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"ER wartet auf uns – ohne Druck"8. September 2021 in Kommentar, 3 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
"Die Größe Gottes wird letzten Endes immer siegen, doch in ihr haben unsere Unperfektheiten, unsere Gefühle, Verwirrungen und Verirrungen ihren Raum" - Die Jugendkolumne von kath.net - Von Magdalena Preineder
Wien (kath.net)
Vor kurzem erzählte mir eine liebe Freundin, dass sie sehr wütend auf Gott sei. Als ich die Gedanken hörte, die sie mit mir teilte, fühlte ich mich an jene Zeit erinnert, in der auch ich wütend auf Gott war und zugleich musste ich an eine ganze Reihe von biblischen Personen denken – Personen, in deren Reihe all jene stehen, die schon einmal mit Gott gekämpft, gehadert, oder an ihm gezweifelt haben. Personen, deren Weg mit Gott jedoch so eindrucksvoll und wichtig ist, dass wir nach über zweitausend Jahren noch immer von ihnen lesen.
Ich denke an Jakob, von dem es heißt „denn mit Gott […] hast du gestritten“ (Gen 32,29) und der daraufhin den Namen Israel (laut der Einheitsübersetzung mit der Bedeutung „Gottesstreiter“) erhält. Ich denke an das berühmte Beispiel Hiobs, der alles verliert, nach Gott Ausschau hält und ringt. Ich denke an den Propheten Jona, der so sehr mit seiner Berufung hadert, dass er versucht vor Gott zu fliehen und dann zornig auf Gott ist, da dieser seine Drohung nicht umsetzt. Ich denke an Zacharias, der an der Wahrheit der Prophezeiung über die Geburt seines Sohnes zweifelt. Ich denke an Thomas, der die Wunden Jesu sehen muss, um zu glauben. 
Sie alle haben in irgendeiner Form mit Gott gehadert oder gekämpft, sie haben mit ihrem Glauben oder ihrer Berufung gerungen, sie haben gezweifelt bis sie sahen.
Und dennoch wurde aus Jakob der Stammvater Israels. Und dennoch heißt es von Hiob, dass seine spätere Lebenszeit sogar mehr gesegnet war als seine Frühere (vgl. Hiob 42,12). Und dennoch folgte Jona seiner Berufung und lernte von Gott die Barmherzigkeit. Und dennoch sah Zacharias, dass die Verheißung wahr wurde und nannte seinen Sohn Johannes.
Und dennoch sprach Thomas „Mein Herr und mein Gott!“ (Joh 20,28)
Sie sind nur einige Beispiele von jenen Personen, deren Gefühle gegenüber Gott nicht allzeit positiv waren. Was ich mir dachte als ich mit meiner Freundin sprach, war folgendes: Gott kann mit unseren Emotionen umgehen. Auch wenn wir nicht perfekt sind, er ist es. Unsere Emotionen haben in ihm Raum. Sie dürfen sein.
Wir dürfen Gott mit all unseren Gefühlen gegenüber treten. Unsere Gefühle können Gottes Größe nicht verdrängen. Es ist vielmehr so, dass seine Größe früher oder später unsere Gefühle durchdringen wird. Sie werden von der Größe Gottes durchleuchtet werden, als wäre sie eine Röntgenstrahlung mit der man untersucht, ob etwas gut ist, oder bereinigt gehört.
Die Größe Gottes wird letzten Endes immer siegen, doch in ihr haben unsere Unperfektheiten, unsere Gefühle, Verwirrungen und Verirrungen ihren Raum. Gott schaut nicht enttäuscht auf uns, er schaut wartend auf uns. Wartend, dass wir die Stimme im Sturm erkennen, dass uns ein Rizinusstrauch lehrt, was seine Barmherzigkeit ist, dass wir bekennen. Er wartet – ohne Druck.
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Lesermeinungen| | Mariat 9. September 2021 | |  | Mit Gott "hadern" ... bedeutet doch: dass ich an IHN, Seine Gegenwart wirklich glaube!
Dies ist ein sehr positives, gläubiges Zeichen.
Es kommt vor, dass man traurig, unglücklich ist, "sich von Gott nicht ernstgenommen fühlt". Ja, man sogar der Ansicht ist, dass Gott " sehr fern ist". Oder sich für "einen, nicht interessiert". " Man IHM also EGAL ist".
Diese Aussagen kann man manchesmal hören.
Doch all dies bedeutet, dass " man an Gottes Existenz glaubt, ja, von IHM angenommen, sichtbar angenommen werden möchte.
Ich sage zu Mitmenschen, die klagen immer - und dies gilt auch für mich: Es ist gut, dass du Gott gegenüber ehrlich bist - auch wenn es Enttäuschung oder Wut ist - die über deine Lippen kommt - in deinem Herzen gerade wohnt. Denn Gott, kennt deine Gedanken sowieso.
Auch in den Psalmen geht es manchmal um Enttäuschung, Anklage - aber dann ändert sich alles.
Von daher ist es ein Sprechen mit Gott - es fehlt nur noch das Hören auf seine jeweilige Antwort, wie bei Hiob z. B. |  3
| | | | | gebsy 8. September 2021 | |  | Gott wartet und hofft, dass der Mensch erkennt, was ihm mit der Erlösung geschenkt ist.
Wir brauchen vor Gott tatsächlich keine Sünde verbergen, weil Jesus für alle Menschen aller Zeiten die Vergebung eröffnet hat.
Damit ist uns auch das Erlebnis der helfenden Liebe Gottes in der Versuchung geschenkt ... |  3
| | | | | claude 8. September 2021 | | | | Ach ja, die Gefühle.... wir leben in einer gefühlsduseligen Zeit...
freilich, Gott kann schon mit uns "umgehen" und unseren "Gefühlen", in einer Zeit, in der die Gefühle so unglaublich über den Verstand stehen.
Jeder redet sich heute auf "Gefühle" aus, also auf nichts anderes als den Wirrsinn, den das Menschengeschlecht selbst verursacht hat durch den Sündenfall. Davor gabs auch Gefühle, aber die waren geordnet. Hinterher ist es halt ein Murx.
Und nein, Gefühle sind keine absolute Richtschnur des Leben.
Warum wundert es mich nicht (als Frau), dass dieser Artikel von einer Frau geschrieben wurde... |  3
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