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Nuntius Eterović: „Gott ist kein Gott von Toten, sondern von Lebenden“ (Lk 20,38)

12. November 2022 in Spirituelles, 2 Lesermeinungen
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„Der Sinn des Lebens und des Todes, die Fragen der Auferstehung und des ewigen Lebens sind Themen von höchster Bedeutung auch für den zeitgenössischen Menschen. Es entspricht nicht der Würde des Menschen, diese Themen zu verschweigen.“


Berlin (kath.net/pl) kath.net dokumentiert die Predigt von S.E. Apostolischer Nuntius Erzbischof Dr. Nikola Eterović am 06. November 2022 in voller Länge und dankt S.E. für die freundliche Erlaubnis zur Veröffentlichung – 2 Makk 7,1-2.7.9-14; Ps 17; 2 Thess 2,16-3,5; Lk 20,27-38

„Gott ist kein Gott von Toten, sondern von Lebenden“
(Lk 20,38).

Liebe Schwestern und Brüder,
das Wort Gottes an diesem 32. Sonntag im Jahreskreis lässt uns die Auferstehung der Toten bedenken. Diese Wirklichkeit sollte viel häufiger unseren Geist und unser Herz beschäftigen, denn sie betrifft das Ziel unseres Lebens und gibt ihm seine Bedeutung. Das Leben endet nicht mit dem biologischen Tod, sondern dauert in der Barmherzigkeit des guten und allmächtigen Gottes in Ewigkeit fort. Hierzu versichert uns der Herr Jesus: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben“ (Joh 11,25-26).

Die biblischen Lesungen lassen uns diesen Glauben erfassen, auch wenn er im Judentum noch nicht vollständig ausformuliert (I), jedoch zur Zeit des Aufstandes der Makkabäer entwickelt war (II) und sodann in der Lehre Jesu betont wird (III).

1.    „Denn du überlässt mein Leben nicht der Totenwelt“
(Ps 16,10).

In der ersten Lesung aus dem zweiten Buch der Makkabäer, die wir gehört haben, das im zweiten Jahrhundert vor Christus geschrieben wurde wird der lebendige Glaube der Juden an die Auferstehung der Toten bezeugt, wie das Beispiel der sieben Brüder in der biblischen Erzählung zeigt. In der Zeit davor hatten auch die Juden keine klare Vorstellung über ein Leben nach dem Tod. Wie in anderen Religionen des Mittleren Ostens spricht auch die Bibel von der Scheol (שְׁאוֹל), der Unterwelt als Ort, wohin die Seelen der Verstorbenen gelangen. Es handelt sich um ein Totenreich, um einen dunklen und unwirtlichen Ort, der letztlich nicht würdig für den Menschen und schon gar nicht für Gott ist. Schon in einigen Psalmen finden sich Wendungen, die sich dem Glauben an die Auferstehung der Toten annähern. Der inspirierte Verfasser von Psalm 16 bezeugt großes Vertrauen in Gott, wenn er schreibt: „Denn du überlässt mein Leben nicht der Totenwelt; du lässt deinen Frommen die Grube nicht schauen. Du lässt mich den Weg des Lebens erkennen. Freude in Fülle vor deinem Angesicht, Wonnen in deiner Rechten für alle Zeit“ (Ps 16,10-11). Wir erinnern, dass dieser Psalm auch im Neuen Testament im Zusammenhang mit der Auferstehung Jesu am Pfingsttag in der Predigt des heiligen Petrus zitiert wird: „Brüder, ich darf freimütig zu euch über den Patriarchen David reden: Er starb und wurde begraben und sein Grabmal ist bei uns erhalten bis auf den heutigen Tag. Da er ein Prophet war und wusste, dass Gott ihm einen Eid geschworen hatte, einer von seinen Nachkommen werde auf seinem Thron sitzen, sagte er vorausschauend über die Auferstehung des Christus: Er gab ihn nicht der Unterwelt preis und sein Leib schaute die Verwesung nicht“ (Apg 2,29-31).

