Seelentrost in schwerer Zeit!

Zunächst wieder meinen herzlichen Dank an Frau Dr. Bauer und die kath.net-Redaktion. Ohne Sie würden wir wohl im deutschsprachigen Raum kaum die Texte dieses großartigen Seelsorgers lesen können. Ich schreibe bewusst Seelsorger, weil der Begriff so hilflos antiquiert wirkt angesichts jener intellektualisierten Theologie, die seit meiner Jugend in den 60er-Jahren führend wurde. Aber das war rückblickend sehr gut so. Wir verfügten heute nicht über das glaubensbestätigende Zeugnis ringender, vertrauender (= gläubiger) Wissenschaftler, das in großer geistiger Krisenzeit entstand. Exemplarisch nur die Brüder Rahner, Biser, von Balthasar und Ratzinger in ihrer gleichermaßen ‚behaltenden‘ und geradezu prophetischen „Theologie-Seelsorge“! Aupetit ist setzt für mich diese große Tradition fort! Und - ist Kirche nicht ein Geschmeide des Glaubens in der Zeit? Das kostbare ‚Material‘ bleibt gleich, die Bearbeitung ändert sich. Doch als Ganzes lebt es.


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 Solace 27. April 2021 
 

gekreuzigt, gestorben und begraben
am dritten Tage auferstanden von den Toten

Das Kreuz passt nicht zum Glaubensbekenntnis und verwirrt daher bei der Betrachtung


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 Emmanuel M. 27. April 2021 

Tief beeindruckt

bin ich immer wieder von Mgr Michel Aupetit's Glaubensstärke gepaart mit einer starken Ausstrahlung und Überzeugungskraft. Als Arzt, Künstler, Theologe und nun Erzbischof von Paris, vermag er sehr unterschiedliche Menschen anzusprechen.


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