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Tauft die Völker „auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Mt 28,18)

31. Mai 2021 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Nuntius Eterović in Predigt zum Dreifaltigkeitssonntag: „Alle Heiligen haben danach getrachtet, dass ihr Leben ein immerwährendes Lob des dreieinen Gottes sei. Diese Gnade hat in besonderer Weise die selige Jungfrau Maria gelebt.“


Berlin (kath.net) kath.net dokumentiert die Predigt von S.E. Apostolischer Nuntius Erzbischof Dr. Nikola Eterović zum Dreifaltigkeitssonntag am 30.5.2021 und dankt für die freundliche Erlaubnis zur Veröffentlichung in voller Länge – Dtn 4,32-34.39-40; Ps 33; Röm 8,14-17; Mt 28,16-20

Tauft die Völker „auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Mt 28,18).

Liebe Schwestern und Brüder,
    
    Voller Dankbarkeit feiern wir das Hochfest der Allerheiligsten Dreifaltigkeit von Vater und Sohn und Heiligem Geist. Die Kirche lädt uns an diesem Sonntag ein, gemeinsam den dreieinen Gott zu preisen. Während des liturgischen Jahres denken wir oft über das Leben und Werk jeder der Person der Dreifaltigkeit nach, so über die Offenbarung des Vaters, das Leben Jesu Christi, über die Gegenwart des Heiligen Geistes im Leben der Kirche. An diesem Sonntag wollen wir unseren Blick auf das Geheimnis Gottes in seiner Fülle lenken, um sodann über dessen Einfluss in unserem Glaubensleben nachzudenken. Dies tun wir lobend und dankend, denn das ist der Größe Gottes angemessen und nimmt so vom eben verkündeten Wort Gottes den Schrecken. Mit der Gnade des Heiligen Geistes danken wir daher Gott in den drei Personen, doch eins im Wesen und derselben Herrlichkeit.

1.    Ehre sei dem Vater

Die erste Lesung aus dem Buch Deuteronomium stellt Gottvater und sein Schöpfungswerk, sowie die Erwählung und Befreiung seines Volkes vor. Gott ist nicht nur der Schöpfer, sondern jener, der ein Volk erwählt und Israel zu seinem Eigentum unter allen anderen Völkern bestimmt hat. Diese Wahrheit hat Mose dem Volk so erklärt: „Denn forsche doch einmal in früheren Zeiten nach, die vor dir gewesen sind, seit dem Tag, als Gott den Menschen auf der Erde erschuf; forsche nach vom einen Ende des Himmels bis zum andern Ende: Hat sich je etwas so Großes ereignet wie dieses und hat man je solches gehört?“ (Dtn 4,32). Die Schöpfung der Welt, die ihren Höhepunkt in der Schaffung des Menschen gefunden hat, in Adam und Eva (vgl. Gen 1,26; 2,18-25), ist ein wunderbares Werk. Diesem vergleichbar ist die Erwählung des kleinen Volkes aus allen anderen Völkern, von denen einige zahlreicher und bedeutender waren, und das zunächst aus der Knechtschaft Ägyptens befreit und zum gelobten Land geführt werden musste: „Weil er deine Väter lieb gewonnen hatte, hat er alle Nachkommen eines jeden von ihnen erwählt und dich dann in eigener Person durch seine große Kraft aus Ägypten geführt, um bei deinem Angriff Völker auszurotten, die größer und mächtiger sind als du, um dich in ihr Land zu führen und es dir als Erbbesitz zu geben, wie es jetzt geschieht“ (Dtn 4,37-38). Es handelt sich um den einen und mächtigen Gott, der nicht nur im Himmel thront, sondern auch auf der Erde gegenwärtig ist und nahe seinem Volk. „Heute sollst du erkennen und zuinnerst begreifen: Der HERR ist der Gott im Himmel droben und auf der Erde unten, keiner sonst“ (Dtn 4,39). Er wollte mit Israel einen Bund schließen, auf den es stolz und dem es treu sein soll: „Daher sollst du seine Gesetze und seine Gebote, auf die ich dich heute verpflichte, bewahren, damit es dir und später deinen Nachkommen gut geht und du lange lebst in dem Land, das der HERR, dein Gott, dir gibt für alle Zeit“ (Dtn 4,40). Moses spricht von den Zehn Geboten (vgl. Ex 20,2-17; Dtn 5,6-21). Sie haben universale Bedeutung und wurden nicht zuletzt vom Herrn Jesus bestätigt.


2.    Ehre sei dem Sohn

Der Herr Jesus hat uns das Geheimnis Gottes bekannt gemacht, das von jeher verborgen war (vgl. Eph 3,9), doch in der Fülle der Zeit offenbart worden ist (vgl. Gal 4,4). Er gab sich als Sohn zu erkennen und hat uns daher offenbart, dass Gott sein Vater ist. Darüber hinaus hat er nicht nur vom Heiligen Geist gesprochen, sondern diesen an Pfingsten seinen Jüngern gesandt. Der Herr hat außerdem die Beziehung zwischen Vater und Sohn, wie auch die der beiden und dem Heiligen Geist dargelegt. Der Heilige Geist geht aus dem Vater hervor, doch gibt er Zeugnis für den Sohn. „Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen“ (Joh 15,26). Es handelt sich um den Geist der Wahrheit, der die Wahrheit über Jesus Christus und allgemein über Gott enthüllt: „Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in der ganzen Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird reden, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird. Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden“ (Joh 16,13-14).

