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Junge Katholiken suchen in der Kirche lehramtliche Klarheit und nicht Anpassungsfähigkeit

10. März 2026 in Weltkirche, 5 Lesermeinungen
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Katechese und Glaubensbildung müssten ins Zentrum der Kirche in Irland gerückt werden, nicht Beliebigkeit oder reine Prozessorientierung, sagte Niall Coll, Bischof von Raphoe.


Kimmage (kath.net/jg)
„Die nächste Generation der Katholiken sucht keine endlosen Diskussionen oder progressiven Experimente – sie sucht nach der Wahrheit.“ Davon ist Niall Coll, Bischof von Raphoe (Irland) überzeugt, berichtet The Irish Catholic. 

Junge Katholiken, insbesondere die „I-Gen“ (ab 1995 Geborene) und Gen-Z seien in einer post-christlichen, digitalen und moralisch fragmentierten Kultur aufgewachsen und hätten keine Erinnerungen an das „katholische Irland“, sagte Bischof Coll bei der Präsentation des Buches „Transformative Renewal in the Catholic Church“ von P. John O’Brien CSSP vor etwa 100 Personen in Kimmage (Irland). Sie seien deshalb auf der Suche nach Klarheit, Kohärenz und Tradition. „Viele von ihnen sind von der doktrinellen Festigkeit angezogen, von der sakramentalen Tiefe und der Kontinuität mit der Tradition“, sagte der Bischof wörtlich. „Für sie liegt die Kirche in einer Wahrheit, die in ihrer Gesamtheit verständlich und anspruchsvoll ist – nicht in Anpassungsfähigkeit.“ 


Synodale Gespräche seien oft auf Strukturen und Prozesse fokussiert seien. Junge Katholiken würden viel grundlegendere Fragen nach dem Glauben der Kirche stellen. Sie seien in einer Welt aufgewachsen, die viele Wahlmöglichkeiten biete, von einem Überangebot an Informationen und moralischer Unklarheit geprägt sei. Sie seien deshalb weniger an Diskussionen interessiert als an Formation, die Überzeugung und Vertrauen schaffe. 

Die Katholiken, denen er begegne, würden nicht für die progressive Agenda brennen, stellte Bischof Coll fest. Eine Synodalität, die sich von der Heiligen Schrift und der Lehre entferne, laufe Gefahr in eine richtungslose Debatte abzugleiten. 

Ein wesentlicher Faktor für die derzeitige Situation der Kirche sei die schwache Katechese, sagte Bischof Coll. Junge Katholiken würden dem Glauben im Internet begegnen, wo er oft fragmentiert und unausgewogen vorgestellt werde. Es fehle die strukturierte Vermittlung in Pfarrei oder Schule. 

„Eine synodale Kirche braucht nicht nur Teilnahme, sondern Verstehen; nicht nur Stimme, sondern Formation“, unterstrich Coll. „Das Volk Gottes kann nicht gemeinsam unterscheiden, wenn es nicht artikulieren kann, was es glaubt und warum.“ Die Kirche in Irland bereitet sich derzeit auf eine Synode vor, die im Oktober stattfinden wird und in welcher über Synodalität und Reformen diskutiert werden soll.

Das vorgestellte Buch von Pater O’Brien bietet nach Ansicht des Bischofs einen hilfreichen Rahmen, um mit Spannungen umzugehen. Es gehe darum, Zuhören und Lehren, Unterscheidung und Autorität miteinander zu verbinden. Die Sehnsucht junger Katholiken nach Kohärenz und Tradition dürfe nicht als Problem verwaltet, sondern müsse als Geschenk für die Kirche begriffen werden, betonte er.

Bischof Coll dämpfte zugleich Erwartungen auf schnelle Lösungen: „Erneuerung wird langsam und manchmal uneinheitlich verlaufen. Sie erfordert anhaltende theologische Klarheit und geistliche Tiefe“, sagte er wörtlich.

Zum Abschluss lobte er das Werk als „willkommene, hoffnungsvolle und realistische Vision“, die über den institutionellen Zusammenbruch hinausweise – nicht nur für die Kirche in Irland, sondern auch in Großbritannien. Entscheidend sei, dass die Kirche künftig zugleich synodal und kohärent wird, „eine Kirche, die tief zuhört, klar lehrt, bewusst formt und in einer verwundeten Welt ein warmherziges Zeugnis gibt.“

Die Zukunft des irischen Katholizismus hängt nach Ansicht von Bischof Coll maßgeblich davon ab, ob es gelingt, die theologischen Instinkte der jungen Generation ernst zu nehmen und Katechese sowie Glaubensbildung wieder ins Zentrum zu rücken – statt sie der Beliebigkeit oder einer reinen Prozessorientierung zu opfern.

 


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