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Der Pastoralreferent. Ein Fehlversuch?

16. November 2021 in Kommentar, 14 Lesermeinungen
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Der Schwerathlet strengt sich ungemein an, aber die Überlast fällt immer wieder zu Boden. Man hat sich in der "deutschen Kirche" anscheinend zuviel vorgenommen - Kommentar von Franz Norbert Otterbeck


Köln (kath.net)

Persönlich hat der Verfasser bislang keinerlei negative Erfahrungen mit Pastoralreferenten gemacht, mit Pastoralreferentinnen fast gar keine. Hier geht es also nicht darum, die individuelle Arbeitsweise oder Berufsauffassung konkreter Berufsträger zu kritisieren. Allerdings steht die Frage im Raum, anhand dieser Berufsgruppe einmal zu hinterfragen, ob speziell die "deutsche Kirche" ihre Innovationen der letzten Jahrzehnte selbstkritisch überprüft. In Österreich heißt derselbe Beruf "Pastoralassistent", was durchaus angemessen die relative Unselbständigkeit der Dienstpraxis klarer erkennen lässt. Man unterscheidet dort auch nicht, nach Ausbildungsweg und Gehalt, in Pastoral- oder Gemeindereferenten. Warum die Berufsbezeichnung vor etwa fünfzig Jahren attraktiv erschien, das lässt sich heute kaum noch nachvollziehen. Weltweit hat Papst Franziskus neulich den Stand des "Katechisten" offiziell eingeführt, der inoffiziell in der Seelsorge vielerorts seit langem schon unverzichtbar war. Aber man wird hierzulande die bürokratische Berufsbezeichnung vermutlich nicht daran anpassen,  wiewohl die Tätigkeiten, die über bloße Katechese (gäbe es sie nur!) hinausgehen, im Wort "Referent" auch nicht aufscheinen.

Zum 50. "Jubiläum" der Berufsgruppe wollte ein prominenter Bischof den damaligen Einfall mit gewohnter Selbstverständlichkeit als hundertprozentig positiv bewerten, obwohl es immer noch deutsche Diözesen geben soll, die ganz ohne Pastoralreferenten auskommen. "Sie sind Managerinnen, Verkünder des Evangeliums, Forschende, Experimentierende und vor allem qualifizierte Seelsorgerinnen und Seelsorger." Bätzing wörtlich: "Gut, dass es Sie gibt." Derselbe ergänzte beim digitalen Festakt: "Da geht es dann nicht so sehr darum, selbst alle Aufgaben gut auszufüllen, sondern Multiplikatorin, Begleiter und Suchende zu sein." Von der unter Gender-Druck schwächelnden Grammatik abgesehen, ist diesem Lob zunächst einmal wenig entgegenzusetzen. Bischof Gerber (Fulda) meinte allerdings von "Prophetinnen und Propheten in der Krise" reden zu müssen: Sie könnten Anwälte sein für Menschen, die von der Kirche nicht oder falsch wahrgenommen werden. Das scheint mir dann doch etwas dick aufgetragen.


Kritik am Berufsstand der "Pastis" kenne ich fast nur vom Hörensagen. Aber da kommt doch Einiges zusammen. Die Leute hätten die "Laienbeamten" nicht akzeptiert. Auch die dem Kirchenbetrieb eher Fernstehenden wollen den Priester kontaktieren, wenn überhaupt ein Kontakt gesucht wird. Angeblich gibt es überall und immer wieder Verteilungskämpfe um die konkreten Zuständigkeiten. Es gibt Priester, die den Pastoralreferenten bewusst fördern, auch in der Liturgie zur Geltung bringen. Andere tun das ungern. Ob die Damen und Herren Referenten tatsächlich als Multiplikatoren in Erscheinung treten oder sich sogar "missionarisch" bewährt haben, das müsste von kompetenter Stelle sorgfältig evaluiert werden. Die eher konservativen Milieus respektieren speziell die Pastoralrefentin kaum, heißt es. Da wäre zurück zu fragen, ob dies nur an "klerikalen" Vorurteilen liegt, oder ob ein bestimmter Typus sehr kämpferischer Mitarbeiterinnen bisweilen auch bewusst provoziert hat. Manche sind wohl eher als Experimentierende denn als Forschende aufgefallen.

Mancher "Referent" musste sich hinter vorgehaltener Hand wohl schon als Fatzke, Mehlsack, Wichtigtuer oder ähnlich beschimpfen lassen. Damit wird aber doch wohl nur die altbekannt stereotype, antiklerikale Pfaffenkritik auf die Laienamtsträger erstreckt. Insoweit braucht sich dadurch niemand persönlich in seinem Selbstwertgefühl beeinträchtigt zu fühlen. Daran zeigt sich aber, dass auch Laienmitarbeiter nach außen dieselbe Institution repräsentieren und von Kritik an ihr nicht selbstverständlich ausgenommen werden, nur weil sie dort niedrigere Ränge bekleiden.

Fünfzig Jahre sind in der Kirchengeschichte eine kurze Zeitspanne. Der Großtrend für die Kirche im ehemals christlich geprägten Abendland sieht so aus, dass wir bald "gegen Null" gehen. So befürchtet es jedenfalls DBK-Chef Bätzing. "Gegen Null" gehen schon mancherorts die Priesterweihen, aber auch die Laienberufe in der Kirche sind nicht mehr besonders attraktiv. Der Berufsgruppe zum Goldenen Existenz-Jubiläum zu gratulieren bedeutet also noch nicht, dass sie in 50 Jahren noch existiert, zumal im weltweiten Maßstab fast nirgends Vergleichbares eingeführt wurde. Eine gewöhnliche katholische Diözese irgendwo kann gar nicht so viele Mitarbeiter teuer bezahlen wie in Deutschland üblich.

Bischof Bätzing möchte bekanntlich den Reformdruck in der "deutschen Kirche" noch erhöhen, wobei er, man weiß nicht warum, für sich in Anspruch nimmt, die richtige Richtung der Veränderung auf Zukunft hin schon zu kennen. Argumente oder Gründe wurden für die Fortgeltung des Reformhorizonts von etwa 1970 bislang keine genannt. Es könnte daran liegen, dass man von liebgewordenen Ideen einfach nicht lassen will, auch wenn sie sich nicht bewährt haben. Es genügt anscheinend zu behaupten, dass sie sich bewährt haben, ohne die bisherigen Erfahrungen allzu genau zu erforschen. Mich erinnern die nachkonziliaren Experimente der "deutschen Kirche" seit Beginn der so gen. Würzburger Synode 1971 mehr und mehr an Fehlversuche beim olympischen Gewichtheben. Der Schwerathlet strengt sich ungemein an, aber die Überlast fällt ihm immer wieder zu Boden. Hat man sich also zuviel vorgenommen? Ohne irgendeinem Pastoralreferenten persönlich nahetreten zu wollen: Die Wahrscheinlichkeit, dass die Berufsgruppe sich auf Dauer etabliert, steht angesichts des rasanten Zerfalls des Glaubenslebens höchstens bei "Fifty-fifty". Würde man sich noch etwas profilierter als Verkünder des Evangeliums, Multiplikator des Glaubens und Katechist der Kirche betätigen, dann könnten die Chancen wieder steigen. Glückauf also!


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