    Während seines irdischen Lebens hat Jesus fortwährend von Gottvater gesprochen. So hat er gesagt: „Ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat“ (Joh 6,38). Jesus hat erklärt, worin der Wille seines Vaters besteht: „Das aber ist der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich keinen von denen, die er mir gegeben hat, zugrunde gehen lasse, sondern dass ich sie auferwecke am Jüngsten Tag“ (Joh 6,39). Die Sendung des Sohnes ist daher das österliche Geheimnis, die Erlösung der Welt, die Liebe bis zum Ende (vgl. Joh 13,1). In Ihm sind seine eigenen Worte verwirklicht: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt“ (Joh 15,13). Wir alle sind seine Freunde, wenn wir tun, was er uns aufträgt (vgl. Joh 15,14). Und Jesus gebietet, an Ihn zu glauben und den Willen seines und unseres Vaters zu tun: „Denn das ist der Wille meines Vaters, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, das ewige Leben hat und dass ich ihn auferwecke am Jüngsten Tag“ (Joh 6,40).

    Es überrascht daher nicht, dass der Heilige Matthäus am Ende seines Evangeliums die Heilsworte des verherrlichten Jesus Christus wiedergibt. Er hat das Werk der Erlösung der Menschen vollendet und sie von der Macht der Sünde und des Todes befreit. Vor der Himmelfahrt und nachdem er festgestellt hat: „Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde“ (Mt 28,18) sendet er seine Jünger aus: „Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe“ (Mt 28,19-20). Weil er um die Schwachheit seiner Jünger weiß, hat der auferstandene Herr verheißen, bei ihnen und in seiner Kirche zu sein bis zum Ende der Zeit: „Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20).

3.    Ehre sei dem Heiligen Geist

Vor der Himmelfahrt hat der Herr Jesus Christus den Seinen verheißen, den Heiligen Geist zu senden: „Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich fortgehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden“ (Joh 16,7). Die Eigenheit des Geistes ist die Heiligung. Jesus Christus hat für uns zu Gott, seinem Vater gebetet: „Heilige sie in der Wahrheit. Dein Wort ist Wahrheit“ (Joh 17,17). Die Jünger Jesu, die Christen, sind geheiligt in der Annahme des Wortes Gottes und durch den Empfang des Heiligen Geistes, der ja „der Geist der Wahrheit“ ist (Joh 14,26). Ohne die Gabe des Heiligen Geistes können wir auch das Wort Gottes in seinen verschiedenen Wendungen vor allem in der Heiligen Schrift nicht gut verstehen. Durch die Gnade des Heiligen Geistes sind die Christen Kinder Gottes geworden. Der Heilige Paulus stellt klar: „Denn die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Kinder Gottes“ (Röm 8,14). Und so ist nur Jesus Christus der Eingeborene Sohn des Vaters. Wir aber sind die angenommenen Kinder, durch die Gnade des Heiligen Geistes Söhne und Töchter im Sohn. Dabei handelt es sich um eine große Würde, denn wir haben „nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, sodass ihr immer noch Furcht haben müsstet, sondern ihr habt den Geist der Kindschaft empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater!“ (Röm 8,15. Der Heilige Geist offenbart uns die Größe unserer christlichen Berufung, die innig mit Jesus Christus und seinem österlichen Geheimnis verbunden ist: „Der Geist selber bezeugt unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind. Sind wir aber Kinder, dann auch Erben; Erben Gottes und Miterben Christi, wenn wir mit ihm leiden, um mit ihm auch verherrlicht zu werden“ (Röm 8,16-17). Nach dem Gebot des auferstandenen Herrn sind wir alle gerufen, diese Gute Nachricht jedem Menschen guten Willens auf dieser Erde zu verkünden und ihnen die Taufe nahezulegen „auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Mt 28,18). Das ist die Taufformel, die einzige im Neuen Testament, in der alle drei Personen der Allerheiligsten Dreifaltigkeit aufgeführt sind.

    Liebe Brüder und Schwestern, alle Heiligen haben danach getrachtet, dass ihr Leben ein immerwährendes Lob des dreieinen Gottes sei. Diese Gnade hat in besonderer Weise die selige Jungfrau Maria gelebt, so dass die Allerheiligste Dreifaltigkeit sie zur Königin des Himmels und der Erde gekrönt hat. Vereinen wir uns also mit ihrem und aller Heiligen Lobpreis durch alle Zeiten und rufen voller Dankbarkeit und Freude: Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Archivfoto Nuntius Eterović (c) Apostolische Nuntiaturo Berlin

 


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