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350 Jahre Montfort: Der Heilige, der Johannes Paul II. prägte

4. Februar 2023 in Spirituelles, 2 Lesermeinungen
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Die von dem französischen Volksmissionar propagierte "Ganzhingabe an Jesus durch Maria" wurde Generationen von Katholiken zum Anhaltspunkt im Glauben


Wien (kath.net/KAP) Eine heute eher in Vergessenheit geratene, aber deshalb nicht minder einflussreiche Persönlichkeit der Kirchengeschichte würde am 31. Jänner ihren 350. Geburtstag feiern: der Franzose Ludwig Maria Grignon (1673-1716), der nach seinem Geburtsort Montfort benannt ist und 1947 heiliggesprochen wurde. Der Volksmissionar, Schriftsteller und Ordensgründer prägte wie kaum ein anderer die Marienverehrung und stand mit seinem theologischen Erbe maßgeblich hinter der Entstehung zahlreicher apostolischer Werke wie etwa der Laienbewegung "Legio Mariae", erläuterte deren geistlicher Leiter in Österreich, P. Florian Calice, am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur Kathpress.

Ludwig Maria Grignon von Montfort war nach seiner Priesterweihe in Paris zunächst Krankenhausseelsorger in Poitiers, wo er eine Gemeinschaft ins Leben rief, die sich der Krankenpflege und dem Schulunterricht für Bedürftige widmete. In den Dörfern und Städten von Frankreichs Nordwesten wirkte er anschließend missionarisch, ab 1706 auch mit dem vom Papst verliehenen Titel "Apostolischer Missionar", und förderte dabei besonders die Eucharistie und das Beten des Rosenkranzes. 1713 gründete er die "Missionare von der Gesellschaft Mariens", ehe er am 28. April 1716 in St.-Laurent-sur-Sevre verstarb. Erst nach Montforts Tod schlossen sich Priester und Laienbrüder aus seinem Umfeld zur "Montfortianischen Gesellschaft Mariens" zusammen, die heute vor allem im Krankendienst sowie in Elendsvierteln Südamerikas, Afrikas und Indiens tätig ist.


Während seine Gemeinschaften heute eher zu den kleineren katholischen Ordensgemeinschaften zählen, hat seine geistige Hinterlassenschaft jedoch große Wirkkraft entfaltet, betonte P. Calice. Als "prophetisch" bezeichnete der Wiener Priester einerseits die Vorhersage Montforts, die Jungfrau Maria werde "vor der Wiederkunft des Herrn die Weltbühne betreten und seinem zweiten Kommen vorausgehen, wie sie dies schon beim ersten Mal tat". Tatsächlich habe wenig später ein regelrechtes "Zeitalter der Marienerscheinungen" mit großem Einfluss auf die katholische Kirche eingesetzt, wobei jene im Pariser Ort Rue de Bac (1830), Lourdes (1858), Fatima (1917) bis hin zu Medjugorje (seit 1981, von der Kirche bisher nicht anerkannt) nur die schillerndsten sind. Maria als Weg zu Jesus Montfort habe jedoch auch auf andere Weise die katholische Landschaft seit dem 19. Jahrhundert bis hin in die Gegenwart verändert, so P. Calice weiter.

Ins Gewicht falle dabei besonders die erst posthum, nach jahrzehntelangem Verschwinden, zum Bestseller gewordene Schrift "Abhandlung über die Wahre Andacht zu Maria", die im Deutschen unter dem Titel "Das goldene Buch" bekannt wurde. Zentral war darin der Gedanke, die in der Taufe besiegelte Zugehörigkeit zu Jesus sehr bewusst in allen Aspekten des Lebens zu vollziehen. "Darauf gründet die Idee der 'Weihe' seiner selbst - als vollkommene Hingabe von Leib, Seele und des materiellen wie geistigen Besitzes - an Jesus durch Maria", wie P. Calice erklärte.

Für viele prominente Kirchenfiguren, Ordensgemeinschaften und Laienbewegungen wurde diese Ganzhingabe zu einem zentralen Bestandteil ihrer Spiritualität. Calice nannte hier Papst Johannes Paul II. (1920-2005), der als Leitspruch "Totus tuus" wählte und in der Enzyklika "Redemptoris Mater" auf Montfort verwies, weiters Mutter Teresa (1910-1997) und ihre "Missionarinnen der Nächstenliebe" sowie den irischen "Legio"-Gründer Frank Duff (1889-1980), der Montfort als geistigen Vater erkor. Auch bei anderen marianischen Bewegungen wie etwa Schönstatt, Emmanuel, Loretto, Seligpreisungen, Jüngergemeinschaft sowie naturgemäß bei der "Montfortanischen Gesellschaft" wird die Weihe an Jesus durch Maria bis heute praktiziert, immer wieder aber auch von Bischöfen, die ihre Diözese in einem offiziellen Akt weihen.

"Klärwirkung wie Pool-Chemie" In Österreich gehört Pater Petrus Pavlicek (1902-1982), Gründer des Rosenkranz-Sühnekreuzzugs (RSK), zu den bekanntesten Vollziehern von der Marienweihe - "die er mit seinem Blut unterschrieb", wie sein Nachfolger an der Spitze der Gebetsgemeinschaft, P. Benno Mikocki, gegenüber Kathpress betonte. Die meisten Mitglieder hätten diesen Akt ebenfalls "auf unblutige Weise" vollzogen, "doch spricht man wenig darüber, da es etwas sehr Persönliches ist", so der Franziskaner. Populär sei diese Frömmigkeitsform vor allem deshalb, da viele die Hinwendung zu Maria als "Hilfe, um eine persönliche Beziehung zu Jesus aufzubauen" erlebten. Auch nach den Worten des Legio-Leiters P. Calice hat die Verehrung Mariens "keine verkomplizierende, sondern klärende Wirkung" für den Glauben an Gott und trage zu dessen Entfaltung bei - "vergleichbar mit einer Chemikalientablette, die das Wasser im trüben Schwimmbad wieder schnell klar macht". Phänomene wie etwa das alljährliche Medjugorje-Jugendfestival verdeutlichten, dass auch junge Menschen heute noch dazu Zugang fänden.

 

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