2.    Gott „wird uns zu einem neuen, ewigen Leben auferstehen lassen“ (2 Makk 7,9).

König Antiochos IV. Epiphanes aus der Dynastie der Seleukiden (ca. 215 v.Chr. bis ca. 164 v.Chr.) wollte mit Macht die griechische Kultur den Juden aufzwingen, was unter anderem auch den Verzehr von Schweinefleisch einschloss. Das aber war den gläubigen Juden strengstens durch das Gesetz verboten, weswegen sie lieber in den Tod gingen, als Gott untreu zu werden, indem sie gegen die Vorschriften der Väter verstießen. In der Erzählung fällt auf, wie stark die Überzeugung ist, für die Treue zu Gott belohnt zu werden, vor allem durch die Auferstehung. Dieser Glaube hat den Brüdern Kraft geschenkt, die Qualen zu bestehen und gefasst den Tod anzunehmen. Während der erste der Brüder versicherte, „eher sterben wir, als dass wir die Gesetze unserer Väter übertreten“ (Makk 7,2), meinte sterbend der zweite: „Du Unmensch! Du nimmst uns dieses Leben; aber der König der Welt wird uns zu einem neuen, ewigen Leben auferstehen lassen, weil wir für seine Gesetze gestorben sind“ (Makk 7,9). Auf gleiche Weise drückte auch der dritte seine Hoffnung aus: „Vom Himmel habe ich sie (die Zunge) bekommen und wegen seiner Gesetze achte ich nicht auf sie. Von ihm hoffe ich sie wiederzuerlangen“ (Makk 7,11). Der vierte wiederum bekannte seinen Glauben an die Auferstehung und sagte: „Gott hat uns die Hoffnung gegeben, dass er uns auferstehen lässt. Darauf warten wir gern, wenn wir von Menschenhand sterben“ und fügt die treffende Verurteilung des Henkers an: „Für dich aber gibt es keine Auferstehung zum Leben“ (Makk 7,14). Hier findet sich das Denken der Vergeltung gemäß den Werken der Menschen. Alle werden auferstehen, doch die Guten zum Leben, die Bösen hingen zu den Höllenqualen.

3.    „Gott ist kein Gott der Toten, sondern der Lebenden“
(Lk 20,38).

Die Diskussion, was mit den Menschen nach dem Tod geschieht, war auch zur Zeit Jesu aktuell. Das zeigt der Zusammenstoß der Sadduzäer, die den Glauben an die Auferstehung ablehnten, und der Pharisäer, die daran glaubten. Die Sadduzäer wollten Jesus auf die Probe stellen und legten ihm eine sehr theoretische Frage vor: Wessen Ehefrau wird jene sein, die in ihrem irdischen Leben sieben Ehemänner hatte, die alle starben, ohne Nachkommen zu haben?

    Der Herr Jesus entgeht nicht nur, in die Falle zu tappen, sondern macht wichtige Aussagen über das ewige Leben und zu den Beziehungen zwischen den Seligen, wozu auch die Eheleute gehören. Zunächst stellt Jesus fest, dass die Ehe eine Institution ist, die auf Erden gilt, in unserer Welt, insofern „die Kinder dieser Welt heiraten und lassen sich heiraten“ (Lk 20,34). Für das Überleben der Menschheit ist dies unverzichtbar. Im Himmel dagegen ändern sich die Beziehungen zwischen den Menschen radikal: „Die aber, die gewürdigt werden, an jener Welt und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, heiraten nicht, noch lassen sie sich heiraten“ (Lk 20,35). Das hängt zusammen mit dem Wechsel ihrer Natur, denn mit dem verherrlichten, spirituellen Leib werden sie den Engeln ähnlich: „Denn sie können auch nicht mehr sterben, weil sie den Engeln gleich und als Kinder der Auferstehung zu Kindern Gottes geworden sind“ (Lk 20,36). Sodann bietet der Herr Jesus ein starkes Argument, um die Auferstehung der Toten zu glauben. Sie gründet in der Existenz des lebendigen Gottes selbst, der das Leben schenkt und Leben für die Menschen will, nicht aber den Tod (vgl. Weish 2,23-24). Der Herr hat dieses überzeugende Argument aufgegriffen: „Dass aber die Toten auferstehen, hat schon Mose in der Geschichte vom Dornbusch angedeutet, in der er den Herrn den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt. Er ist doch kein Gott von Toten, sondern von Lebenden; denn für ihn leben sie alle“ (Lk 20,37-38).

    Die Reaktion der Zuhörer war positiv. Jesus sprach mit Autorität und mit Argumenten, die zu Herzen gingen und den Geist bewegten. Das erkennen auch einige der Schriftgelehrten an, die sagen: „Meister, du hast gut gesprochen“ (Lk 20,39). Wenigsten für den Moment hörten sie damit auf, ihm weitere Fragen zu stellen.

    Liebe Brüder und Schwestern, der Sinn des Lebens und des Todes, die Fragen der Auferstehung und des ewigen Lebens sind Themen von höchster Bedeutung auch für den zeitgenössischen Menschen. Es entspricht nicht der Würde des Menschen, diese Themen zu verschweigen oder sie in eine obskure Ecke seiner Person zu verdrängen. Diese Fragen stellen sich, vor allem im Angesicht des Todes eines Angehörigen, eines geliebten Menschen, wie auch bei den vielen Toten durch Krieg und Gewalt, wie es leider derzeit in Ukraine durch die brutale Aggression der Russischen Föderation geschieht. Als Christen dürfen wir nicht der Haltung der Sadduzäer folgen, indem wir zweifeln oder gar die Auferstehung der Toten verneinen. Wir öffnen im Gegenteil unsere Herzen und unseren Geist dem Heiligen Geist, damit Er uns zur Entdeckung der Lehre Jesu führe, der uns für immer versichert: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6). Vertrauen wir uns der Fürsprache der seligen Jungfrau Maria an, der Mutter des auferstandenen Herrn, und bitten wir den dreieinen Gott, er möge unseren Glauben stärken, vor allem daran, was wir gleich im Großen Glaubensbekenntnis bekennen: „Ich erwarte die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt“. Amen.

Archivfoto Erzbischof Eterović (c) Apostolische Nuntiatur Berlin


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Lesermeinungen

 SalvatoreMio 13. November 2022 
 

Auferstehung oder nicht?

Mit dieser Frage steht oder fällt der Glaube an Gott und jeder Lebenssinn.- Christus nennt Gott den "Gott der Lebenden". Ist er es, so gibt es die Auferstehung. Wäre er es nicht, so hätte Christus nicht die Wahrheit gesagt; so wäre auch seine Auferstehung Erfindung gewesen und damit die ganze Heilsoffenbarung sowie die Kirche barer Unsinn. - Wie will man Christ sein ohne den Glauben an die Auferstehung? Das geht nicht! Dann wäre evang., kath., reformiert usw. nur Schall und Rauch - also "Quatsch" und alles Dasein letztlich ohne Sinn. Der Glaube ans Nichts wiederum ist völlig unsinnig, ja irrsinnig. -
Danke sehr, Herr Nuntius Eterovic.


2
 
 Taubenbohl 12. November 2022 
 

28%

Am meisten Zustimmung findet der Glaube an die leibhaftige Auferstehung unter freikirchlichen Christen: 55 Prozent aus dieser Gruppe glauben an diese These. Deutlich geringer ist der Anteil unter römisch-katholischen (28 Prozent) und evangelischen Befragten (23 Prozent). Auf die größte Ablehnung stößt die Aussage bei Konfessionslosen (66 Prozent nein).

Jede Sonntag betet die Gemeinde das Credo. Und ..


https://www.katholisch.de/artikel/21403-so-viele-deutsche-glauben-an-die-auferstehung-jesu


1
 

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