Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  3. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  4. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  5. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  6. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  7. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  8. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  9. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  10. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"
  11. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  12. Fast der gleiche Glaube?
  13. Abtreibungsbefürworter begehen Farbanschlag auf Malteserklinikum in Flensburg
  14. 'Kirche casht ab' - Immer weniger österreichische Katholiken, immer mehr Millionen!
  15. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme

Unfähig zum sachlichen Diskurs

8. Oktober 2021 in Kommentar, 17 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Aus einer stilisierten Opferrolle heraus zu behaupten, die Kirche bestehe nur aus Macht, Missbrauch und Klerikalismus, zeigt nur eines: die Unfähigkeit zu einem echten, sachlichen Diskurs. Eine (etwas ironische) Benedicta von Dorothea Schmidt


Regensburg (kath.net)

Jetzt weiß ich endlich, warum man das Priesteramt zur Disposition stellen will: Es ist gefährlich Priester zu sein, gefährlicher noch, wenn man Bischof oder Kardinal ist und als Papst macht man grad auch nur alles falsch - findet zumindest die Synodale Viola Kohlberger, die eine mediale Hetzjagd auf Kardinal Woelki veranstaltet. Der sei nämlich auch noch zu groß.

Geistliche stehen unter Generalverdacht, besonders, wenn sie alt und weiß sind. Das sind – so der Verdacht - Klerikalisten, optionale Missbrauchstäter! Vorsicht, nicht anfassen. Am besten nicht in die Augen schauen, der könnte einen ja hypnotisieren. Und Kardinäle erst, die können einen sicher verwandeln und verzaubern und so gefügig machen. Hoffentlich tragen die kein Rot in der Messe und tauchen auch noch in größere Zahl auf, das gilt als Statement für Klerikalismus und Machtmissbrauch schlechthin. Am besten hat man immer Weihwasser in der Tasche, sollte einem ein Kleriker (für viele = Klerikalist) zu nahe kommen.

Wie Kardinal Woelki. Kohlberger klagt, Woelki habe sie auf dem Flur im Frankfurter Messezentrum nicht nur abgefangen, sondern sei ihr auch noch zu nahe gekommen und habe sie unter Druck gesetzt. Er habe sich als Bischof aufgespielt, „mit der gesamten Autorität seines erzbischöflichen Daseins“ gesprochen und auf sie herabgeblickt, weil er um Köpfe größer sei als sie, und damit seine Macht missbraucht.

So eine Aussage zeugt von – sagen wir - gewissen Lücken und Mängeln. Faktum ist: Kohlberger ist Kardinal Woelki über den Weg gelaufen und der wollte sie wegen eines Redebeitrags ansprechen. Das ist auf einer Konferenz nichts Unübliches.

Immerhin wissen wir jetzt, dass Größe gemäß Kohlberger auch Klerikalismus und Machtmissbrauch fördert. Das sollte künftig bei der Auswahl der Priesteramtsanwärter berücksichtigt werden. Vor Lilliputaner-Klerikern kann man sich einigermaßen sicher fühlen, die kann man zur Not mit den Füßen zermalmen, aber hochgewachsene Geistliche wie Kardinal Woelki – das ist übelst - findet Viola Kohlberger, die auf den Social Media Kanälen gerade gegen den Kardinal wettert. Und das so richtig in Szene setzt.


Mit einer Maske als sei sie gerade erst aufgewacht und aus dem Bett gestiegen, berichtet sie über das Gespräch mit Woelki. Sie wirkt zittrig und spricht mit gebrochener, fast weinerlicher Stimme, zumindest rechnet man mit Tränen und man wundert sich, dass sie nicht piepsig wird bzw. eingeschüchtert durch Woelkis Worte – ihre Anklagen entbehrten jeder Grundlage - das Weite sucht.

Doch, sie tut es: Sie rennt den Medien in die Arme, füttert die Social Media Kanäle, um nur einmal mehr das Bild einer Kirche und von Woelki zu malen, das es nicht gibt, sich aber verdammt gut verkauft. Sie habe etwas eine Stunde gebraucht, um mit der Situation fertig zu werden und den Saal wieder betreten zu können. Und überhaupt, dass sie das alles sagt, koste sie viel. Sorry, wenn ihr nicht gleich die richtigen Worte kämen.

Aber sie kommen – wie einstudiert. Pervers und abartig und boshaft tritt sie die katholische Kirche mit Füßen – und die Seele des Kardinals ordentlich platt in den Dreck. Das ist in Opfergewändern versteckte Gewalt. Aus einer stilisierten Opferrolle lässt sich ganz einfach behaupten, die Kirche bestehe nur aus Macht, Missbrauch und Klerikalismus, zeigt aber nur eines wirklich deutlich: die Unfähigkeit zu einem echten, fairen und sachlichen Diskurs.

Es ist ja nicht so, dass der Kölner Kardinal nicht schon Prügel bekommen hätte in der letzten Zeit. Nicht jeder hat verstanden, warum er ein zweites Gutachten zur Missbrauchsaufarbeitung in Auftrag gegeben und das erste unter Verschluss gehalten hatte. Wobei, es war klar, warum, und das war keineswegs verwerflich. Überhaupt hat Woelki mit seiner Missbrauchsaufarbeitung positive Maßstäbe gesetzt.

Über seine Reaktionen im Gespräch mit Kohlberger mag man streiten; der Kardinal reagierte – selbst gebeutelt und verletzt durch die monatelange Hetzkampagne - selber persönlich und emotional – wenn man Kohlbergers Worten glauben will. Das ist sicher nicht schlau, aber auch mehr als verständlich nach der langen Zeit des gezielten Mobbings. Wäre hier nicht - gern neben einem Berater für Woelki - wenigstens ein Funken Empathie angebracht?

Aber Kohlberger will noch mehr Prügel. Der Papst hat sich in ihren Augen getäuscht als er Woelki im Amt gelassen hat (der hatte wegen der vielen Kritik dem Papst seinen Rücktritt angeboten). Da ist ihr offenbar so zuwider, dass sie nun selber Hand angelegt – und diese Inszenierung hingelegt hat, die die Social Media Bestsellerlisten stürmt.

Ist ihr eigentlich bewusst, was sie da tut? Dass sie die Kirche als solche durch eine behaupteten Machtmissbrauch an den Pranger stellt – fertig, um ein für allemal abgeknallt zu werden? Allein der schiefe Rekurs auf Machtmissbrauch - was wieder eine Art Missbrauch vom Missbrauch ist -, ist so abartig wie unglaublich.  

Vielleicht sollte Woelki, um sich zu retten, dem zeitgeistaffinen Gerede frönen, das das Licht des Evangeliums am liebsten in allen Regenbogenfarben schillern sehen möchte. Dann würde aus Feindin Kohlberger eine Freundin Kohlberger.

Aber das wird dieser Kardinal niemals tun. Und somit reiht er sich ein in die Masse der weißen Märtyrer und wird sich gemeinsam mit anderen Amtskollegen weiterhin verbalen Pfeilen stellen und permanent böse Behauptungen aus dem Weg fegen müssen, so dass er gar nicht dazu kommt, wirklich Priester zu sein. Wozu also überhaupt noch das Amt; viele Synodale wollen die priesterliche Existenz zur Disposition stellen – bei gleichzeitiger Forderung nach dem Weiheamt für Frauen. Dieser Widerspruch scheint hier gar nicht aufzufallen. Es geht ja auch nur um die männlichen Geweihten. Wie Woelki.

Kohlberger streut nicht nur Salz und Dreck in die Wunden, die Woelki durch Mobbing zugefügtworden sind, sie reißt sie noch weiter auf. Die ganze Nummer könnte eine Lachnummer sein, wäre sie nicht so überzogen gemein und traurig. Wenn das der Dialog ist, den wir Synodale pflegen sollen! Solch ein Dialog ist eine Abschiedssymphonie der Kirche, die nur in traurigem Moll enden kann – aber zum Glück auch nur mit einem Trugschluss. Denn eine Kirche voller selbst ernannter Opfer, die ihre Priester und Bischöfe hinausgejagt haben, um endlich nach dem Vorbild einer Selbsthilfegruppe endlos über Klerus und Kirche zu lamentieren und selbstgewiss an der Zukunft ihrer eigenen Wohlfühl-Kirche zu basteln, ist eben nicht die Kirche Jesu. Er hat das letzte Wort, auf seiner Agenda steht die Auferstehung. Und er wird Seine Kirche retten; wie und wann auch immer Er will.

 

VIDEO: Sonntags-Impuls von P. Klaus Einsle

 

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. ‚Trinkt auch ihr aus dieser Quelle!’ Der Durst, den nur Christus stillt
  2. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme
  3. Programm für Lateinamerika-Reise des Papstes veröffentlicht
  4. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  5. Präsident Trump nominiert Tochter von Franklin Graham zur Sonderbotschafterin für Religionsfreiheit
  6. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  7. Fast der gleiche Glaube?
  8. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter
  9. Slowakei: Papst Leo XIV. grüßt die Teilnehmer des Nationalen Marsches für das Leben in Bratislava
  10. Kardinal Koch zu Israel und Gaza: Ehrlich miteinander sprechen
  11. Wenn die Liebe das Gesetz des Kalküls durchbricht…
  12. Stanislaus-Kostka-Wallfahrt von Wien nach Rom erreicht ihr Ziel
  13. Papst: In der Seelsorge auf das Wesentliche konzentrieren
  14. Bruder von Leo XIV.: Papst hilft bei der Steuererklärung
  15. Bischof an Jugend: "Licht des neuen Afrikas liegt in euch"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz