Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Leo XIV. über Piusbruderschaft: „Wenn sie sich dafür entscheiden, bedauere ich das. Aber…“
  2. Netzwerk „TradRecovery“ hilft Aussteigern aus radikalem Traditionalismus
  3. Theologische Widersprüche in "Magnifica humanitas"
  4. "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"
  5. „Alles, was auch nur entfernt katholisch aussieht, zu hinterfragen, davor zu warnen“
  6. Vom „Seelenamt“ zum „Auferstehungsamt“
  7. „NMECHA hat mehr für den christlichen glauben getan als die letzten kirchentage der @EKD“
  8. Linksfeministinnen haben einst katholischen Verband übernommen
  9. Moskauer Patriarch Kyrill könnte auf EU-Sanktionsliste kommen
  10. Erzbischof von Mailand feiert Messe für LGBT-Gruppe am Fest des Heiligsten Herzens Jesu
  11. „Der Postillon“: „Keine Baugenehmigung auffindbar: Amt ordnet Abriss von Kölner Dom an“
  12. Verbrechen gegen Menschlichkeit und gegen das Christentum durch Russland!
  13. Bayerischer Rundfunk bezeichnet muslimische Kleidung für Frauen als ‚Modest Fashion‘
  14. Elon Musk kündigt rechtliche Schritte gegen das ZDF an
  15. ‚Das Christentum ist in Deutschland inzwischen fast so bedroht wie das Auerhuhn‘

Junge Katholiken suchen in der Kirche lehramtliche Klarheit und nicht Anpassungsfähigkeit

10. März 2026 in Weltkirche, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Katechese und Glaubensbildung müssten ins Zentrum der Kirche in Irland gerückt werden, nicht Beliebigkeit oder reine Prozessorientierung, sagte Niall Coll, Bischof von Raphoe.


Kimmage (kath.net/jg)
„Die nächste Generation der Katholiken sucht keine endlosen Diskussionen oder progressiven Experimente – sie sucht nach der Wahrheit.“ Davon ist Niall Coll, Bischof von Raphoe (Irland) überzeugt, berichtet The Irish Catholic

Junge Katholiken, insbesondere die „I-Gen“ (ab 1995 Geborene) und Gen-Z seien in einer post-christlichen, digitalen und moralisch fragmentierten Kultur aufgewachsen und hätten keine Erinnerungen an das „katholische Irland“, sagte Bischof Coll bei der Präsentation des Buches „Transformative Renewal in the Catholic Church“ von P. John O’Brien CSSP vor etwa 100 Personen in Kimmage (Irland). Sie seien deshalb auf der Suche nach Klarheit, Kohärenz und Tradition. „Viele von ihnen sind von der doktrinellen Festigkeit angezogen, von der sakramentalen Tiefe und der Kontinuität mit der Tradition“, sagte der Bischof wörtlich. „Für sie liegt die Kirche in einer Wahrheit, die in ihrer Gesamtheit verständlich und anspruchsvoll ist – nicht in Anpassungsfähigkeit.“ 


Synodale Gespräche seien oft auf Strukturen und Prozesse fokussiert seien. Junge Katholiken würden viel grundlegendere Fragen nach dem Glauben der Kirche stellen. Sie seien in einer Welt aufgewachsen, die viele Wahlmöglichkeiten biete, von einem Überangebot an Informationen und moralischer Unklarheit geprägt sei. Sie seien deshalb weniger an Diskussionen interessiert als an Formation, die Überzeugung und Vertrauen schaffe. 

Die Katholiken, denen er begegne, würden nicht für die progressive Agenda brennen, stellte Bischof Coll fest. Eine Synodalität, die sich von der Heiligen Schrift und der Lehre entferne, laufe Gefahr in eine richtungslose Debatte abzugleiten. 

Ein wesentlicher Faktor für die derzeitige Situation der Kirche sei die schwache Katechese, sagte Bischof Coll. Junge Katholiken würden dem Glauben im Internet begegnen, wo er oft fragmentiert und unausgewogen vorgestellt werde. Es fehle die strukturierte Vermittlung in Pfarrei oder Schule. 

„Eine synodale Kirche braucht nicht nur Teilnahme, sondern Verstehen; nicht nur Stimme, sondern Formation“, unterstrich Coll. „Das Volk Gottes kann nicht gemeinsam unterscheiden, wenn es nicht artikulieren kann, was es glaubt und warum.“ Die Kirche in Irland bereitet sich derzeit auf eine Synode vor, die im Oktober stattfinden wird und in welcher über Synodalität und Reformen diskutiert werden soll.

Das vorgestellte Buch von Pater O’Brien bietet nach Ansicht des Bischofs einen hilfreichen Rahmen, um mit Spannungen umzugehen. Es gehe darum, Zuhören und Lehren, Unterscheidung und Autorität miteinander zu verbinden. Die Sehnsucht junger Katholiken nach Kohärenz und Tradition dürfe nicht als Problem verwaltet, sondern müsse als Geschenk für die Kirche begriffen werden, betonte er.

Bischof Coll dämpfte zugleich Erwartungen auf schnelle Lösungen: „Erneuerung wird langsam und manchmal uneinheitlich verlaufen. Sie erfordert anhaltende theologische Klarheit und geistliche Tiefe“, sagte er wörtlich.

Zum Abschluss lobte er das Werk als „willkommene, hoffnungsvolle und realistische Vision“, die über den institutionellen Zusammenbruch hinausweise – nicht nur für die Kirche in Irland, sondern auch in Großbritannien. Entscheidend sei, dass die Kirche künftig zugleich synodal und kohärent wird, „eine Kirche, die tief zuhört, klar lehrt, bewusst formt und in einer verwundeten Welt ein warmherziges Zeugnis gibt.“

Die Zukunft des irischen Katholizismus hängt nach Ansicht von Bischof Coll maßgeblich davon ab, ob es gelingt, die theologischen Instinkte der jungen Generation ernst zu nehmen und Katechese sowie Glaubensbildung wieder ins Zentrum zu rücken – statt sie der Beliebigkeit oder einer reinen Prozessorientierung zu opfern.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Irland

  1. „Möge die Hand Gottes uns schützen“
  2. Trendwende in Irland? Beginnt eine Rückkehr zum Glauben?
  3. „Catholic Herald“: „Irlands schwindende Familien“
  4. Irische Ärzte, die Abtreibungen durchführen, erhalten dafür im Durchschnitt 21.000 Euro pro Jahr
  5. "Im Laufe der neun Monate hat Jesus Stück für Stück mein Herz verändert und geheilt!"
  6. Holy Family Mission – ein missionarisches Projekt zur Erneuerung der Kirche in Irland
  7. Irischer Priester verweigert Pro-Abtreibungspolitiker die Kommunion
  8. Der zukünftige irische Premierminister ist kein Freund der Katholiken
  9. Irland: Wähler lehnen Verfassungsänderung zu Familie und Rolle der Frau ab
  10. Umfrage in Irland: 90 % wollen, dass Frauen Information über Alternativen zur Abtreibung erhalten






Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - MONTAG ANMELDESCHLUSS!!!
  2. Leo XIV. über Piusbruderschaft: „Wenn sie sich dafür entscheiden, bedauere ich das. Aber…“
  3. "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"
  4. Netzwerk „TradRecovery“ hilft Aussteigern aus radikalem Traditionalismus
  5. Linksfeministinnen haben einst katholischen Verband übernommen
  6. „Alles, was auch nur entfernt katholisch aussieht, zu hinterfragen, davor zu warnen“
  7. ‚Das Christentum ist in Deutschland inzwischen fast so bedroht wie das Auerhuhn‘
  8. Rückflug des Papstes von Teneriffa nach Rom um mehrere Stunden verzögert
  9. Vom „Seelenamt“ zum „Auferstehungsamt“
  10. Theologische Widersprüche in "Magnifica humanitas"
  11. „NMECHA hat mehr für den christlichen glauben getan als die letzten kirchentage der @EKD“
  12. Erzbischof von Mailand feiert Messe für LGBT-Gruppe am Fest des Heiligsten Herzens Jesu
  13. Nicht spektakuläre Gesten sondern kleine Taten der Treue
  14. Elon Musk kündigt rechtliche Schritte gegen das ZDF an
  15. Kasper: Deutschsprachige Theologie ist Christologie-vergessen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz