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Papst Benedikt XVI. verdient in Medjugorje ein großes Denkmal!

12. März 2023 in Buchtipp, keine Lesermeinung
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Der ehemalige Pfarrer von Medjugorje, Pater Tomislav Pervan OFM über die Beziehung des verstorbenen Papstes zu Medjugorje.


Linz (kath.net)
Papst Benedikt ist im hohen, biblischen Alter heimgegangen. Eine einmalige intellektuelle wie theologische Größe, eine Jahrhunderterscheinung. Vielleicht der größte katholische Theologe im 20. Jahrhundert. Vielleicht wird er einmal zum Kirchenlehrer erhoben. Es ist nicht unser Anliegen, ihn hier als Theologen darzustellen oder zu loben, sondern seine Rolle in der Beurteilung des Phänomens Medjugorje in den Vordergrund zu stellen. Von Anfang an hat er das Phänomen Medjugorje begleitet, fast ein Vierteljahrhundert hat er auch das Pontifikat von Johannes Paul II. mitgeprägt wie auch mitgestaltet, vor allem in theologischen Fragen.

Er war dauernd im Gespräch mit der Welt. Aus diesem Gespräch mit der Welt sind fünf Bücher entstanden. Im ersten Interviewbuch mit Vittorio Messori unter dem Titel „Zur Lage des Glaubens“ von 1985, wird Medjugorje kurz rezensiert. Wir wissen, Ratzinger kommt aus Bayern, bekannt ist er für seine Marienverehrung. Aber nicht nur das. Als Oberhaupt der Glaubenskongregation hebt der Kardinal die Bedeutung Marias und die Rolle Marias im Leben Jesu sowie den Glauben der Kirche hervor. Ohne Maria gibt es keinen Jesus, marianische Dogmen sind der Garant dafür, dass Jesus Gott und Mensch in Einem ist. Maria verkörpert in ihrer Person die größten Geheimnisse unseres Glaubens, sie strahlt sie aus, sie verbindet Judentum und Kirche, Israel und Christentum, Synagoge und die neue Gemeinschaft der Gläubigen Christi. Maria ist das Bindeglied zwischen dem Alten und Neuen Testament. Wahre und echte marianische Frömmigkeit gibt dem Glauben und der Frömmigkeit in gewisser Weise ein „Herz“, so Pascal, da das Herz seine eigenen Gründe hat, die der Verstand nicht kennt. Maria ist Figur, Bild und Vorbild der Kirche. In ihr erstrahlt im wahrsten Sinne die Weiblichkeit in ihrer ganzen Fülle, aber auch der Sinn des menschlichen Lebens – im Dogma ihrer Aufnahme in den Himmel. Maria als vollendete Anthropologie und vollendete Eschatologie.

In diesem Gespräch mit Messori gibt Ratzinger zu, dass er das dritte Geheimnis von Fatima nach dem Papstattentat auf Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 gelesen hat, kurz vor den Erscheinungen von Medjugorje, die am 24. Juni 1981 begannen. Ratzinger empfiehlt in Sachen Medjugorje Geduld. Er weist darauf hin, dass neben den Früchten, die mit einzelnen Erscheinungsorten verbunden sind, auch die Orthodoxie der religiösen Praxis wichtig ist. Das heißt, wahre, katholische Praxis in Bekehrung, Verkündigung, Evangelisierung, Sakramenten, Andachten, Volksfrömmigkeit.

Der Ortsbischof Msgr. Pavao Žanić setzte zwei Kommissionen ein, die erste aus dem Jahre 1982 mit fünf Mitgliedern erweiterte er später um weitere zehn Mitglieder, so dass die Kommission am Ende fünfzehn Mitglieder zählte. Er selbst hat die Arbeit der Kommission moderiert und auf ein negatives Urteil bezüglich Medjugorje hingearbeitet. 1986 brachte er die Beschlüsse und Ergebnisse seiner Kommission nach Rom. Das Urteil seitens der Kommission über die Erscheinungen in Medjugorje hinsichtlich ihrer Übernatürlichkeit war negativ. Die Dokumentation wurde Kardinal Ratzinger in der Glaubenskongregation überreicht. Der Ortsbischof forderte vom Kardinal ausdrücklich, alles rund um Medjugorje zu verbieten, das sei alles nur Betrug, Aberglaube und Volkstäuschung. Er verlangte auch das Verbot der Pilgerfahrten nach Medjugorje.


Der Kardinal übernahm die Dokumentation und muss sie gewiss genau studiert haben. Er hat das Votum dieser Kommission nicht angenommen, übertrug bald die Angelegenheit an die Jugoslawische Bischofskonferenz und Kardinal Kuharić in Zagreb, die daraufhin eine neue Kommission ins Leben riefen. Die Kommission arbeitete vier Jahre, die Mitglieder kamen nach Medjugorje als ich hier Pfarrer war, sie trafen sich mit den Sehern, stellten Fragen und zum Schluss haben sie als Ergebnis ihrer Arbeit die sogenannte Erklärung von Zadar im April 1991 bekanntgemacht. Der Beschluss war: aufgrund der bisherigen Forschung ist es nicht möglich, die übernatürliche Ursache und Natur der Erscheinungen festzustellen, aber eine große Anzahl von Pilgern und Gläubigen erfordert dringend pastorale Betreuung und konkrete Sorge seitens der Hirten. Zu diesem Zweck sind die Bischöfe verpflichtet, besonders geeignete liturgisch-pastorale Richtlinien zu erarbeiten. Ebenso wird die Kommission in Hinkunft durch ihre Mitglieder die gesamte Situation in Medjugorje überwachen und untersuchen. Die Dokumentation und die Ergebnisse dieser Kommission sind, so ist anzunehmen, nach Rom gebracht worden und sind auf dem Tisch des Präfekten der Kongregation, Kardinal Ratzinger, gelandet. Daraufhin wurden sie nirgendwo in den Vatikan-Medien erwähnt. Nicht einmal die Erklärung von Zadar. Die Vermutung steht nahe, der Kardinal sei möglicherweise mit der Arbeit und dem Urteil dieser Kommission unzufrieden. Andererseits wird herumgesprochen, die Erklärung wurde mit der Kongregation in der Endredaktion abgestimmt...?

Heute ist es überflüssig und total irrelevant, sich auf die negativen Urteile der Bischöfe von Mostar oder der vormaligen Kommissionen zu berufen. Papst Benedikt hat im Jahre 2010 eine neue internationale Kommission ins Leben gerufen, die von neuem alles um Medjugorje sachlich prüfen und ein endgültiges Urteil fällen soll. Die Ergebnisse der vormaligen Kommissionen seien heute irrelevant und man kann sie ignorieren, auch aufgrund der Ergebnisse der neuen Internationalen Kommission, die ihre Arbeit 2014 beendet und die Ergebnisse Papst Franziskus übermittelt hat.

Im Jahre 1991, kurz nach der Zadar-Erklärung, brach auf dem Territorium des ehemaligen Staates Jugoslawien ein Krieg aus. In Mostar kam es 1992 zum Wechsel im bischöflichen Ordinariat von Mostar. Der Bischof Pavao Žanić wurde in Mostar durch Mons. Ratko Perić abgelöst. Der neue Bischof vertrat von Anfang an die Position des „constat de non supernaturalitate“ („Es steht fest, dass die Erscheinungen nicht übernatürlich sind“). Er hat die Hinweise der Kommission aus der Deklaration von Zadar bezüglich der Seelsorge in Medjugorje außer Acht gelassen und ignoriert. Außerdem hat er alles unternommen, die Seher von Medjugorje und das ganze Phänomen weltweit in ein schlechtes Licht zu rücken. Medjugorje überlebte die Kriegsjahre und erlebte Ende der 90er Jahre seine Blütezeit, wie es Ende der 1980er Jahre war. Papst Johannes Paul II. hat Medjugorje positiv beurteilt. Mit der Wahl von Kardinal Ratzinger zum Papst hat sich dann die Lage um Medjugorje geändert. Zum Neujahr 2009 war Kardinal Schönborn von Wien einige Tage auf Besuch in Medjugorje und hat sich dann in einem Interview in der Deutschen Tagespost sehr positiv über Medjugorje geäußert.

Mittlerweile ist Medjugorje zu einem globalen Phänomen geworden, bei dem große und reichliche Früchte zu sehen sind. Im Ort selbst gibt es keine Abweichung in der pastoralen Praxis, der Fokus liegt auf dem Sakrament der Versöhnung und der Eucharistie, auf Anbetung und Bekehrung. Er wurde zum „Beichtstuhl der Welt“ umgetauft. Aufgrund der Früchte und des guten Rufes in der Gesamtkirche beschloss Papst Benedikt im Jahr 2010, eine internationale theologische Kommission zur Untersuchung des Phänomens Medjugorje einzusetzen. Die Kommission setzte sich aus Kardinälen und Experten verschiedener Fachrichtungen zusammen, hatte 17 Mitglieder. An der Spitze war Kardinal Camillo Ruini, der Bischofsvikar von Rom. Sie arbeitete vier Jahre lang – ebenso wie die beiden vorangegangenen – und legte ihre Beschlüsse und Ergebnisse 2014 Papst Franziskus vor. In der Zwischenzeit trat Papst Benedikt 2013 von seinem Amt zurück.

Die Ergebnisse der Arbeit der Kommission wurden nicht veröffentlicht, erreichten aber doch über einige Kanäle vatikanische Experten und Journalisten, die sie veröffentlichten, und die Ergebnisse sind auch einer breiteren Leserschaft im Internet zugänglich. „Das Ergebnis der Abstimmung über die übernatürliche Natur des Beginns des Phänomens: Auf der Grundlage von allem stimmte die Internationale Kommission nämlich – in geheimer Abstimmung - über die Frage einer „constat de supernaturalitate“ des Beginns des Phänomens ab, was zu folgendem Ergebnis führte: Von den 15 bei der Abstimmung anwesenden (elf Mitgliedern und vier Experten), gaben zehn Mitglieder und drei Experten ihre Meinung ab: Die Erscheinungen sind übernatürlich – dreizehn Stimmen, wobei ein Mitglied sich nicht gegen die übernatürlichen Erscheinungen entscheiden konnte und ein Mitglied gegen die übernatürlichen Erscheinungen stimmte. Daher glaubt die Internationale Kommission mit großer Mehrheit, „dass die Anfänge des Phänomens Medjugorje nicht allein auf die menschliche Dynamik reduziert werden können, sondern dass sie einen übernatürlichen Ursprung haben“. Merkwürdigerweise war das Ergebnis der Kommission von Bischof Žanić genau umgekehrt: Dreizehn Nein-Stimmen, eine Ja-Stimme und eine neutrale Stimme! Wie sich das Schicksal wendet!

Daher kann man den Schluss ziehen, Kardinal J. Ratzinger/Benedikt XVI. komme eine entscheidende Rolle bei der Bewertung, Beurteilung und endgültigen Beurteilung des Phänomens Medjugorje zu. Aufgrund des Urteils dieser Kommission hat Papst Franziskus die Angelegenheit und die Jurisdiktion in seine Hand genommen. Er entsandte zuerst im Jahre 2017 als Apostolischen Delegaten und dann als Apostolischen Visitator den Erzbischof, Mons. Henryk Hoser aus Polen, und nach dessen Tod im August 2021, im Februar 2022 einen neuen apostolischen Visitator in der Person des sich im Ruhestand befindenden vatikanischen Nuntius, Erzbischof Mons. Aldo Cavalli. Beide hatten einen festen Sitz in Medjugorje und agierten und agieren hier als Vertrauenspersonen des Papstes. Durch die Entsendung seiner Delegierten übernahm der Vatikan die Verantwortung für die Seelsorge in Medjugorje.

Wir können dem verstorbenen Papst Benedikt sehr dankbar sein, dass er die Bedeutung und Rolle von Medjugorje in der Kirche erkannt und auf eine äußerst kluge Weise behandelt hat, dass er nicht voreilig vorging und dem Rat des Bischofs von Mostar nicht folgte. Er war sich dessen bewusst, was die Kirche von Anfang an praktiziert hat, nämlich „lex orandi et lex celebrandi statuit legem credendi“, dass das, was die Kirche betet und feiert, bestimmt, definiert, was die Kirche glaubt. Außerdem sollte auch der weltweit einmütige Glaubenssinn („sensus fidei fidelium“) der Gläubigen berücksichtigt werden. Daher kann Medjugorje in ruhigen Gewässern frei in die Zukunft segeln, ohne Angst vor Verboten, Eingriffen oder Unterbrechungen von oben. Ganz klar, immer daran denken, was Jesus den Jüngern sagte, man muss jede Rebe, die Frucht bringt, reinigen, damit sie noch mehr Frucht bringt. Und zum Schluss mein Wunsch:
Papst Benedikt verdient in Medjugorje ein GROSSES DENKMAL!


kath.net Buchtipp
Medjugorje – Ein prophetisches Zeichen für die Welt
Tomislav Pervan
87 Seiten
Medienverlag Christoph Hurnaus 2018
ISBN: 978-3-902354-16-7
Preis: Euro 7,00

 


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