Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  2. Die US-Bischöfe fördern die natürliche Familienplanung
  3. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  4. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  5. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  6. Pax tecum – Wenn der Papst über Frieden spricht
  7. 'Weihnachten im Juli': Der Gedenktag der Heiligen Drei Könige
  8. "Ein Schisma und mein Ausstieg aus der Priesterbruderschaft St. Pius X."
  9. Vatikan dementiert Berichte über Ende des Rupnik-Verfahrens
  10. Papst Leo: „So können wir als Christen das Alter leben: gebrechlich, aber zugleich berufen“
  11. Vatikan stuft schottische Mönche nach unerlaubter Bischofsweihe als exkommuniziert ein
  12. Medjugorje: Brandanschlag und Schändungen kurz vor Jugendfestival
  13. Deutsches Auswärtiges Amt verzichtet auf Genderschreibweise
  14. Papst ruft zu christlichem Lebensstil im Urlaub auf
  15. Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“

Transhumanismus – die derzeit vielleicht gefährlichste Ideologie der Welt

22. Mai 2023 in Aktuelles, 6 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Gudula Walterskirchen sprach am ITI Trumau über den Totalitätsanspruch der Transhumanisten und ihren Zugriff auf die Kinder über angeblich fortschrittliche Bildungssysteme. Sie rät dazu, sich persönlich nicht von der Technik beherrschen zu lassen


Trumau (kath.net/mk) Über die gut verborgen, aber wirkmächtig grassierende Ideologie des Transhumanismus und ihre totalitäre Komponente sprach unlängst die Historikerin und Autorin Dr. Gudula Walterskirchen im Rahmen des „Internationalen Bildungsgipfels“ der Katholischen Hochschule ITI in Trumau bei Wien. Ausgehend von der jüdischen Philosophin Hannah Arendt, die die Identität des pervertierten Menschenbildes von Nationalsozialismus und Kommunismus beschrieb, erläutert die Historikerin den wesentlichen Unterschied zwischen einer Diktatur und einem totalitären Regime: Während der Diktator zwar das öffentliche Verhalten der Bürger kontrollieren wolle, lasse er sie im privaten Bereich unbehelligt. Dagegen strebe ein totalitäres Regime auch danach, das Denken und die Privatsphäre jedes Menschen zu beeinflussen. Es gebe dann kein nicht-politisches Handeln mehr, keiner komme mehr am Regime vorbei, es werde zum Prüfstein für jeden.


Heute finde sich solches Totalitätsdenken zum einen offen erkennbar in Nordkorea und China, wo die Menschen in Orwellscher Manier mittels Technik bis ins Letzte überwacht würden, und das Schulsystem zur möglichst frühen Indoktrination und Atomisierung des Einzelnen missbraucht werde. Denn Bildung sei laut Walterskirchen in einer totalitären Gesellschaft nicht Mittel zur Selbstbestimmung der Menschen, sondern zur Entfremdung von der eigenen Familie, Eingliederung in die Masse als Kollektiv und Abhängigmachung vom Staat. Zurückbleibe das einsame, ängstliche, misstrauische Individuum, das damit empfänglich für Propaganda und gut beherrschbar sei.

Die Ideologie des Transhumanismus komme ebenfalls mit einem Totalitätsanspruch daher, sei aber noch viel gefährlicher, weil sie nicht offen erkennbar sei, sondern nach und nach, unter der Flagge des Fortschritts, vor allem aus dem Silicon Valley in die westliche Welt einsickere. Als ihre Kernaussage solle der Mensch durch Technik „überwunden“, „perfektioniert“ werden, weil er an sich ein Mangelwesen sei. Davon zu unterscheiden sei eine sinnvolle „Ergänzung“ etwa durch eine Prothese nach einem Unfall.

Die Historikerin hebt als konkretes Ziel der Transhumanisten hervor, den Tod als „größten Fehler“ des Menschseins zu überwinden, sowie das Gehirn, das als „zu schwache Festplatte“ gesehen wird, mit Technik zu „formatieren“. Dafür würden schon Kinder möglichst früh mit dem binären Denken des Computers in Berührung gebracht, das wie 0 und 1 nur Gut und Böse kenne und keine Differenzierung zulasse. Laptop-Klassen, Multiple-Choice-Tests oder die Verwendung von Google als Suchmaschine („was man dort nicht findet, das gibt es nicht“) seien vor diesem Hintergrund kritisch zu hinterfragen. Der Transhumanismus leugne die Seele sowie den freien Willen des Menschen und sei bereit, einzelne Menschenleben zum Wohle der Überwindung des Menschen zu opfern. Was mit nicht optimierbaren oder optimierungswilligen Menschen passieren soll, werde etwa vom bekannten israelischen Transhumanisten Yuval Harari ausdrücklich offen gelassen. Walterskirchen empfiehlt abschließend, sich selbst immer die Frage zu stellen, ob die Technik mir im konkreten Fall dient, oder sie mich schon beherrscht.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  3. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  4. Medjugorje: Brandanschlag und Schändungen kurz vor Jugendfestival
  5. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  6. DANKE JUSTIN! - Kanadischer Sänger bringt Stadion während WM-Finale mit „Halleluja“ zum Schweigen!
  7. Krebs und Paradies – Das Leben des 17-jährigen David Buggi
  8. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  9. Leo beruft den lehramtstreuen US-Erzbischof Cordileone in die Apostolische Signatur
  10. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  11. Erzdiözese Wien bestätigt Pensionierung von Dompfarrer Faber
  12. Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“
  13. "Ein Schisma und mein Ausstieg aus der Priesterbruderschaft St. Pius X."
  14. Birkenstock springt auf "Nun Girl Summer"-Trend auf: Animierte Filz-Nonne in Birkenstock-Sandalen
  15. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz