Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-15

meist-diskutiert

  1. Umgang mit Missbrauchsfall - Bietet Marx dem Papst den Rücktritt an?
  2. "Einen Schritt in Richtung Schisma"
  3. Segnen geht anders
  4. Kfd ruft zum Predigerinnentag auf und beruft sich auf „Apostelin Junia“
  5. Hochkarätige Vatikan-Tagung mit Impfstoff-Produzenten beginnt
  6. Musterbrief 'Sehr geehrter Herr Bischof!' – Missbrauch der Liturgie, zerstört Frieden in der Kirche
  7. Die Krise: ein Weckruf an die Menschheit
  8. Kardinal Müller zu Schisma-Möglichkeit: „Ich fürchte: Ja! und hoffe: Nein!“
  9. Kirche ist kein Wunschkonzert
  10. Warum sollte Bischofskonferenz die Kompetenz haben, die der Glaubenskongregation abgesprochen wird?
  11. Vatikan für Zurückhaltung in US-Debatte um Kommunionempfang
  12. Heiligenkreuz: Konflikt um Kirchenhistoriker Schachenmayr
  13. "Bischof" darf nicht zum Schimpfwort werden!
  14. Franziskus von "konservativen Kräften" gefangen?
  15. Was steckt eigentlich hinter dem ›Gender-Sternchen‹?

Angeschossener Bischof: "Sie waren nicht hier, um mich zu töten"

28. April 2021 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Spekulationen über ethnische Spannungen als möglichen Hintergrund des Angriffs auf den ernannten Bischof der Diözese Rumbek im Südsudan


Rom/Juba (kath.net/KAP) Nach dem Schuss-Attentat auf den designierten katholischen Bischof von Rumbek im Südsudan gibt es Spekulationen über ethnische Spannungen als möglichen Hintergrund des Angriffs. Er habe versucht, mit den Angreifen zu sprechen, diese aber hätten die Waffe gezogen, ihm ins Bein geschossen und seien geflohen, schilderte Bischof Christian Carlassare (43) in einem ersten Interview dem lokalen Radiosender "Eye Radio". "Sie waren nicht hier, um mich zu berauben oder zu töten, denn sie hätten mich leicht töten können", zeigte sich der aus Italien stammende Comboni-Missionar überzeugt.

Er verspüre keinen Groll, sagte der ernannte Bischof nach Angaben des vatikanischen Missionspressediensts "Fides" (Dienstag) in dem Radiointerview: "Ich weiß, dass die Menschen hier im Allgemeinen mehr leiden als ich jetzt. Rumbek hat mehr verdient. Deshalb vergebe ich von ganzem Herzen, wer auch immer diese Tat begangen hat."


Zwei Angreifer waren in der Nacht auf Montag in die Schlafräume des Bischofs eingebrochen und hatten mehrere Schüsse auf den Geistlichen abgefeuert. Carlassare wurde zunächst in einem Spital in Rumbek behandelt und dann nach Juba ausgeflogen. Dem Generalrat der Comboni-Missionare zufolge geht es ihm "den Umständen entsprechend gut".

"Fides" zitierte einen Mitbruder aus dem Umfeld Carlassares, wonach die Tat möglicherweise ein Einschüchterungsversuch gewesen sei und die Bewaffneten den Missionar dazu bringen wollen, Rumbek noch vor der zuletzt für 23. Mai angesetzten Bischofsweihe wieder zu verlassen. "Wir sind davon überzeugt, dass es Gruppen gibt, die keinen ausländischen Bischof wollen, sondern einen Dinka, die mehrheitlich ethnische Gruppe in der Region". Weit verbreitetes Stammesdenken in den südlichen Regionen des Südsudan führe dazu, dass man einen ausländischen Bischof als Bedrohung ansehe, so die anonyme Quelle.

Der aus Italien stammende und seit 2005 im Südsudan tätige Comboni-Missionar Carlassare war am 8. März von Papst Franziskus zum Bischof von Rumbek ernannt worden. Der Bischofssitz war zuletzt seit Juli 2011 vakant. Damals starb Ortsbischof Cesare Mazzolari nur eine Woche nach der Unabhängigkeit des Landes vom Sudan.

"Es ist wirklich zu früh, um zu verstehen, was oder wer genau hinter dem Angriff steckt. Ich bin sicher, dass die Behörden ihr Möglichstes tun werden, um die Fakten aufzuklären", sagte derweil Enzo Pisani, Koordinator des italienischen medizinischen Hilfswerks "Medici con l'Africa - CUAMM" in Rumbek, in dessen Krankenhaus der verwundete Bischof nach dem Angriff erstversorgt wurde. Angesichts der Umstände des Angriffs sprach auch Pisani von einem möglichen Einschüchterungsversuch "durch die lokale Mafia".

