Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  2. Vatikan sieht Kirche vor Traditionsbruch
  3. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  4. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  5. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  6. „Die trügerische Taktik der stillen Revolution“
  7. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  8. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  9. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  10. Good news - Vatikan: Papst Leo ist krebsfrei und braucht keine weitere Therapie!
  11. „Wenn du ihn verstehst, ist es nicht Gott“
  12. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  13. Papst Leo sagt die Assisi-Reise ab!
  14. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  15. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“

"ER wartet auf uns – ohne Druck"

8. September 2021 in Kommentar, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Die Größe Gottes wird letzten Endes immer siegen, doch in ihr haben unsere Unperfektheiten, unsere Gefühle, Verwirrungen und Verirrungen ihren Raum" - Die Jugendkolumne von kath.net - Von Magdalena Preineder


Wien (kath.net)

Vor kurzem erzählte mir eine liebe Freundin, dass sie sehr wütend auf Gott sei. Als ich die Gedanken hörte, die sie mit mir teilte, fühlte ich mich an jene Zeit erinnert, in der auch ich wütend auf Gott war und zugleich musste ich an eine ganze Reihe von biblischen Personen denken – Personen, in deren Reihe all jene stehen, die schon einmal mit Gott gekämpft, gehadert, oder an ihm gezweifelt haben. Personen, deren Weg mit Gott jedoch so eindrucksvoll und wichtig ist, dass wir nach über zweitausend Jahren noch immer von ihnen lesen.

Ich denke an Jakob, von dem es heißt „denn mit Gott […] hast du gestritten“  (Gen 32,29) und der daraufhin den Namen Israel (laut der Einheitsübersetzung mit der Bedeutung „Gottesstreiter“) erhält. Ich denke an das berühmte Beispiel Hiobs, der alles verliert, nach Gott Ausschau hält und ringt. Ich denke an den Propheten Jona, der so sehr mit seiner Berufung hadert, dass er versucht vor Gott zu fliehen und dann zornig auf Gott ist, da dieser seine Drohung nicht umsetzt. Ich denke an Zacharias, der an der Wahrheit der Prophezeiung über die Geburt seines Sohnes zweifelt. Ich denke an Thomas, der die Wunden Jesu sehen muss, um zu glauben.


Sie alle haben in irgendeiner Form mit Gott gehadert oder gekämpft, sie haben mit ihrem Glauben oder ihrer Berufung gerungen, sie haben gezweifelt bis sie sahen.

Und dennoch wurde aus Jakob der Stammvater Israels. Und dennoch heißt es von Hiob, dass seine spätere Lebenszeit sogar mehr gesegnet war als seine Frühere (vgl. Hiob 42,12). Und dennoch folgte Jona seiner Berufung und lernte von Gott die Barmherzigkeit. Und dennoch sah Zacharias, dass die Verheißung wahr wurde und nannte seinen Sohn Johannes.
Und dennoch sprach Thomas „Mein Herr und mein Gott!“ (Joh 20,28)

Sie sind nur einige Beispiele von jenen Personen, deren Gefühle gegenüber Gott nicht allzeit positiv waren. Was ich mir dachte als ich mit meiner Freundin sprach, war folgendes: Gott kann mit unseren Emotionen umgehen. Auch wenn wir nicht perfekt sind, er ist es. Unsere Emotionen haben in ihm Raum. Sie dürfen sein.

Wir dürfen Gott mit all unseren Gefühlen gegenüber treten. Unsere Gefühle können Gottes Größe nicht verdrängen. Es ist vielmehr so, dass seine Größe früher oder später unsere Gefühle durchdringen wird. Sie werden von der Größe Gottes durchleuchtet werden, als wäre sie eine Röntgenstrahlung mit der man untersucht, ob etwas gut ist, oder bereinigt gehört.

Die Größe Gottes wird letzten Endes immer siegen, doch in ihr haben unsere Unperfektheiten, unsere Gefühle, Verwirrungen und Verirrungen ihren Raum. Gott schaut nicht enttäuscht auf uns, er schaut wartend auf uns. Wartend, dass wir die Stimme im Sturm erkennen, dass uns ein Rizinusstrauch lehrt, was seine Barmherzigkeit ist, dass wir bekennen. Er wartet – ohne Druck.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Gott inmitten von Töpfen und Geschirr
  2. War der katholische Soldat Gus March-Phillipps (+1942) ein Vorbild für die Filmfigur James Bond?
  3. „Lourdes ganz nah: Komm und begegne der heiligen Bernadette“
  4. Papst beruft Wiener Uni-Professor Tück in die Internationale Theologenkommission
  5. Papst sprach auch mit Selenskyj über Lage in Frontstadt Oleschky
  6. Apostolisch und nix anderes
  7. Die Bibel schweigt nicht zur Abtreibung. Es gibt die Zehn Gebote: Du sollst nicht töten!'
  8. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“
  9. "Ministrant Putins": Tück übt scharfe Kritik an Moskauer Patriarch
  10. „Mehr Katholiken in Afrika als in Europa“
  11. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  12. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  13. Genesungswünsche für Papst: "Lieber Papst Leo ..."
  14. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  15. Medjugorje-Seher: "Ich bin nur ein Werkzeug"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz