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  15. Schon wieder Rücktrittsforderungen

Bischof von Mainz kritisiert Umgang des Papstes mit Kardinal Woelki

8. September 2022 in Deutschland, 15 Lesermeinungen
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Für Kohlgraf sei es nicht angemessen, wenn Franziskus über das vor rund einem halben Jahr eingereichte Rücktrittsgesuch des Kölner Erzbischofs weiter nicht entscheide.


Köln (kath.net)

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf übt in einem Interview mit der Tageszeitung "Kölnische Rundschau" scharfe deutliche Kritik am Umgang von Papst Franziskus mit dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki. "Der Papst muss sein Vorgehen vor seinem eigenen Gewissen verantworten. Aber welche neuen Erkenntnisse sollen noch dazukommen?" Für Kohlgraf sei es nicht angemessen, wenn Franziskus über das vor rund einem halben Jahr eingereichte Rücktrittsgesuch des Kölner Erzbischofs weiter nicht entscheide. Es werde weder dem Bistum noch dem Kardinal gerecht, da weiter zu warten.


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Lesermeinungen

 Anaximander Ansorg 10. September 2022 
 

§ 189 (3) CIC

Ich gratuliere dem Forum dazu, so schnell auf die richtige Antwort gekommen zu sein! Herr Kohlgraf soll seine Quellen nachschlagen, bevor er spontan von der Hüfte schießt. Seit 3 Monaten ist der Erzbischof wieder voll in Amt und Würde. Ich möchte hinzufügen: Keiner von uns weiß den Inhalt von vertraulichen Gesprächen zwischen dem Papst und dem Erzbischof. Es könnte sein, dass er seinen Amtsbrüder sehr freundlich auf den o.g. Kanon aufmerksam gemacht hat.


0
 
 Schillerlocke 9. September 2022 
 

Vielleicht will der Papst

den Kardinal Woelki zu einem uns unbekannten Zeitpunkt an die Kurie ziehen? Für die Weltkirche wäre das ein Gewinn, für Köln wäre das ein Verlust.


0
 
 J. Rückert 8. September 2022 
 

Herr der Canones

Sie stritten darüber, wer unter ihnen der Größte sei. Von Gregor dem Großen wurde das abschließend entschieden.
Sobald ein Papst gewählt wird, spaltet sich der Himmel ein wenig und eine Stimme spricht: "Dies ist mein geliebter Stellvertreter auf Erden. Auf ihn müsst ihr hören!"
Es ist gut, wenn es in Rom einen "Primus" gibt. Einer endlosen Vervielfältigung (man sehe jetzt nach Deutschland) wird gegen gesteuert.
Aber der erste Petrus war nicht "1+11", sondern "1". Er war nicht gleichzeitig Paulus. Er unterhielt keine Truppen, da sein Reich nicht irdisch war. Er rief nie: "alles hört auf mein Kommando".


1
 
 lakota 8. September 2022 
 

@landpfarrer

Anständig, brüderlich oder barmherzig ist es aber nicht, jemanden so im Regen stehn zu lassen.


1
 
 winthir 8. September 2022 

danke Euch!

und, landpfarrer:

"der Papst als den 'Herrn über die canones"' habe ich in meinen passiven Wortschatz aufgenommen.

:-)


0
 
 landpfarrer 8. September 2022 
 

Dann strafen Sie aber den Papst Lüge, wenn er sagt, er habe das Rücktrittsgesuch "in den Händen" und behalte sich die entscheidung vor das zu ewinem zeitpunkt als die 3 Monate schon abgelaufen waren !
Ausserdem: der Papst ist "Herr der Canones" und kann alle regelungen die "rein kirchliches recht" sind (ius mere ecclesiasticum) jederzeit ausser Kraft setzen und zwar im einzelfall oder generell.


1
 
 Smaragdos 8. September 2022 
 

Dieses Warten und diese Ungewissheit müssen für Kardinal Woelki eine Folter sein. Wie lieb doch von PF... bei seinem Freund Kardinal Marx kam die Entscheidung ruck zuck.


3
 
 Marcus, der mit dem C 8. September 2022 
 

@Chris2

Es ist keine These sondern Gesetz!
Can. 189 §3 CIC 1983:
Wenn ein Verzicht, welcher der Annahme bedarf, nicht innerhalb von drei Monaten angenommen wird, verliert er jede Rechtskraft, wenn er der Annahme nicht bedarf, erlangt er Rechtskraft durch die nach Maßgabe des Rechtes vorgenommene Mitteilung seitens des Verzichtenden.

www.vatican.va/archive/cod-iuris-canonici/deu/documents/cic_libro1_cann187-189_ge.html


3
 
 Alpenglühen 8. September 2022 

@Winthir, @Chris 2

Ich verweise zum einen auf Art. 75481 u. Art. 78568.
Zum anderen auf das Kirchenrecht, Can 189, §3! Zitat:„Wenn ein Verzicht, welcher der Annahme bedarf, nicht innerhalb von drei Monaten angenommen wird, verliert er jede Rechtskraft.“ Zitat Ende.
Ein Rücktrittsangebot ist ein Verzicht, welcher der aktiven Annahme durch den Papst bedarf. Läßt er mehr als 3 Monate verstreichen, ohne auf das Angebot zu reagieren, tritt automatisch eine 3fache Wirkung ein: 1. Das Angebot wurde nicht! angenommen; 2. Es ist nicht mehr rechtsverbindlich; und darf daher 3. nicht mehr verwendet werden.


6
 
 Alpenglühen 8. September 2022 

Bischof Kohlgraf

Bereits Mitte Juni gab es massive Kritik, s. Art. Art. 78690. Aber nicht nur Bf. Kohlgraf müßte wissen, daß „durch Schweigen“ längst entschieden wurde. Sondern auch P.F.! Sollte er aber tatsächlich keine Ahnung haben u. meinen, jederzeit nach Laune mit dem Rücktrittsangebot wedeln zu können, ist es allerhöchste Zeit, daß die Kirchenrechtler – die es hoffentlich auch im Vatikan gibt– endlich mal ne „Sitzfläche“ in der Hose haben u. ihn auf die Rechtslage hinweisen. Oder will P.F. demonstrieren, daß er mit dem Kirchenrecht in der Weise verfährt, wie er m.E. erwartet, daß ich als Gläubiger mit Gottes Geboten verfahren soll? Mich dran halten, wenn’s mir „in den Kram“ paßt, ansonsten – Entschuldigung - a.A.v.?


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 Chris2 8. September 2022 
 

Zustimmung und Dank für dieses klare Statement.

Bei Marx hatte es m.W. nicht so lange gedauert - und danach glaube er auch noch, sich alles leisten zu dürfen - und tat das auch. Interessant wäre, was an der 3-Monats-These von @Philosophus dran ist...


2
 
 Tante Ottilie 8. September 2022 
 

Typisch für diesen Papst

ist das Nichtreagieren in bestimmten Fällen - äußerst ärgerlich!

Ob der Mainzer Bischof hier irgendwelche persönlichen Ambitionen hat oder verfolgt, weiß ich nicht.

Aber mit seiner Kritik an Papst Franziskus hat er m.E. in der Sache recht!


4
 
 Joachim Heimerl 8. September 2022 
 

Möchte da ein Bischof Erzbischof werden??


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 winthir 8. September 2022 

mensch Philosophus - DAS ist mir bisher entgangen!

Kannst DU näheres dazu schreiben, oder,

auf "Internet-Sprech" gesagt:

hasse ma nen link?

danke Dir,
sagt winthir.


2
 
 Philosophus 8. September 2022 
 

Es ist entschieden! Woelki bleibt Erzbischof von Köln.

Wenn der Papst ein Rücktrittsangebot eines Bischofs innerhalb von drei Monaten nicht annimmt, ist es abgelehnt und damit entschieden! Der Bischof von Mainz sollte das wissen!


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