Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  2. Rechtsanwalt Steinhöfel: Maduro war ohne legales Amt, hatte keine völkerrechtliche Immunität mehr
  3. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  4. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  5. THESE: "Die Theologie der letzten Jahrzehnte hat versagt!"
  6. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  7. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  8. „Nicht nur Israels Kampf… es ist der Kampf unserer gemeinsamen jüdisch-christlichen Zivilisation“
  9. 2025 wurden 46 römisch-katholische Kirchen und Kapellen in Deutschland profaniert
  10. Direkt nach dem Jahreswechsel brannte die Amsterdamer Vondelkirche lichterloh
  11. Der Stern stört Jerusalem. Epiphanie und die Ruhe der Gewöhnten
  12. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  13. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  14. Eine Nonne, die Vampirbücher schreibt
  15. Bischöfliche Spökenkiekerei zum Jahreswechsel

„Papst sollte nunmehr schleunigst auch klare Leitlinien für die Feiern des Novus Ordo herausgeben“

27. Juli 2021 in Kommentar, 33 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Dann freue ich mich auf einen geheilten und geheiligten, ordentlichen Ritus und brauche die außerordentliche Form auch nicht.“ Ein Kommentar von Christof T. Zeller-Zellenberg


Wien-Linz (kath.net/czz) Vergangenen Sonntag sind wir, dem Hinweis von Papst Franziskus in „Traditionis custodes“ folgend, wieder einmal in die Sonntagsmesse im außerordentlichen Ritus gegangen. Es war eine normale Pfarrkirche und keine besondere, diesem Ritus verpflichtete Pfarre. Tatsächlich ist die neue Vorgabe des Papstes, diesen Ritus weitgehend zu verdrängen, nicht verständlich und entspricht auch nicht der Tradition der Kirche. Papst Benedikt XVI hat versucht, mit Summorum Pontificum, den Reichtum der Liturgie innerhalb der Kirche zu fördern und gehofft, dass es dadurch zu einer Heilung der Missbräuche in der neuen Liturgie kommt und sich der ordentliche und der außerordentliche Ritus gegenseitig befruchten. Das wäre auch ein Schritt hin auf die Orthodoxie gewesen. Außerdem sollte es eine weit ausgestreckte Hand zu den schismatischen Gruppen sein, die den alten Ritus als wichtigen Grund anführen, um nicht zur Einheit mit der Mutterkirche, unter dem Papst, zurückzukehren. Dieses Ziel wurde nicht erreicht und die Hand wurde ausgeschlagen.


Und auch wenn ich Gefahr laufe, einige Freunde zu verärgern, muss ich doch sagen, dass ich heute wieder einmal gemerkt habe, dass ich mit dem außerordentlichen Ritus selber nichts anfangen kann. Ich fühle mich dort wie ein Fremder, der einem Schauspiel beiwohnt, dem er aber nicht zugehört. Als Christus selber das Abendmahl gefeiert hat, saß er in Mitten seiner Apostel, hat mit ihnen gesprochen, sie ganz nahe an sich herangeführt, interagiert und nicht entfernt einige unverständliche Worte gemurmelt, leise ein Mysterium vollzogen und den Jüngern danach erklärt, sie wüssten doch eh, um was es ging und könnten ja außerdem den Ablauf alleine im Messbuch verfolgen... Außerdem werde ich den Eindruck nicht los, dass sich überall dort, wo dieser Ritus zelebriert wird, eine Anlaufstelle für vermehrt seltsame Gestalten herausbildet – nicht alle Teilnehmer, vielleicht nicht einmal die Mehrheit aber doch über das normale Maß hinaus – wieso kann ich nicht sagen sondern nur bemerken.

Ja ich bin gegen die neuen päpstlichen Einschränkungen, denn alles, was in die Katakomben verdrängt wird, erhöht für manche nur den Anreiz. Ja die guten Intentionen von Papst Benedikt XVI wurden damit konterkariert. Und ja das Dokument ist widersprüchlich (legt einerseits die Entscheidung in die Hand der lokalen Bischöfe aber lässt sie dann doch nicht frei entscheiden sondern verbietet Pfarrkirchen und fordert die Mitentscheidung von Rom, sobald ein Priester ansucht, den außerordentlichen Ritus zu feiern). Und zuletzt beschränkt das Dokument auch die fundamentale Freiheit der Gläubigen.

Richtig ist aber auch, dass es bereits in der Vergangenheit einen Wildwuchs an liturgischen Sonderformen gegeben hat und gerade deshalb auch klare Leitlinien notwendig wurden – die Kompetenz die Liturgie einheitlich vorzugeben liegt nun einmal beim Papst, sei es Pius V, Pius XII, Paul VI oder Franziskus... der nächste Papst kann es neu entscheiden. Es entstehen hier nunmehr unnötige Fehden und Spannungen und statt Brücken zu bauen, wurde solche abgerissen.

Aber richtig ist auch, dass der außerordentliche Ritus keineswegs das Allheilmittel ist, als das ihn manche sehen und auch nicht für alle ansprechend und auch sicher weiter von der ursprünglichen Handlung Christi entfernt ist, als der neue Ritus.

In Summe bleibt also eine fruchtlose Diskussion, ein unnötiges Spannungsfeld und ein vermeidbares, neues Konfliktpotential.

Papst sollte nunmehr hoffentlich schleunigst auch klare Leitlinien für die Feiern des Novus Ordo herausgeben oder zumindest die bestehenden massiv in Erinnerung rufen. Dann freue ich mich auf einen geheilten und geheiligten, ordentlichen Ritus und brauche die außerordentliche Form auch nicht, bei der ich mich nie zu Hause gefühlt habe.

Foto: Symbolbild

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre HILFE!
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  4. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  5. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  6. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  7. Überlebende der Brandkatastrophe in Crans-Montana: „Möchte Gott danken, dass er mich gerettet hat“
  8. "Beten wir gemeinsam für die kommende Welle!"
  9. Eine Nonne, die Vampirbücher schreibt
  10. Ein Frühstück für den Verleugner
  11. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  12. „Wenn wir mit Papst Benedikt XVI. diesen tiefen Ernst unserer Taufe realisieren…“
  13. THESE: "Die Theologie der letzten Jahrzehnte hat versagt!"
  14. Warum zwei Kardinäle aus Afrika erst jetzt 80 Jahre alt werden
  15. „Ich fragte mich: Welche Drogen hat er jetzt genommen?“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz