Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. "Ein Schisma und mein Ausstieg aus der Priesterbruderschaft St. Pius X."
  2. Streit kocht hoch: Braucht die barocke Basilika Weingarten wirklich einen neuen „modernen“ Altar?
  3. Medjugorje: Brandanschlag und Schändungen kurz vor Jugendfestival
  4. Bischof Paprocki: FSSPX ist "im Grunde eine weitere protestantische Sekte"
  5. Ein Signal des Himmels?
  6. Festnahme nach Schändungen in Medjugorje - Bischof ruft zu Gebet auf
  7. Das Schweigen der Bischöfe zur Causa Spahn
  8. Die katholischsten Länder der Welt sind...
  9. "Die Hölle ist der Ort der größtmöglichen Gottesferne"
  10. Bistum Huelva führt verbindliches zweijähriges Katechumenat für erwachsene Taufbewerber ein
  11. Junge brasilianische Katholiken hoffen auf mehr Glaubenslehre und ehrfürchtige Liturgie
  12. Die Familie ist das Hauptziel des Bösen: Die prophetische Warnung des hl. Scharbel
  13. Erdbebengefahr bei Neapel: Italiens Kirche ruft zum Gebet auf
  14. Vatikan stuft schottische Mönche nach unerlaubter Bischofsweihe als exkommuniziert ein
  15. Kardinal Müller: Das Konsistorium ließ eine tiefgehende Debatte über kirchliche Fragen vermissen

Bischof Krautwaschl: „Menschen in Ukraine nicht enttäuschen“

15. Juli 2022 in Österreich, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Eindrücke von Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl vom Besuch bei der ukrainischen Schwesterkirche in Przemysl und Lemberg.


Graz-Seckau (kath.net/PM)Zu einem Solidaritätsbesuch waren Erzbischof Franz Lackner und Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl am 11. und 12. Juli 2022 beim „Heiligen Synod“, also der Bischofskonferenz der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine, in Przemysl (Polen) und in Lemberg (Ukraine); als Gesandte der österreichischen Bischofskonferenz. Man traf auf Trauer, das Ringen um Vergebung, Zuversicht und Hoffnung.

Synode in Polen

Die Synode der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine musste wegen des russischen Aggressionskrieges ins polnische Przemysl verlegt werden; sechs Kilometer Luftlinie von der Ukraine entfernt. „Mehr als 40 ukrainische Bischöfe versuchten zwei Wochen lang, trotz aller Schwierigkeiten und Nöte gemeinsam dem Heiligen Geist auf der Spur zu sein“, berichtet Bischof Wilhelm, „man war getragen von Hoffnung und Zuversicht. Und wenn das dort möglich ist, dann dürfen wir das erst Recht“. Man ringe um Frieden und Versöhnung, noch ohne zu wissen, wie, denn der Schmerz über die russische Aggression gegen Nation und Menschen sitze tief. Ebenso wie der Schmerz darüber, dass die Verteidigung der Religion als Kriegsargument missbraucht werde. Für einen Krieg, den es schon seit 2014 gibt und der schlussendlich in diesem Jahr eskaliert ist.


Die Freude über den Besuch aus Österreich war dennoch groß, so Bischof Wilhelm: „Danke, dass ihr die Wunden der Ukraine berührt, hat Swjatoslaw Schewtschuk, der Großerzbischof von Kiew, zu uns gesagt. Wir wollten ein Zeichen setzen, dass wir Anteil am Schicksal der Menschen in der Ukraine nehmen, dass wir mit ihnen verbunden sind.“ Das passiere neben dem Besuch durch Gebete, materielle und finanzielle Hilfe vor Ort, in den angrenzenden Ländern und auch durch die kirchliche Flüchtlingsbetreuung in Österreich. Am Ende der Synode am Sonntag, 17. Juli, wird die ukrainisch-katholische Kirche ihre Nationalwallfahrt nach Zarvanytsia begehen, an der Bischof Wilhelm schon 2016 teilgenommen hat.

Lemberg

Dank der österreichischen Botschaft ging es am 12. Juli flott mit nur 45 Minuten Wartezeit über die Grenze; Lkw warten bis zu zwei und mehr Tage auf die Abfertigung, erzählt Bischof Wilhelm. In einem erst vor kurzem besiedelten Benediktinerinnenkloster im Süden von Lwiw trifft die österreichische Delegation auf Erzbischof Mieczyslaw Mokrzycki und wird erstmals mit der Not konfrontiert. Dutzende Flüchtende sind hier untergebracht, schlafen zusammengedrängt auf Matratzen am Boden. Dasselbe Bild im Zentrum "Johannes Paul II.", in dem Kinder aus der ganzen Ukraine betreut werden. Überall wird einfach Hilfe geleistet. „Vor 14 Tagen wurde hier ein Baby geboren. Leben und Tod liegen in der Ukraine so eng beisammen“, sagt Bischof Wilhelm.

In Lemberg überwiege das Leben. Die Garnisonskirche, in der eine Göttliche Liturgie gefeiert wird, ist randvoll. Segen werden gespendet, Kinderaugen blitzen. „Ein Alarm geht in der Begeisterung unter“, erzählt der steirische Diözesanbischof, „der wurde von vermeintlich aus Weißrussland abgeschossenen Raketen ausgelöst“. Am Soldatenfriedhof wurden seit Februar 120 neue Gräber ausgehoben, der Platz reicht nicht mehr aus. Bischof Wilhelm nachdenklich: „Als wir dort waren, hat es geregnet, so als ob Gott selbst darüber weint, dass es so weit gekommen ist.“

Rzeszów

Am letzten Tag der Reise am 13. Juli steht ein Besuch in Rzeszow (Polen) bei Bischof Jan Franciszek Watroba am Programm; die Caritas unterstützt dort Hilfsprojekte für mehr als 100.000 in die Region Geflüchtete und koordiniert die Hilfe direkt in der Ukraine. Seit Jahren gibt es Unterstützung durch die Caritas der Diözese Graz-Seckau. Die Haupterfahrung der Besuche: „Das übliche Effizienzdenken ist nicht dazu geeignet, zu ermessen, was die persönliche Begegnung ausmacht. Die Dankbarkeit über unsere Unterstützung aber auch über unsere Anwesenheit war schon fast beschämend“, sagt Bischof Wilhelm, „die Menschen in der Ukraine hoffen sehr auf den Westen. Wir dürfen sie nicht enttäuschen“.

Foto: Bischof Krautwaschl u.a. auf dem Soldatenfriedhof in Lemberg (c) Katholische Kirche Steiermark


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Medjugorje: Brandanschlag und Schändungen kurz vor Jugendfestival
  2. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  3. "Ein Schisma und mein Ausstieg aus der Priesterbruderschaft St. Pius X."
  4. Streit kocht hoch: Braucht die barocke Basilika Weingarten wirklich einen neuen „modernen“ Altar?
  5. Festnahme nach Schändungen in Medjugorje - Bischof ruft zu Gebet auf
  6. Die Familie ist das Hauptziel des Bösen: Die prophetische Warnung des hl. Scharbel
  7. Bischof Paprocki: FSSPX ist "im Grunde eine weitere protestantische Sekte"
  8. Kardinal Müller: Das Konsistorium ließ eine tiefgehende Debatte über kirchliche Fragen vermissen
  9. Historiker Raymond Ibrahim: Kreuzzüge waren Antwort auf islamische Aggression
  10. Ein Signal des Himmels?
  11. Medjugorje: Gebetsstätten nach Schändung wieder gesäubert und benutzbar
  12. "Die Hölle ist der Ort der größtmöglichen Gottesferne"
  13. Die katholischsten Länder der Welt sind...
  14. Bayerischer Millionär zahlt 500 Euro Prämie für katholische Taufe
  15. USA: 98-jähriger Weltkriegsveteran empfängt die Taufe und wird katholisch

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz