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Bruder Franz – Wenn dem Toten auf der Treppe eine vergiftete Erbschaft folgt

24. August 2022 in Buchtipp, 3 Lesermeinungen
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Rezension zu Sebastian Moll: „Bruder Franz und die vergiftete Erbschaft“


Aachen (kath.net) Mehr Salz! - Mit diesen unaufdringlichen, im Kontext auch unauffälligen, aber dennoch äußerst programmatischen Worten – vor allem aber auch Ansage – beginnt der zweite Kriminalfall, den Bruder Franz zu lösen hat. Der Autor Dr. Sebastian Moll, der durch seine zahlreichen Artikel und Bücher der theologisch interessierten Leserschaft als brillanter und humorvoller Formulierer sowie scharfsinniger Denker bereits gut bekannt ist, wagt sich – nach dem großen Erfolg von „Bruder Franz und der Tote auf der Treppe“ (Bernadus-Verlag 2020) – mit „Bruder Franz und die vergiftete Erbschaft“ (Bernadus-Verlag 2022) wieder in das Krimi-Genre – man ist versucht zu sagen, in die Königsdisziplin narrativer Theologie. Im Mainstream unterschiedlichster Ideologien, aber auch im kirchlichen Bereich, begegnen uns viel zu oft diese unerträglichen und belehrenden Gutmensch-Geschichten, die furchtbar langweilig schon im ersten Absatz die „Moral der Geschichte“ als Transparent vor sich hertragen.


Es überrascht vielleicht: Wirklich gute Geschichten zu erzählen ist schwerer, als einen wissenschaftlichen Artikel zu verfassen. Seit Chestertons Pater Brown-Geschichten – Vergleiche mit anderen Autoren sind immer problematisch, aber diesem kann man sich einfach nicht entziehen – endlich wieder ein Versuch das katholische Menschen- und Weltbild in Kriminalgeschichten zu packen. Und so viel kann verraten werden: Auch der zweite Fall ist gelungen. Scheinbar leichte Kost für zwischendurch, logisch im Aufbau, überraschend, aber rückblickend gut nachvollziehbar, in der Lösung. Dazwischen witzige und zugleich tiefgründige Konversationen zwischen dem Kommissar, der zwar Kirchberg heißt, aber von Kirche keine Ahnung hat und dem Österreicher

Bruder Franz, der in einem deutschen Kloster wirkt, mitten in der Diaspora. Die Fragen dort sind dieselben wie auch in der scheinbaren Nicht-Diaspora: Welchen Stellenwert hat ein Auto? Sind Saphire blau oder schwarz? Wo sollte man die Kirche finden? Welchen Wert hat das Leben dementer Menschen? Und natürlich: Wer ist der Mörder?

Moll gelingt es den Leser mit seiner Geschichte so sehr zu fesseln, dass er das Büchlein freiwillig erst nach der letzten Seite wegzulegen bereit ist. Der Umfang von 72 Seiten macht das Werk auch für Wenig-Leser interessant, womit es sich hervorragend als nettes und wirklich empfehlenswertes kleines Präsent eignet. Es muss ja nicht immer Wein, es darf auch manchmal ein Mord sein.

Mehr Salz! – Zweifelsfrei brauchen wir mehr Salz. Wir wünschen uns aber auch mehr Pater Brown-Geschichten.

kath.net-Buchtipp:
Bruder Franz und die vergiftete Erbschaft
Von Sebastian Moll
Taschenbuch, 74 Seiten
2022 Bernardus
ISBN: 978-3-8107-0357-6
Preis Österreich: 10,30 Euro


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Lesermeinungen

 lesa 24. August 2022 

Er hat etwas zu sagen. Immer interessant.


1
 
 winthir 24. August 2022 

Danke für den Lese-Tipp!

Ein interessanter Mensch mit einer interessanten Biographie (s. link, unten).

Übrigens: Wer an "Kirchen-Krimis" interessiert ist, dem empfehle ich sehr die Krimis von Georg Langenhorst - so richtig schön mit kirchlichem "Insider-Wissen" garniert.

Momentan bin ich bei "Toter Regens - guter Regens".

Eine spannende Lektüre zur Sommerzeit wünscht Euch

winthir :-)

de.wikipedia.org/wiki/Sebastian_Moll


1
 
 girsberg74 24. August 2022 
 

Vielleicht auch ein gutes Mitbringsel ?

Zitat aus der Rezension:
„Es überrascht vielleicht: Wirklich gute Geschichten zu erzählen ist schwerer, als einen wissenschaftlichen Artikel zu verfassen.“

Ein wahrer Satz und wenn dieser positiv für das Buch zutrifft, eine Empfehlung.


1
 

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