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Tirol: Gebete für nach Murenabgang vermissten Priester

27. Juli 2022 in Österreich, keine Lesermeinung
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Suche nach aus Togo stammendem Pfarrer des Stubai bisher ohne Erfolg - Bittgottesdienste, Instagram-Gebetsaktion und täglicher Rosenkranz seiner Pfarrgemeinde - Priesterkollege Rinderer: Bestürzung und Nervosität der Bevölkerung groß


Innsbruck (kath.net/KAP) Im Tiroler Stubaital herrscht nach dem Murenabgang und der bisher erfolglosen Suche nach dem Pfarrer des Seelsorgeraumes, Augustin Kouanvih, Schock und Bestürzung. Nachdem der aus Togo stammende 60-jährige Priester in seinem Auto bereits am Freitagabend verschüttet worden war und alle bisherigen Suchaktionen nach Auffinden des Wracks noch keine Spuren von ihm zutage gebracht haben, besteht kaum noch Hoffnung auf sein Überleben. Am Wochenende waren Bittgottesdienste für den Vermissten in allen Kirchen des Stubais überfüllt, berichtete sein Priesterkollege P. Peter Rinderer am Dienstag gegenüber Kathpress. Tagtäglich wird derzeit in Fulpmes für den Geistlichen Rosenkranz gebetet, zudem gibt es auch eine Online-Gebetsaktion.

So hat die Diözese Innsbruck auf Instagram ein "Gebet in einer Zeit der Ungewissheit" gepostet, das bei zahlreichen Gottesdiensten auch vorgetragen wurde. "Am Freitagabend haben uns die Kräfte der Natur erschrecken lassen. In diesem Szenario hat sich unser Pfarrer Augustin mit dem Auto auf den Heimweg gemacht, doch das Ziel seiner Fahrt hat er nie erreicht", werden dabei die Folgen des schweren Unwetters geschildert. Erinnert wird in dem von Diakon Leo Hinterlechner verfassten Text außerdem an das Lachen, die Späße und die Hingabe, mit denen der Geistliche seinen Dienst geleistet habe. Die Frage "Ist alles dahin? Haben die Wassermassen alles hinweggerissen, jede noch so kleine Hoffnung, jeden Funken des Vertrauens?" steht dabei im Raum.

Auch Diözesanbischof Hermann Glettler postete das Gebet auf seinem Instagram-Account und schrieb dazu: "Wo ist Pfarrer Augustin? Diese Frage bewegt. Ich teile die Trauer mit der Bevölkerung im Stubaital und ganz Tirol. Herzliche Anteilnahme, Trost von Gott..." Von Seiten der Diözese Innsbruck hieß es am Dienstag, der seit mehreren Jahren die österreichische Staatsbürgerschaft besitzende Priester werde trotz der gegen Null reichenden Überlebenschance weiterhin als vermisst gesehen, solange keine eindeutig identifizierbaren Leichenteile von ihm gefunden werden.

Pfarrer Kounanvih hatte sich am Freitagabend gegen 21 Uhr von Feierlichkeiten in Neustift, bei denen Ehrenamtliche aus dem Seelsorgeraum für ihr Mitwirken in den verschiedensten Bereichen der Pfarren gedankt wurde, verabschiedet. Sein vorzeitiger Aufbruch bei starkem Regen galt laut Medienberichten seiner Schwester, die auf Besuch gekommen war und auf ihn in Fulpmes wartete. Zudem wollte er sich auch noch für ein Begräbnis vorbereiten, das er Samstagvormittag in Telfes abhalten hätte sollen. Gegen 21.15 Uhr wurde sein Auto von einer großen Mure erfasst, die der Margarethenbach bei Fulpmes/Medraz verursacht hatte. Bei den Suchaktionen wurde außer dem komplett zerstörten Autowrack bisher nur die Bibel, Visitenkarten und Dokumente des Seelsorgers gefunden.

Weiterhin gestaltet sich die Suche nach dem Priester als enorm herausfordernd. Nach dem ersten Anlauf am Samstag gab es am Montag weitere Versuche, doch kam es nach erneutem Starkregen am Montagabend zu weiteren Murenabgängen im hinteren Stubaital, weshalb die Suche zuletzt nicht fortgesetzt werden konnte. Am Mittwoch werde die Lage neu beurteilt, die Aufgabe gleiche aber aufgrund des hohen Wasserstandes des Baches Ruetz und des verschmutzten Wassers der "Suche der Nadel im Heuhaufen", hieß es seitens der Wasserrettung. Auch Salesianerpater Rinderer sprach von einer weiter gefährlichen Situation. "Da die Überlaufbecken alle voll sind, ist jeder Regen und erst recht Starkregen ein großes Risiko. Die Nervosität ist weiter da."

Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich

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