Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  3. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  4. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  5. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  6. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  7. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  8. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  9. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  10. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  11. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  12. „Das Ende von Maria 2.0“
  13. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  14. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  15. Politisch aber auch innerkirchlich „gibt es derzeit wieder viel Konfliktpotenzial“

Vatikan für Zurückhaltung in US-Debatte um Kommunionempfang

12. Mai 2021 in Prolife, 29 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


US-Präsident Joe Biden lehnt Abtreibungen zwar ab, politische Entscheidungen seiner Regierung weichen bei Schwangerschaftsabbruch, Ehe, Geschlechter-Identität aber von kirchlicher Position ab - Kurienkardinal Ladaria mahnt US-Bischofskonferenz


Washingon (kath.net/KAP) Der Vatikan mahnt die US-Bischöfe zu Zurückhaltung in der Debatte um den Sakramentenempfang für Politiker, die eine liberale Position beim Thema Abtreibung vertreten. Die Glaubenskongregation appellierte in einem Brief an den Vorsitzenden der US-Bischofskonferenz, Erzbischof Jose Gomez, auf ein von einigen Bischöfen gewünschtes Schreiben über die "Würdigkeit des Kommunionempfangs" vorerst zu verzichten. Stattdessen solle es zunächst interne Bischofsberatungen sowie einen Dialog mit jenen katholischen Politikern geben, die "Gesetze unterstützen, die Abtreibung, Euthanasie oder andere moralische Übel erlauben". Das berichtete das Jesuiten-Magazin "America" und der US-Pressedienst "Catholic News Service" (Montag).

Der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Luis Ladaria, hob hervor, es gehe darum, die Einheit zu wahren. Die Formulierung einer nationalen Linie könne "angesichts ihres möglicherweise strittigen Charakters den gegenteiligen Effekt haben und zu einer Quelle der Zwietracht und nicht der Einheit innerhalb des Episkopats und der Kirche in den Vereinigten Staaten werden." Bevor ein gemeinsames Papier der US-Bischofskonferenz verabschiedet werden könne, brauche es auch unter den Bischöfen einen breiten und kontroversen Dialog. Eine derartige Erklärung müsse nicht bloß eine Mehrheit, sondern einen "einen echten Konsens der Bischöfe in dieser Angelegenheit zum Ausdruck bringen".


Ladaria betonte außerdem: "Es wäre irreführend, wenn eine solche Erklärung den Eindruck erwecken würde, dass Abtreibung und Euthanasie allein die einzigen schwerwiegenden Angelegenheiten der katholischen Moral- und Soziallehre darstellen, die die volle Rechenschaftspflicht seitens der Katholiken erfordern." Angesichts der über die Grenzen der Vereinigten Staaten hinausgehenden Bedeutung des Themas sollten zudem Anstrengungen unternommen werden, um mit Bischofskonferenzen anderer Länder darüber in einen Dialog zu treten.

Der laut "Catholic News Service" mit 7. Mai datierte Brief des Glaubenspräfekten ist offenbar eine Antwort auf ein Schreiben von Erzbischof Gomez, in dem er Rom darüber informierte, dass die US-Bischöfe sich darauf vorbereiten, die Situation katholischer Politiker und "die Bereitschaft, die heilige Kommunion zu empfangen, anzusprechen".

Neue Brisanz durch Biden

Zuletzt hatten unter anderem die "Washington Post" und die Nachrichtenagentur "Associated Press" (AP) berichtet, dass sich die Bischofskonferenz bei ihrer Frühjahrsversammlung im Juni mit dem Kommunion-Thema befassen werde. Demnach geht es um die Arbeit an einem gemeinsamen Dokument, das verdeutlichen soll, dass katholische Politiker, die Abtreibungen befürworten, die Kommunion nicht empfangen können.

Die Frage ist unter den US-Bischöfen umstritten und kocht seit Jahren immer wieder hoch. Neue Brisanz erhielt das Thema durch die Wahl von US-Präsident Joe Biden. Der zweite katholische Präsident der USA nach John F. Kennedy lehnt nach eigenen Worten Abtreibungen zwar ab, die politischen Entscheidungen seiner Regierung weichen bei Schwangerschaftsabbruch, Ehe und Geschlechter-Identität aber von der kirchlichen Position ab.

Während Washingtons Erzbischof Kardinal Wilton Gregory oder der zuletzt emeritierte Bischof von Bidens Heimatstadt Wilmington, William Malooly, kein Problem damit haben, dem Präsidenten die Kommunion zu spenden, haben sich andere Bischöfe dagegen ausgesprochen. Dazu zählen unter anderen der pensionierte Erzbischof von Philadelphia, Charles Chaput sowie der Vorsitzende des Lebensschutz-Ausschusses der US-Bischofskonferenz, Joseph Naumann.

Da Präsident Biden katholisch sei, stellte dessen abtreibungsfreundliche Haltung für die Kirche ein großes Problem dar, sagte Naumann der AP. Es könne unter den Gläubigen entstehen. "Wie kann er sagen, dass er ein gläubiger Katholik ist und diese Dinge tut, die der Lehre der Kirche widersprechen?"

"Eine Frage der Integrität"

Erst Anfang Mai veröffentlichte auch der Erzbischof von San Francisco, Salvatore Cordileone, einen Hirtenbrief zum Thema. "Es ist grundsätzlich eine Frage der Integrität: Das Allerheiligste Sakrament in der katholischen Liturgie zu empfangen bedeutet, sich öffentlich zum Glauben und zur Sittenlehre der katholischen Kirche zu bekennen und danach leben zu wollen", schrieb Cordileone laut Bericht des Mediennetzwerks CNA.

Konkrete Namen, etwa jenen der in San Francisco beheimateten demokratischen Sprecherin des Repräsentantenhauses Nany Pelosi, nannte das bischöfliche Schreiben nicht. In einer Passage wandte sich Cordileone aber ausdrücklich an katholische Amtsträger, die sich für die Abtreibung einsetzen. "Sie sind in der Lage, etwas Konkretes und Entscheidendes zu tun, um das Töten zu stoppen", sagte der Erzbischof: "Bitte kehren Sie zurück in die Fülle Ihres katholischen Glaubens."

Bischof: Eucharistie nicht als Waffe einsetzen

Anders äußerte sich etwa im Februar der Bischof von San Diego, Robert McElroy. Wenn katholischen Politikern "wegen ihrer politischen Haltung in der Öffentlichkeit" die Teilnahme an der Kommunion verweigert werde, dann sehe er darin den Versuch, "die Eucharistie als Waffe einzusetzen", sagte er bei einer Online-Diskussion der Georgetown-Universität. Vielmehr müssten Menschen durch "Argumente, Dialog und Vernunft" überzeugt werden.

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Französische Bischöfe: Papst Leo hat das Herz der Franzosen berührt
  3. Er ist der dritte amtierende Papst in der Grotte von Massabielle/Lourdes: Leo XIV.
  4. ‚Trinkt auch ihr aus dieser Quelle!’ Der Durst, den nur Christus stillt
  5. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  6. Papst Leo erstaunt über hohe Zahl von Erwachsenentaufen in Frankreich
  7. Wo Begegnung zur Zivilisation der Liebe wurde. Die Armen als Fleisch Christi
  8. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  9. Junge Französin bekennt vor Papst: „Wie der heilige Paulus sagt: ‚Für uns ist Christus das Leben‘“
  10. Papst Leo an 80.000 Jugendliche im Stade de France: "Wer mit Gott lebt, ist frei"
  11. „Wenn wir Eucharistie feiern, dürfen wir mit allem zu ihm kommen, was in uns unvollendet ist“
  12. Neuer Schülerkreise Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI. bestätigt bisherigen Vorstand im Amt
  13. Nordische Bischofskonferenz beendet Herbstvollversammlung in Paderborn
  14. Zwischen Stein und Geheimnis: ‚Ohne die Liturgie würde Notre-Dame ihre Seele verlieren‘
  15. Wenn das Nein nicht mehr zählt

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz