Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nicht mehr ernst zu nehmen
  2. Der Vatikan ringt um die Definition der "Umweltsünde"
  3. Bischof Timmerevers legt sein Amt als Bischof von Dresden-Meißen nieder
  4. Die umstrittene Synodalkonferenz der Kirche in Deutschland wurde leise abgesagt
  5. 'Ruft AfD-Wähler auf, sich die Kirchensteuer zu sparen'
  6. Matthäi am Letzten will Bischof Feige nicht mehr
  7. „Synodalität wird den Katholizismus zerstören“
  8. Regierung von Pennsylvania will Begriffe ‚Mutter‘ und ‚schwangere Frau‘ streichen
  9. Die Vision der Hölle und warum wir dringend die Göttliche Barmherzigkeit anrufen sollten
  10. Die konzilswidrige deutsche Synodalkonferenz
  11. Wenn die Erinnerung bleibt, aber der Glaube schwindet
  12. Musikvideo zeigt Frau bei ‚Abtreibungsritual‘ auf der Toilette
  13. Ein Mensch auf den Knien ist mächtiger als die Welt
  14. US-Diözese errichtet Pfarre, die dem Märtyrer Matthew Ayariga geweiht ist
  15. Ständige Anbetung in Mainz unter Druck

Kirchenhistoriker zu Leichenfunden: Ganz Kanada verantwortlich

15. Juli 2021 in Chronik, 14 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Klieber in Kirchenzeitungs-Interview zu "Tragödie" rund um Umerziehung indigener Kinder: Kirchen haben sich für Ziel des Staates zur Verfügung gestellt


Salzburg (kath.net/KAP) Es wäre überzogen, würde die katholische Kirche die gesamte Schuld für die für viele indigene Kinder tödliche Umerziehung in kirchlich geführten kanadischen "Indian Residential Schools" übernehmen. Das hat der Wiener Kirchenhistoriker Rupert Klieber zur "Tragödie" angemerkt, dass vor einigen Wochen 215 im Garten eines katholischen Internats in Kanada vergrabene Kinderleichen gefunden wurden und dies "ein dunkles Kapitel Missionsgeschichte" aufschlug, wie es in einem aktuellen Interview der Kooperationsredaktion österreichischer Kirchenzeitungen heißt. "Die gesamte kanadische Gesellschaft, zumindest ihre tonangebenden Kreise - und die waren bei weitem nicht alle katholisch -," habe eine Umerziehung gewollt, so Klieber. "Insofern müssen sie insgesamt dafür geradestehen."


Der Kirchenhistoriker äußerte sich auch zurückhaltend zur Aufforderung des kanadischen Premierministers Justin Trudeau an den Papst, sich für die furchtbaren Umstände in den katholischen Internaten zu entschuldigen. Franziskus sei gerade erst damit konfrontiert worden. "Man muss auch aufpassen, dass es nicht als Übernahme der gesamten Schuld interpretiert wird. Es war ein Problem der gesamten Gesellschaft." Gleiches sollte für finanzielle Wiedergutmachung gelten. Ob sich Papst Franziskus tatsächlich entschuldigen wird, wisse er nicht, so der Theologe, "aber ich denke schon".

Klieber ortet in Kanada eine ähnliche Problematik wie in den irischen Heimen für "sittlich verwahrloste Mädchen": "Die Schwestern waren überfordert, hatten keine ernstzunehmende pädagogische oder psychologische Ausbildung, sie wurden angelernt, wie man straft."

"Nicht das Kind mit dem Bad ausschütten"

Man solle zu den Fehlern der Vergangenheit stehen, befand Klieber, "nur das Kind nicht mit dem Bad ausschütten": Kirchliche Schulen hätten weltweit ganzen Generationen von Jugendlichen Lebenschancen geboten, die sie sonst nicht gehabt hätten. In Kanada sei dies nicht geglückt. Besser als die meist zwangsweise Unterbringung für Sechs- und Siebenjährige in Umerziehungs-Internaten wäre aus der Sicht des Kirchenhistorikers der Aufbau eines Volksschulwesens in den Gebieten der Indigenen gewesen. Das hätte dann eher den Effekt gehabt, den man eigentlich anstreben wollte: "Nämlich, die Kinder schrittweise an die Erfordernisse der Moderne heranzuführen, ohne sie völlig zu entwurzeln."

Die grundlegende christliche Überzeugung, dass alle Menschen gleichwertig sind, sei in Kanada und anderen Gesellschaften immer wieder zurückgereiht worden, bedauerte Klieber. "Dem standen kulturelle und wirtschaftliche Interessen gegenüber."


Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  3. „Fest in der Realität verankert, immun gegen Illusionen, ohne uns von Angst überwältigen zu lassen“
  4. Ständige Anbetung in Mainz unter Druck
  5. Wenn die Erinnerung bleibt, aber der Glaube schwindet
  6. Polnische Bischofskonferenz: „Leihmutterschaft ist eine in sich falsche Handlung“
  7. Jerusalemer Patriarch will zwischen Putin und Selenskyj vermitteln
  8. Russland: Autobiografie von Papst Franziskus zensiert
  9. Vatikan-Außenminister zieht positive Bilanz seiner Moskau-Reise
  10. Matthäi am Letzten will Bischof Feige nicht mehr
  11. Matthäi am Letzten will Bischof Feige nicht mehr
  12. Die umstrittene Synodalkonferenz der Kirche in Deutschland wurde leise abgesagt
  13. Polen - Erzbischof Galbas: „Es gehört auch zum Auftrag der Kirche zu sagen: ‚Du darfst nicht‘“
  14. Die Freiheit der Liebe und die Einheit im Gebet
  15. Jüngerschaft in Wien und darüber hinaus

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz