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Tück: Papst soll Synodalen Weg in Deutschland mitgestalten

16. November 2022 in Aktuelles, 14 Lesermeinungen
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Wiener Dogmatiker kritisiert in "Neuer Zürcher Zeitung" zu weit gehende Reformabsichten


Zürich/Wien (kath.net/KAP) Der Wiener Theologe Prof. Jan-Heiner Tück appelliert an Papst Franziskus, im Blick auf den Reformprozess "Synodaler Weg" der katholischen Kirche in Deutschland "vom unentschiedenen Beobachter zum entschiedenen Mitgestalter" zu werden. Anlass dazu böten die bisherigen Beschlüsse und Diskussionen rund um den "Synodalen Weg" zu Genüge - auch gebe es mit dem am Montag beginnenden Ad-limina-Besuch der deutschen Bischöfe in Rom eine gute Gelegenheit dazu. Tück äußerte sich in einem Gastbeitrag in der "Neuen Zürcher Zeitung" (13. November).


Im Kern wiederholte Tück darin seine Kritik, die er an verschiedenen Stellen bereits formuliert hatte; so unterstrich er erneut, dass der Synodale Weg zwar die "systemische Dimension" des Missbrauchs richtig gesehen und auch entsprechend gute Antworten gegeben habe, es sei jedoch fraglich, so Tück, "ob die fällige Missbrauchsaufarbeitung so eng verzahnt werden kann mit weitergehenden Reformabsichten, die das sakramentale Amtsverständnis und die bischöfliche Kirchenverfassung betreffen." Die Berufung auf Missbrauchsbetroffene bedeute zugleich die Gefahr einer "Funktionalisierung oder gar 'Retraumatisierung'".
Auch im Blick auf die dem Papst Franziskus so wichtige missionarische Ausrichtung des von ihm initiierten Synodalen Prozesses verfolge der deutsche Synodale Weg laut Tück eine "gegenläufige Agenda": "erst die fällige Strukturreform, dann Maßnahmen der Evangelisierung". Auch seine Kritik an einer "Identitätspolitik sexueller Minderheiten" und an einem beabsichtigen Synodalen Rat erneuerte der Dogmatiker: "Das ist ein neuer Typ von Kirchenleitung. Synodalität in Permanenz - einige wenige für alle! (...) Das lässt den Apparat weiter anschwellen und verschlingt beträchtliche Finanzmittel bei sinkenden Einnahmen". Auch die "theologische Legitimation" dieses Rates sei fraglich, gab Tück zu bedenken.

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