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Die (un)endliche Suche nach dem Glück

6. Oktober 2021 in Jugend, 2 Lesermeinungen
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Gott, die einzig wahre Liebe, ist da, Er war immer da und wird immer da sein! Wir sind es, die Ihn manchmal verlassen. Hoffen wir, dass wir dies nicht irgendwann endgültig tun, denn das ist die allergrößte Tragödie des Menschen. - Von Viktoria Samp


Linz (kath.net)

Wir alle haben, Pläne, Träume, Vorstellungen von einer besseren Welt, von einem besseren Morgen. Ob es um den Job und unsere Karriere geht, ein wahres eigenes Zuhause, den erträumten Ehepartner oder den langersehnten Urlaub, wir trachten sehnsüchtig nach etwas Mehr. Ich denke, dass das gut ist, denn es gibt uns Tag für Tag Kraft, uns aufzuraffen und zu wirken. Die Hoffnung auf etwas Besseres gibt uns den Lebenswillen. Manchmal machen wir die Erfahrung, dass im Moment, wenn uns alles „hoffnungslos“ erscheint, wir den „Lebenssinn“ verlieren. Wie viele Menschen haben sich zu früh mit dem Leben verabschiedet, weil sie eben keine Hoffnung mehr finden konnten?

Auch ich kann es mir kaum vorstellen, ohne Hoffnung zu leben. Und ich denke, es gibt viele Situationen, in denen man schon alle irdische Hoffnung aufgeben muss und nur noch auf Gott schaut. Wie schade, dass manchmal erst solche Erfahrungen uns wach rütteln. Manchmal leiden wir so sehr, dass wir anfangen müssen, nach etwas mehr zu suchen als das, was menschlich gesehen möglich ist. Der tragische Tod des eigenen Kindes, der Mord an Millionen unschuldigen, ungeborenen Kindern, der Schmerz beim plötzlichen Verlust eines geliebten Menschen, der physische Schmerz bei Krankheiten und Unfällen… Ich glaube, all das wäre nicht zu ertragen, wenn wir nicht tief im Herzen spüren würden, dass das nicht das Ende ist, dass es außer dieser irdischen Welt noch Etwas mehr gibt.


In diesem Sinne schaue ich dankbar auf all die schwierigen Erfahrungen in meinem Leben, die mir das erste Gebot in Erinnerung gerufen haben. Wie oft verirren wir uns auf dieser Erde und auf einmal steht nicht mehr Gott, sondern der andere Mensch, unser Job, unsere Karriere, unser Spaß an erster Stelle. Oft passiert es leider erst dann, wenn wir hier Enttäuschungen erfahren, dass wir nach Gott Ausschau halten, nach Jemanden, der uns unendlich mehr liebt als wir es uns je erhoffen und erträumen könnten. Und auf einmal entdecken wir, dass all unsere Erwartungen und Sehnsüchte nach dem Irdischen so klein und unbedeutend sind, dass uns keine Enttäuschung mehr zerbrechen kann, denn wir haben eine Konstante, einen wahrhaft treuen und ehrlich liebenden und allmächtigen Gott, für den nichts unmöglich ist! Er ist keine Fee, die all unsere Wünsche erfüllen wird, aber Er ist da und Er möchte, dass wir daran glauben und in diesem Glauben ein Glück finden, das durch keine noch so schwere Enttäuschung verloren geht.

Vielleicht ist es für mich sehr leicht gesagt, weil ich nie eine Tragödie erlebt habe und reich beschenkt worden bin. Manchmal frage ich mich, ob es überhaupt fair ist, dass andere Menschen so viel in ihrem Leben leiden, während ich jeden Tag voll Freude erleben darf? Doch dann sehe ich wieder tausende Menschen um mich herum, die genau so reich beschenkt worden sind und dennoch traurig durch den Alltag schreiten, dann wieder tausende von Menschen, die schwierige Lebensproben durchgemacht haben und vor Freude strahlen.

Ich glaube, es ist eine große Gnade, glauben zu dürfen. Und auch, wenn mein Glaube noch viel zu wünschen übrig lässt und niemals vollkommen sein wird, so bin ich dennoch unendlich dankbar dafür, diesen kleinen Glauben zu haben, der mich bisher davor bewahrt hat, der Verzweiflung zu unterliegen. Denn was auch immer geschehen wird, Gott, die einzig wahre Liebe, ist da, Er war immer da und wird immer da sein! Wir sind es, die Ihn manchmal verlassen. Hoffen wir, dass wir dies nicht irgendwann endgültig tun, denn das ist die allergrößte Tragödie des Menschen.


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