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Vertrauliche Vorlagen des vatikanischen Konsistoriums sind aufgetaucht

15. Jänner 2026 in Weltkirche, 30 Lesermeinungen
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Präfekt des Glaubensdikasteriums, Fernández: "Wir müssen den Inhalt unserer Predigten und Interventionen regelmäßig überprüfen", um nicht "immer wieder über dieselben Fragen der Lehre [Doktrin], der Moral, der Bioethik und der Politik zu sprechen".


Rom (kath.net/KAP) Aus den jüngsten Beratungen des Kardinalskollegiums mit dem Papst sind in Medien wichtige Textvorlagen im Wortlaut veröffentlicht worden. Als eine der ersten hatte die Tageszeitung "il Giornale" ausführlich über die Debattenvorlage zum Thema Liturgie informiert. Später brachte der Blog "Missa in latino" (Messe auf Latein) am Dienstag drei der vier Texte im Wortlaut, die beim Auftakt des Treffens zur Abstimmung über die Tagesordnung vorgelegt worden waren.

Im Einzelnen handelt es sich um den Einführungsvortrag des vatikanischen Liturgie-Präfekten, Kardinal Arthur Roche, zum Thema Liturgiereform und um den Text des Glaubenspräfekten Victor Fernandez zur programmatischen Schrift "Evangelii gaudium". Ferner um die Einführung von Kardinal Fabio Baggio über die neue Verfassung der Römischen Kurie.

Der vierte Vortrag, in dem Kardinal Mario Grech über das Thema "Synode und Synodalität" sprach, fehlt bislang. Zu diesem Punkt wurden jedoch in anderen Medien kritische Reaktionen einzelner Kardinäle bekannt. Insbesondere hat Kardinal Joseph Zen aus Hongkong in einem Redebeitrag beklagt, dass die Anwendung von "Synodalität" unter Papst Franziskus ausgeufert sei, ohne klar die Entscheidungs-Kompetenzen von Bischöfen und anderen abzugrenzen, siehe kath.net hat berichtet (Link)..

In dem nun im Wortlaut vorliegenden Vortrag zur Liturgie erinnerte der zuständige Kardinal Roche daran, dass die Liturgie der katholischen Kirche im Laufe der Jahrhunderte immer wieder reformiert worden sei. Er verteidigte den Beschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils zur Liturgie und die nach dem Konzil realisierte Liturgiereform. Zugleich erkannte er an, dass es bei deren Umsetzung Probleme gab und gibt, führte diese allerdings nur auf "Mängel in der Priesterausbildung" zurück.


Roche verteidigte ferner die Entscheidungen von Papst Franziskus zum Zurückdrängen der alten Form der lateinischen Messe und sagte: "Die Einheit der Kirche wird nicht erreicht, indem man die Spaltung einfriert." Die Toleranz der Päpste seit Johannes Paul II. für den Gebrauch älterer Messbücher sei lediglich ein Zugeständnis an eine Minderheit gewesen und nicht in der Absicht erfolgt, die Ausbreitung der alten Messformulare zu propagieren.

Franziskus-Thesen unverändert aktuell

Auch der Text von Kardinal Fernandez zu Evangelii gaudium enthält spannende Passagen. So erklärt der einstige theologische Intimus von Papst Franziskus (2013-2025), dass der jetzige Papst Leo "uns anzeigt, dass es sicherlich Änderungen im Vergleich zum Vorgängerpontifikat geben kann, aber dass die Herausforderung, die von Evangelii gaudium vorgebracht wurde, nicht begraben werden kann".

Vor allem zwei Thesen der päpstlichen Programmschrift von 2013 erklärte Fernandez in seinem Vortrag für unverändert aktuell: Zum einen, dass die Kirche offen dafür bleiben müsse, ihre "Praktiken, Stile und Organisationen zu reformieren", damit sie auch künftig dem Auftrag der Verkündigung entsprechen. Eng damit zusammen hängt die zweite Forderung, dass die Kirche die Inhalte ihrer Predigten und Stellungnahmen immer wieder dahingehend überprüfen müsse, ob sie den Kern der christlichen Botschaft treffen.

"Doppelter Dienst" der Kurie

Auch das von Kardinal Baggio vorgetragene Papier über das Zusammenspiel von Römischer Kurie und Weltkirche enthält interessante Punkte. Er betont in einem Atemzug die völlige Abhängigkeit der Zentralverwaltung der katholischen Weltkirche vom Papst und gleichzeitig deren Daseinszweck, den einzelnen Bischöfen und dem Bischofskollegium in seiner Gesamtheit zu dienen. Diesen "doppelten Dienst" fordere die von Franziskus in Kraft gesetzte neue Kurienverfassung ein.

Dass es zwischen beiden Dienst-Perspektiven mitunter Spannungen gibt, deutet das Papier nur indirekt an. Zugleich macht es sich unter Verwendung früherer Franziskus-Zitate dafür stark, noch stärker in Richtung Dezentralisierung zu gehen und den Bischöfen vor Ort viele Entscheidungen zu überlassen. Und da, wo die Zentrale in Rom in Prozesse eingebunden sei, sollten diese "synodal" fallen - also nicht per Anordnung von oben, sondern in einem gemeinsamen Prozess des "Zuhörens und Unterscheidens".

Copyright 2026 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ergänzung (kath.net): Der Blog "Rorate Caeli" schildert wörtlich: "Fernández, einer der engsten Vertrauten von Papst Franziskus, schrieb (und verlas im Saal): ‚Es mag im Vergleich zum vorherigen Pontifikat sicherlich Veränderungen geben, aber die Herausforderung durch Evangelii Gaudium darf nicht unter den Teppich gekehrt werden.‘ Der Präfekt des ehemaligen Heiligen Offiziums appelliert an die Gläubigen, das erste Apostolische Schreiben neu zu lesen, demzufolge die Verkündigung nicht „eine obsessive Verkündigung aller Lehren und Normen der Kirche“ sei. Laut dem argentinischen Präfekten erfordere Evangelisierung ‚Kreativität‘. Die Reflexion über das Evangelium umfasse ‚zwei konkrete Forderungen‘: ‚Wir müssen offen für die Reform unserer Praktiken, Stile und Organisationen bleiben, im Bewusstsein, dass unsere bewährten Muster oft die besten sind‘, und ‚Wir müssen den Inhalt unserer Predigten und Interventionen regelmäßig überprüfen‘, um nicht ‚immer wieder über dieselben Fragen der Lehre [Doktrin], der Moral, der Bioethik und der Politik zu sprechen‘."


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