Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  3. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  4. Vatikan genehmigte 2025 in 34 Diözesen die Feier der Alten Messe in Pfarrkirchen
  5. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  6. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  7. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  8. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  9. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  10. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  11. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  12. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  13. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein
  14. „Das Ende von Maria 2.0“
  15. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘

Warum sind wir trostlos?

16. November 2022 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus: ‚wie geht es dir?’. In eine echte, aufrichtige Beziehung zu Jesu Menschlichkeit, zu seinem Leiden und sogar zu seiner einzigartigen Einsamkeit treten. Mit ihm, der sein Leben bis zum Ende mit uns teilen wollte. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Im sicheren Glück dachte ich einst: Ich werde niemals wanken. Herr, in deiner Güte hast du meinen Berg gefestigt. Du hast dein Angesicht verborgen. Da bin ich erschrocken. Zu dir, Herr, will ich rufen und zu meinem Herrn um Gnade flehn. (...) Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt, / mein Trauergewand hast du gelöst und mich umgürtet mit Freude“ (Ps 30,7-9.12).

Papst Franziskus setzte seine Katechesenreihe zur „Unterscheidung“ fort. In der achten Katechese beschäftigte sich der Papst mit weiteren Elementen und widmete sich dem Thema: „warum sind wir trostlos“?

„Welche Bedeutung hat die Erfahrung des seelischen Zustandes der Trostlosigkeit für uns und unser geistliches Leben?“, fragte sich der Papst.

Zunächst einmal könne die Trostlosigkeit wie ein Weckruf an uns sein, der uns vor Oberflächlichkeit bewahre und uns helfe, wachsam und demütig im geistlichen Leben voranzugehen, unser Leben zu verändern, ohne eine künstliche Gelassenheit anzustreben, die uns gleichgültig und damit unmenschlich werden lasse. Im geistlichen Leben gehe es letztlich nicht darum, über irgendwelche Techniken ein inneres Wohlbefinden zu erzeugen oder vom Herrn dies und jenes zu erbitten, sondern vor allem darum, eine Beziehung mit ihm aufzubauen, ihn immer besser kennenzulernen und einfach bei ihm, dem Lebendigen, zu sein − auch im Leiden und in der Einsamkeit.


Wir erlebten in der Trostlosigkeit, dass Gotteserfahrung nicht machbar und nicht verfügbar sei, sondern uns als Gnade zuteilwerde. Darauf aber dürften wir stets vertrauen: „lassen wir uns also nicht entmutigen und verharren wir in schwierigen Momenten durch das Gebet treu in der Nähe des Herrn“.

Das Evangelium merke an, dass Jesus oft von vielen Menschen umgeben gewesen sei, die ihn um etwas baten, um Heilungen, um materielle Hilfe, aber nicht einfach, um bei ihm zu sein. Er sei von der Menge bedrängt worden, „aber er war allein“. Einige Heilige und sogar einige Künstler hätten über diesen Zustand Jesu nachgedacht. Es könne seltsam und unwirklich erscheinen, den Herrn zu fragen: „Wie geht es dir?“. Stattdessen sei es eine sehr schöne Art und Weise, in eine echte, aufrichtige Beziehung zu seiner Menschlichkeit, zu seinem Leiden und sogar zu seiner einzigartigen Einsamkeit zu treten. Mit ihm, der sein Leben bis zum Ende mit uns teilen wollte.

Es tue uns so gut, zu lernen, mit ihm zusammen zu sein, ohne ein anderes Ziel zu verfolgen, so wie es uns mit den Menschen gehe, die wir liebten: „wir wollen sie immer besser kennen lernen, weil es gut ist, mit ihnen zusammen zu sein“.

Das geistliche Leben sei also keine Technik, die uns zur Verfügung stehe, „es ist kein Programm des inneren ‚Wohlbefindens’, das wir selbst programmieren können. Nein. Es ist eine Beziehung mit dem Lebendigen, die sich nicht auf unsere Kategorien reduzieren lässt“. Die Trostlosigkeit sei also die deutlichste Antwort auf den Einwand, dass die Gotteserfahrung eine Form der Suggestion sei, eine bloße Projektion unserer Wünsche. In diesem Fall würden wir sie immer programmieren, wir wären immer glücklich und zufrieden, wie eine Schallplatte, die die gleiche Musik wiederholt. Wer bete, stelle vielmehr fest, dass die Ergebnisse unvorhersehbar seien: „Erlebnisse und Bibelstellen, die uns oft begeistert haben, lösen heute seltsamerweise keine Begeisterung mehr aus. Und ebenso unerwartet bringen Erfahrungen, Begegnungen und Lektüren, denen man nie Beachtung geschenkt hat oder die man lieber vermeiden würde – wie die Erfahrung des Kreuzes – unerwarteten Frieden“.

Daher solle man sich angesichts von Schwierigkeiten niemals entmutigen lassen, sondern sich der Prüfung mit Entschlossenheit und mit der Hilfe der Gnade Gottes stellen. Und wenn wir eine eindringliche Stimme in uns hörten, die uns vom Gebet abbringen wolle, „dann lernen wir, sie zu entlarven wie die Stimme des Verführers, und lassen wir uns nicht beeindrucken: tun wir einfach das Gegenteil von dem, was sie uns sagt!“.

Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum grüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Liebe Brüder und Schwestern deutscher Sprache, am letzten Sonntag des Kirchenjahres begehen wir das Hochfest Christkönig. Vertrauen wir uns dem Herrn der Geschichte in allen Nöten unserer Zeit an – in der Gewissheit, dass er auf dem Thron des Kreuzes das Böse und den Tod besiegt hat.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  3. Papst: Sexueller Missbrauch in erster Linie ein menschliches Problem
  4. Europas Zukunft im Licht des Evangeliums
  5. Europa kann nur aus seinem Gedächtnis Zukunft gewinnen
  6. Grenzen überwinden, ohne die Wahrheit zu verlieren
  7. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  8. Lichterprozession in Lourdes: Papst betet in Lourdes den Rosenkranz auf Latein
  9. Meloni kündigt Burka- und Niqab-Verbot, Ausländerquoten an Italiens Schulen an
  10. Eucharistische Evangelisationsbewegung ‚Adore Him‘ in den USA
  11. Papst Leo XIV. trifft Missbrauchsbetroffene in Lourdes
  12. Die Würde des Menschen kennt keine Grenze: In den Augen Gottes ist niemand unsichtbar
  13. Den Willen Gottes für den Menschen bedenken und tun
  14. Buße, Hoffnung, ewiges Leben: Lourdes ruft zur Umkehr
  15. Rom: "Krippe von Bethlehem" zu sehen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz