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Bischöfe bitten Papst um Verschiebung des Ad-limina-Besuchs

23. November 2021 in Österreich, 17 Lesermeinungen
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Vorsitzender der Bischofskonferenz, Erzbischof Lackner: Wollen im Lockdown bei den Menschen bleiben und mit dem Verzicht auf Besuch ein Zeichen der Solidarität setzen - Aufruf zum Miteinander bei Überwindung der Pandemie


Wien (kath.net/KAP-ÖBK) Vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Lage in Österreich haben die Bischöfe (Archivfoto) Papst Franziskus gebeten, den anstehenden Ad-limina-Besuch der Bischofskonferenz in Rom erneut zu verschieben. "Da die Situation in Österreich aufgrund des vierten Lockdowns sehr angespannt ist, wollen wir Bischöfe jetzt als Zeichen der Verbundenheit im Land bei den Menschen bleiben." Das erklärte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Franz Lackner, am Dienstag gegenüber Kathpress. Kurz zuvor hatte der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Pedro Lopez Quintana, den Heiligen Stuhl über das Ersuchen der Bischofskonferenz offiziell informiert. Mit einer Entscheidung aus dem Vatikan ist bald zu rechnen, zumal der Besuch des Episkopats bereits für die nächste Woche geplant ist.


Wie der Salzburger Erzbischof weiter ausführte, hätten sich alle Mitglieder der Bischofskonferenz bei einer am Montagabend stattgefundenen Videokonferenz für die Verschiebung ausgesprochen. Schwer gemacht habe die Entscheidung, "dass wir uns schon lange intensiv auf den Ad-limina-Besuch vorbereitet und auf den Austausch mit Papst Franziskus und seinen engsten Mitarbeitern gefreut haben." Der jetzige Verzicht darauf sei daher auch "ein Zeichen der Solidarität mit allen, die als Genesene oder Geimpfte derzeit auf vieles verzichten müssen, um gemeinsam einen Weg aus einer lebensbedrohenden Pandemie zu gehen", so Lackner, der so wie alle österreichischen Bischöfe gegen Corona geimpft ist.

Besorgt zeigte sich der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der nach einem Corona-Fall in seinem Umfeld inzwischen mehrfach negativ getestet wurde, über die Polarisierung in der Gesellschaft, wie sie zuletzt bei den Demonstrationen sichtbar wurde: "Weil die Pandemie alle betrifft, müssen auch alle für sich und andere Verantwortung übernehmen. Bleiben wir daher einander gewogen, trotz aller Gereiztheit, stehen wir einander helfend bei und handeln wir so, dass wir nach der Pandemie einander noch in die Augen schauen können", betonte Lackner. "In diesem Sinne laden wir Bischöfe die Gläubigen, ja die gesamte Bevölkerung bewusst ein, die Zeit des Lockdowns auch für Momente von Stille, Nachdenklichkeit und Gebet zu nützen."

Die "visitatio ad limina apostolorum" (Besuch an den Schwellen der Apostelgräber) ist für die Bischöfe der Weltkirche vom Kirchenrecht in regelmäßigen Abständen vorgesehen und sollte am Montag, 29. November, beginnen und bis Freitag, 3. Dezember, dauern. Im Zentrum des Besuchs stehen Gespräche mit dem Papst und seinen wichtigsten Mitarbeitern in der Römischen Kurie sowie die Wallfahrt zu den vier Hauptbasiliken. Der letzte Ad-limina-Besuch der österreichischen Bischöfe war im Jänner 2014. Der ursprünglich für heuer im Februar geplante Termin musste coronabedingt verschoben werden.

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich

Archivfoto: Österreichische Bischöfe in Mariazell Frühjahr 2021 (c) Paul Wuthe/kathpress


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