Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Faktenverleugnung und Vertuschungen zu homosexuellen Missbrauchsklerikern
  2. Franziskus bei Pressekonferenz: Tod von Benedikt XVI. wurde instrumentalisiert
  3. Auf dem Weg zur Kirchenspaltung
  4. Sex statt Jesus - Öffnet das Bistum Limburg die Tore für Missbrauch?
  5. Gott schütze ÖSTERREICH - Gott schütze WIEN - Wird Glettler neuer Erzbischof von Wien?
  6. Wie sich der österreichische 'Familienbischof' Glettler erneut an die Gay-Bewegung anbiedert
  7. Das „ZdK“ und die Macht in der Kirche
  8. "Viele, die in der Kirche sind, kennen weder die Bibel noch die Lehre der Kirche!"
  9. Diözese Rottenburg-Stuttgart hebt (endlich) alle Corona-Maßnahmen auf
  10. Polnische Delegierte in Prag: „Ich erwarte, dass wir klar darlegen, was die Kirche lehrt“
  11. ‚Satanische goldene Medusa’ – Pro-Abtreibungsstatue auf New Yorker Gerichtsgebäude
  12. Corona-Studie: Hat die Maskenpflicht gar nichts gebracht?
  13. Ein Löwe der Kirche!
  14. Kirche kann auch ohne Kirchensteuer und ohne Beamtentum funktionieren
  15. Erzbischof Chaput: „Tod von Ratzinger und Pell ist schwerer Verlust für die Kirche“

Missionarin im Herzen - Tini Brüning spricht über den Kern katholischer Medienarbeit

20. Dezember 2022 in Interview, 6 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Mein Anliegen ist es, dass wir als Kirche wieder erklären können, was wir sind" - "Gebet, Messe, Anbetung, das hilft mir, wieder zu erkennen, was eigentlich relevant ist." - Tini Brüning im Interview. Von Jacinta Fink/Bistum Regensburg


Regensburg (kath.net/Bistum Regensburg) „Offiziell bin ich Studentin, aber im Herzen Missionarin,“ antwortet Tini Brüning auf die Frage, was sie beruflich mache. Die 26-jährige studiert „Angewandte Theologie“ in Paderborn. Zuvor schloss sie eine Ausbildung zur Erzieherin ab und besuchte eine Jüngerschaftsschule der Loretto Gemeinschaft in Salzburg. Als Referentin wirkte sie zeitweise bei der diesjährigen Staffel der Jüngerschaftsschule „Follow Me“ in Mallersdorf im Bistum Regensburg mit. Auf Instagram teilt sie ihren Glauben öffentlich und hält Vorträge im deutschsprachigen Raum. Auf was es ihr dabei ankommt, das erzählt sie im Interview.

Bistum Regensburg: Sie bezeichnen sich als Missionarin. Was ist Ihre Mission?

Mein Anliegen ist es, dass wir als Kirche wieder erklären können, was wir sind. Da gibt es zum einen die rationale Ebene, aber auch die Herzensebene, auf der ich die heilige Messe oder die Beichte beispielsweise verstehen kann. Wie ich beide Ebenen, Vernunft und Glaube, in meinem persönlichen Leben zusammenbringe, das zeige ich in den sozialen Medien. Sonst reise ich immer wieder umher und halte Vorträge bei christlichen Veranstaltungen. Ich hätte niemals damit gerechnet, einmal so viel unterwegs zu sein. Auch hätte ich mir das alles gar nicht zugetraut.

Bistum Regensburg: Wenn Sie an Ihre eigene Arbeit denken, aber auch weitergefasst: Welche Themen sollte die katholische Kirche medial behandeln?

Tini Brüning: Jesus. Es klingt fast simpel oder banal, aber das ist es nicht. Er ist die Antwort und je mehr wir ihn in das Zentrum rücken, desto mehr ordnet und gesundet das ganze System Kirche. Er ist – wir sagen das so leicht – das Haupt und wir sind die Glieder. Ich glaube, wenn das sichtbar wäre und wenn wir ihm wirklich diese Position geben würden, würden alle anderen Themen die richtige Gewichtung erhalten.


Bistum Regensburg: Sie haben Instagram als eine Plattform Ihrer Mission entdeckt. Wie kam es dazu?

Brüning: Viele Menschen sind den ganzen Tag sowieso online. Das möchte ich für das Reich Gottes nutzen. Spannend ist auch, dass man auf Instagram nicht kontrollieren kann, wer die Beiträge am Ende alles liest. Da gibt es Priester, die sich auf meinem Kanal umschauen oder sich einfach nur freuen, über mein Zeugnis. Aber auch Studienkollegen, mit denen ich über die Beiträge richtig ins Diskutieren kommen kann. Da freue ich mich immer, wenn ich eine Brücke bilden kann zwischen den verschiedenen Meinungen in der Kirche. Eine Kontaktaufnahme war besonders bewegend. Da gab es einen, der nicht religiös war und durch die Beiträge zum Glauben gefunden hat.

Bistum Regensburg: Ihre Instagram-Beiträge sind durchaus auch manchmal trocken-informativ. Welches Konzept steckt hinter Ihren Beiträgen?

Brüning: Als bei mir nach der Jüngerschaftsschule in Salzburg wieder der ganz normale Studienalltag los ging, musste ich wieder selbst für mein geistliches Leben sorgen. Dadurch habe ich die Werktagsmesse schätzen gelernt und die eucharistische Anbetung in der Kirche nebenan. Von der Eucharistie heißt es im Zweiten Vatikanum, sie ist „Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens.“ Aber was heißt das genau? Ich wollte das tiefer verstehen und das ist ein Grund, warum ich auch diese trockenen Instagrambeiträge mache. In denen ich einfach erkläre, was sich in der heiligen Messe ereignet. Grundsätzlich habe ich kein Konzept hinter meinen Beiträgen. Das, was mich bewegt und fasziniert, damit beschäftige ich mich und gestalte daraus einen Beitrag.

Bistum Regensburg: Fällt es Ihnen auch manchmal schwer, für Ihren Glauben einzustehen?

Brüning: Es gab viele Situationen, wo ich gedacht habe, das mache ich auf gar keinen Fall, da habe ich Menschenfurcht. Was mir hilft, ist dann der Zuspruch von Freunden. Meistens entlarven sie dann meine Angst als Menschenfurcht, die mich abhält, für Gott zu wirken. Da gilt: Gottesfurcht vor Menschenfurcht! Durch das Überwinden kann Gott dann die nächste Tür öffnen und durch seine Führung und durch die Begleitung von guten Freunden traue ich mir dann Dinge zu, die ich mir vorher nicht zugetraut hätte.

Bistum Regensburg: Die Jüngerschaftsschule Follow me findet heuer zum ersten Mal im Bistum Regensburg statt. Was begeistert Sie an diesem Format?

Brüning: „Follow Me“ ist eine Jüngerschaftsschule, die an acht Wochenenden im Jahr stattfindet. Wir versuchen dabei, wie Jesus und seine Jünger zusammenzukommen. Wir beten zusammen, feiern und ringen um verschiedene Themen. Letztlich werden dort einfach die vier Grundvollzüge von Kirche gelebt. Als Hauptquellen dienen die Heilige Schrift und der Katechismus der katholischen Kirche. An so einem Wochenende, wenn ich so viel Herzlichkeit und Gemeinschaft erlebe, denke ich mir manchmal, so könnte es in der Urkirche gewesen sein.

Bistum Regensburg: Das eigene Leben, wie Sie, ganz in den Dienst Gottes zu stellen, das kann einem auch Angst machen.

Brüning: Ich halte fest an dem Versprechen im Matthäusevangelium, wo Jesus sagt, „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit und alles andere wird euch dazugegeben.“ Diese Zusicherung bestätigt sich so oft in meinem Leben. Es kommen immer laute Stimmen und scheinbar dringendere Sachen. Da geht es dann darum, meine Priorität zu kennen und zu schützen. Das klappt nicht immer. Es geht aber auch nicht darum, wie oft ich hinfalle, sondern, dass ich mich immer wieder neu zu ihm, zu meiner ersten Priorität, hinwende.

Bistum Regensburg: Seit Anfang 2021 sind Sie auch im Podcast „Nähkästchen“ zu hören. Um was geht es da?

Brüning: Eine Freundin und ich hatten während der Coronapandemie beide die Sehnsucht, „jetzt erst recht“ die frohe Botschaft zu den Menschen zu bringen. Weil wir oft ziemlich coole Gespräche am Telefon geführt hatten, kam die Idee, daraus ein Podcast-Format zu machen. Wir haben sicher nicht auf alles die perfekten Antworten. Wir erzählen dort einfach offen von dem, was uns beschäftigt: Wie spricht Gott zu mir, wie gehe ich als unverheiratete Frau mit meiner Sexualität um – im Prinzip plaudern wir einfach aus dem Nähkästchen.

Bistum Regensburg: Und zu guter Letzt: Wie bewahren Sie sich in diesen schwierigen Zeiten Ihre positive Ausstrahlung?

Brüning: Das ist eine gute Frage, denn ich lasse mich auch hin und wieder von allem, was nicht gut läuft, mitreißen. Alles gewinnt und verliert für mich an Bedeutung, wenn ich beispielsweise in der heiligen Messe das Heilsgeschehen erleben darf. Gebet, Messe, Anbetung – das hilft mir, wieder zu erkennen, was eigentlich relevant ist. In den Sakramenten zu bleiben, hilft mir, mich immer wieder in der Wahrheit zu ordnen.

Foto (c) Tini Brüning


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 wandersmann 25. Dezember 2022 
 

Geht das? "als Kirche wieder erklären können, was wir sind"

Christus selbst musste mehrfach feststellen, dass ER das jedenfalls nicht geschafft hat:

Warum versteht ihr meine Rede nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt!

1Kor 1,21 Denn weil die Welt durch [ihre] Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott, durch die Torheit der Verkündigung diejenigen zu retten, die glauben.

Es gibt ein prinzipielles Problem als Kirche zu erklären, was wir sind. Der Welt kann man eben prinzipiell nicht erklären, was Kirche=mystischerLeibChristi ist.


0
 
 Ulrich Motte 21. Dezember 2022 
 

Bibelfreund

Der Hauptstrom des Pietismus ist wie die Evangelische Allianz, der er engstens verbunden ist, seit sehr vielen Jahrzehnten bibeluntreu (worüber ganze Doktorarbeiten berichten): Er ist keinesfalls zu verwechseln mit dem konservativen Protestantismus.


0
 
 bibelfreund 20. Dezember 2022 
 

Ein Lichtblick

….in den zum „Haltungs-Journalismus“ entarteten Fakenews-Medien. In Deutschland meinen selbst pietistisch-evangelikale Möchtegern-„Journalisten“ sich dem Mainstream anschließen zu müssen. Von Katholiken ganz zu schweigen. Keine biblische Substanz mehr in ethischen Fragen, nur peinliche anbiederei.


0
 
 Peter2021 20. Dezember 2022 
 

Hervorragender Beitrag!

JA, die Sakramente, insbesondere die heilige Eucharistie sind zentral auf unserem Weg zur Heiligkeit! "Die Eucharistie ist unser wahrer Schatz auf Erden. Nichts ist schöner, nichts ist größer, nichts ist bewundernswerter als diese Anwesenheit des Auferstandenen, der zu uns kommt, um uns an dem Reichtum seiner Gnade teilhaben zu lassen und uns mit seiner Herrlichkeit zu bekleiden." So begann der beeindruckende Vortrag von Père Florian Racine, MSE, bei "Adoratio Altötting 2019". Auch sein Interview in Heiligenkreuz nach Adoratio hilft, den enormen Wert der eucharistischen Anbetung zu verstehen.

https://www.youtube.com/watch?v=BdpF_nt1ysY

www.youtube.com/watch?v=wXHnSsGkHMs


2
 
 Franziskaner46 20. Dezember 2022 
 

modernchrist

"Das ist der Unterschied zwischen sakral und profan."
Das kann nicht sein: "Steig in das Traumboot der Liebe" hat doch schon Catarina Valente vor sechzig Jahren gesungen. ;-)


0
 
 modernchrist 20. Dezember 2022 
 

Die heilige Messe ist ein Traumboot

Es ist wirklich so: Wie kann man in dieser wirren und teils zur Verzweiflung führenden Zeit glücklich und froh bleiben? Antwort wie Tini: Geh in die heilige Messe, vertiefe dich in die Gebete dort, nehme wirklich andächtig Anteil am Geschehen im Gottesdienst. Dort findet Rettung statt, Jesus kommt zu uns ins Boot, ja direkt in uns hinein und damit wird unser Lebensboot zu einem Traumboot. Das ist der Unterschied zwischen sakral und profan.


1
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Franziskus bei Pressekonferenz: Tod von Benedikt XVI. wurde instrumentalisiert
  2. Auf dem Weg zur Kirchenspaltung
  3. Gott schütze ÖSTERREICH - Gott schütze WIEN - Wird Glettler neuer Erzbischof von Wien?
  4. Sex statt Jesus - Öffnet das Bistum Limburg die Tore für Missbrauch?
  5. Faktenverleugnung und Vertuschungen zu homosexuellen Missbrauchsklerikern
  6. Das „ZdK“ und die Macht in der Kirche
  7. Ein Menschenbild und eine Erziehung, die einem vorkommt, als stamme sie aus einem Horrorfilm!
  8. "Viele, die in der Kirche sind, kennen weder die Bibel noch die Lehre der Kirche!"
  9. Erzbischof Chaput: „Tod von Ratzinger und Pell ist schwerer Verlust für die Kirche“
  10. Ein Löwe der Kirche!
  11. Wie sich der österreichische 'Familienbischof' Glettler erneut an die Gay-Bewegung anbiedert
  12. Cora Evans - Wird das Mormonenmädchen, dem Unsere Liebe Frau erschienen ist, seliggesprochen?
  13. Neue Untersuchungsberichte zu Missbrauchsskandal um Jean Vanier
  14. Der CDU-Integrationsexperte Ismail Tipi ist mit 64 Jahren gestorben
  15. Verwirrte "Klimasektierer" stören jetzt Hochzeitsmessen mit Kindersärgen

© 2023 kath.net | Impressum | Datenschutz