Im Südsudan bewege auch christliche Gläubige das Thema der ethnischen Unterschiede stark, verwies Pisani auf den Streit rund um die Ende 2019 erfolgte Ernennung von Stephen Ameyu Martin Mulla zum neuen Erzbischof von Südsudans Hauptstadt Juba. Auch hier sahen etliche Beobachter ethische Motive, es kam zu monatelange Protesten. Mit der Amtseinführung des neuen Erzbischofs habe man lange warten müssen, so Pisani.

In Rumbek allerdings hätten die Menschen den ernannten Bischof Carlassare bei seiner Ankunft am 15. April mit einem großen Volksfest begrüßt, obwohl er kein einheimischer Priester ist, fügte Pisani hinzu. Nach der langen Wartezeit auf einen neuen Bischof und auch wegen der Erinnerung an den beliebten Amtsvorgänger Mazzolari sei die Freude unter den Gläubigen groß gewesen.

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich

Alle Rechte vorbehalten

Fotos: der ernannte Bischofs Carlassare vor und nach dem Angriff


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Rosenzweig 28. April 2021 

In der heutig. Mittag- Hl. Messe von Missio/ Östr...

brachte zum Schluß auch Pater Wallner-
in seinen tägl. Missionsberichten
u.a.
diese Foto Einblendung- vom Schuss-Attentat auf Bischof Christian u.
nannte ebenfalls schmerzl.- evtl. ethnische Motivation!
-
Für mich ist zu tiefst berührend- HIER zu lesen:

Er verspüre keinen Groll, sagte der ernannte Bischof-
"Ich weiß, dass die Menschen hier im Allgemeinen mehr leiden als ich jetzt.
Rumbek hat mehr verdient. Deshalb vergebe ich von ganzem Herzen, wer auch immer diese Tat begangen hat."
-
Für mich gesehen- ist dieser NEU ernannte Bischof bereits "Weizenkorn"- für sein Bistum!
Im zunächst scheinbaren "AUS-scheiden" - "keimen" mit Seinem v. Herzen VERZEIHEN/ Opfern + Gebet- bereits erste SEGENS-FRÜCHTE für sein Bistum.
-
Welch ein Ansporn - im eigenen Alltag immer gleich + ganz zu verzeihen- damit dem BÖSEN, auch Groll + Hass gar kein Raum gegeben wird !

Ja- und wie schwer fäll`s mir oftmals..?


2

0
 
 Fink 28. April 2021 
 

Das Stammesdenken in Afrika ist ein Problem.

(Halbnomadische) Viehzüchter vs. sesshafte Ackerbauern. Dazu das fortdauernde starke Bevölkerungswachstum. Der Kampf um Land. Und dazu der immer aggressiver auftretende Islam. Z.B. Äthiopien oder Nigeria. Das lässt nichts gutes erwarten. Der Süd-Sudan: Kaum hatten sie dort nach der Staatsgründung das Problem "Islam" los, waren interne Stammeskämpfe aufgetreten. Bis heute.


3

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu









Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net-Gewinnspiel 2021: Gewinnen Sie eine ROMREISE!
  2. "Einen Schritt in Richtung Schisma"
  3. Umgang mit Missbrauchsfall - Bietet Marx dem Papst den Rücktritt an?
  4. Kardinal Müller zu Schisma-Möglichkeit: „Ich fürchte: Ja! und hoffe: Nein!“
  5. Musterbrief 'Sehr geehrter Herr Bischof!' – Missbrauch der Liturgie, zerstört Frieden in der Kirche
  6. Segnen geht anders
  7. Osterspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre Hilfe!
  8. Wenn der Fatima-Tag auf Christi Himmelfahrt fällt
  9. Heiligenkreuz: Konflikt um Kirchenhistoriker Schachenmayr
  10. Maria 1.0 ruft deutsche Bischöfe zur Einheit mit Rom auf
  11. "Kraft apostolischer Vollmacht errichte ich den laikalen Dienst des Katecheten"
  12. Priesterweihen mit Erzbischof Gänswein und Kardinal Koch
  13. Kfd ruft zum Predigerinnentag auf und beruft sich auf „Apostelin Junia“
  14. Was steckt eigentlich hinter dem ›Gender-Sternchen‹?
  15. Hochkarätige Vatikan-Tagung mit Impfstoff-Produzenten beginnt

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz