Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Wie Papst Franziskus mit den deutschen Bischöfen umgegangen ist, war eine Meisterleistung“
  2. Homosexualität: Gott-gewollt oder Darwinischer Irrtum?
  3. Zitat: „Explizit wie nie zuvor wird Vielfalt in kirchlichen Einrichtungen als Bereicherung anerkannt
  4. Callboys, Nutten und Drogenjunkies - Wie wärs mit einem (Neben-)Job in der ‚deutschen Kirche‘?
  5. "Maßgebliche Kritiker sprechen offen von einem latenten Schisma"!
  6. Deutsche Bischöfe kehren angeschlagen aus Rom zurück
  7. Der verunglückte Rombesuch der deutschen Bischöfe
  8. Daniel Deckers wittert einen Eklat: Der Papst habe die deutschen Bischöfe „düpiert“
  9. Papst an Theologen: Kreative Treue zu Tradition bei Gender-Thema
  10. Roma locuta causa finita
  11. Bitte unterstützen Sie kath.net (nicht nur vor Weihnachten) via AmazonSmile-Programm
  12. Italien: "Singende Nonne" Suor Cristina ist aus ihrem Orden ausgetreten
  13. Nach dem Ad-limina-Besuch – Deutsche Bischöfe sitzen in der selbstgestellten Falle
  14. "Bei den einen ist das todesmutig, bei den anderen ganz und gar nicht"
  15. Hat Kardinal Marx dem Papst erneut den Rücktritt angeboten?

Werft eure Zuversicht nicht weg! - Wort der österreichischen Bischöfe zum Advent 2022

11. November 2022 in Österreich, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Es fällt niemandem leicht, die momentane Ungewissheit und die vielen offenen Fragen auszuhalten. Woher kommt denn eine verlässliche Hoffnung, woher eine echte Lebensfreude?"


Wien (kath.net/KAP/ÖBK) Verunsicherung, Ängste und das diffuse Gefühl, einer schwierigen Zukunft entgegenzugehen, prägen das Leben vieler Menschen in unserem Land. Der spürbare Klimawandel, die noch nicht überwundene Pandemie, der Krieg in der Ukraine, Energiekrise, Teuerung und Inflation führen immer mehr dazu, dass das Leben für viele zur Überlebensfrage geworden ist. Nicht wenige fühlen sich überfordert und reagieren darauf mit Resignation oder Aggression. Klar ist: Krisensituationen erfordern Entscheidungen - in Politik, Wirtschaft und öffentlichem Leben, aber auch von der Zivilgesellschaft. Vor allem braucht es von uns allen die klare Entscheidung zum Miteinander, sodass niemand übersehen wird oder auf der Strecke bleibt. Auch darin erweist sich, ob wir eine "synodale Kirche" sind, wie es uns Papst Franziskus deutlich vorgegeben hat, eine Kirche in aufmerksamer Weggemeinschaft mit den Menschen. Zu Beginn des Advents wollen wir vier Grundhaltungen benennen, damit die Quelle der Zuversicht in unserer Gesellschaft nicht versiegt.

Einfühlung und Solidarität

Nach vielen sozialen Verwerfungen und gegenseitigen Beschuldigungen, die es in der Zeit der Pandemie gegeben hat, ist es wichtig, das Vertrauen zueinander neu zu lernen. Wir haben gesehen, dass gegenseitige Verurteilungen sowie rücksichtslose Worte und Gesten uns auseinandertreiben und entfremden. Mitgefühl hingegen lässt uns erkennen, dass wir zusammengehören. Das Menschsein verbindet uns - mit aller Schönheit und Begrenztheit, Würde und Zerbrechlichkeit. Die Karmelitin Edith Stein, eine der großen heiligen Frauengestalten des 20. Jahrhunderts, wurde vor 80 Jahren in Ausschwitz ermordet. Sie hat als Jüdin und Christin, Pädagogin und Frauenrechtlerin den Begriff der "Einfühlung" geprägt und selbst danach gelebt. Einfühlung bedeutet, sich in die Situation anderer Menschen hineinzudenken und deren Bedürfnisse und Grenzen in den Blick zu nehmen - ihre Schmerzen und Ängste, ihre Freuden und Kränkungen. Durch wirkliche Einfühlung kommt es zu aufmerksamen Begegnungen, die auch in schwierigen Situationen aufrichten.

Der Apostel Paulus schreibt in einem seiner Briefe: "Einer trage des anderen Last." (Gal 6,2a) Dazu braucht es lebendige und belastbare Gemeinschaften - Familien, Freundschaften, Pfarrgemeinden, Vereine und soziale Initiativen. In Gemeinschaft erleben wir, dass wir manchmal diejenigen sind, die andere durch schwierige Zeiten hindurchtragen. Und manchmal sind es wir selbst, die Hilfe brauchen. Diese "tragenden Gemeinschaften" wollen wir stärken. Nichts scheint angesichts der Bedrängnisse unserer Zeit wichtiger zu sein, als das Verbindende zu suchen und zu stärken. Solidarität ist damit kein Fremdwort mehr.

Zuversicht und Gottvertrauen

Es fällt niemandem leicht, die momentane Ungewissheit und die vielen offenen Fragen auszuhalten. Woher kommt denn eine verlässliche Hoffnung, woher eine echte Lebensfreude? Das Gefühl der Ohnmacht und Ermüdung kennen wir alle. Zuversicht ist jedenfalls mehr als ein naiver Optimismus. Wer zuversichtlich lebt, hat einen klaren Blick auf den Ernst einer Situation, lässt sich aber nicht davon lähmen. Zuversicht gibt Mut zum Handeln und wirkt ansteckend auf andere. Mit großer Dankbarkeit blicken wir auf die vielen Menschen, die in Beruf oder Ehrenamt anpacken, trösten, begleiten, helfen oder durch ihre Spende Menschen in Not unterstützen. Sie sind für uns alle eine Quelle der Hoffnung.

"Werft eure Zuversicht nicht weg." Diese Ermutigung aus dem Hebräerbrief (10,35) möchten wir uns und allen ans Herz legen, besonders jenen, die gerade schwierige Zeiten erleben. Zuversicht ist eine innere, stille, von Gott geschenkte Kraft, die neue Energien des Herzens freilegt. Zuversichtliche Menschen stärken sich gegenseitig und wirken heilsam auf ihre Umgebung. Sie haben Augen und Herzen, die konkrete Not und Trostlosigkeit wahrnehmen - und diese im Gebet Gott anvertrauen. Er weiß, was uns nottut. Werfen wir daher unsere Zuversicht nicht weg. Vertrauen wir auf das Gute, vertrauen wir auf Gott!
Sich und andere aufrichten

Der Advent ist für uns alle die kostbare Zeit, um das Vertrauen in die tröstende Gegenwart Gottes zu erneuern. Darin erschließt sich uns die Quelle aller Zuversicht. Sie ist kein leeres Versprechen, denn Gott mischt sich von Neuem in unser verwundetes und nervöses Leben ein. Inmitten aller Schieflagen und Verwerfungen unserer Zeit schauen wir auf zu Jesus, dem Herrn. Er ist unsere Zuversicht in Person! In ihm hat sich Gott angreifbar und verwundbar in unsere menschliche Geschichte eingeschrieben. Mit ihm ist jederzeit ein Neubeginn möglich, jederzeit Vergebung. In Jesus ist auch unsere Zuversicht begründet, dass nicht Hass und Krieg das letzte Wort haben, sondern ein Friede, der jede Entzweiung überwinden kann. Mit dieser Gewissheit können wir uns selbst und andere aufrichten. Allen Menschen in unserem Land wünschen wir in diesem Sinn einen gesegneten Advent!

Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 gebsy 11. November 2022 

Vergelt's Gott!

"Zuversicht ist eine innere, stille, von Gott geschenkte Kraft, die neue Energien des Herzens freilegt."
Werden wir an unsere Grenze geführt, um einen Akt des Vertrauens setzen zu können?

Gottes helfende Liebe ist HIER und JETZT erfahrbar:

gebsy.myblog.de/


0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Warum Sie am 2. April 2023 am Abend in Krakau sein sollten!
  2. „Wie Papst Franziskus mit den deutschen Bischöfen umgegangen ist, war eine Meisterleistung“
  3. Bitte unterstützen Sie kath.net (nicht nur vor Weihnachten) via AmazonSmile-Programm
  4. Daniel Deckers wittert einen Eklat: Der Papst habe die deutschen Bischöfe „düpiert“
  5. Eine einmalige kath.net-Reise ans Ende der Welt - NORDKAP + LOFOTEN
  6. Deutsche Bischöfe kehren angeschlagen aus Rom zurück
  7. "Maßgebliche Kritiker sprechen offen von einem latenten Schisma"!
  8. Homosexualität: Gott-gewollt oder Darwinischer Irrtum?
  9. Italien: "Singende Nonne" Suor Cristina ist aus ihrem Orden ausgetreten
  10. Der verunglückte Rombesuch der deutschen Bischöfe
  11. Callboys, Nutten und Drogenjunkies - Wie wärs mit einem (Neben-)Job in der ‚deutschen Kirche‘?
  12. Nach dem Ad-limina-Besuch – Deutsche Bischöfe sitzen in der selbstgestellten Falle
  13. Roma locuta causa finita
  14. "Gott bewahre mich vor jemand, der nur EIN Büchlein gelesen hat" (Thomas von Aquin)
  15. Zitat: „Explizit wie nie zuvor wird Vielfalt in kirchlichen Einrichtungen als Bereicherung anerkannt

© 2022 kath.net | Impressum | Datenschutz