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„Wahrheit und Liebe“ als Fundament: einzigartiges christliches Schulprojekt in Kasachstan

24. Mai 2023 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Die vom Berliner Priester P. Lorenz Gawol in den 1990ern gegründete Schule wird von zwei österreichischen Ordensgemeinschaften betreut.


Kornejewka/Kasachstan (kath.net/mk) Kornejewka, ein Dorf im Steppengebiet des nördlichen Kasachstan, beherbergt seit 1996 das im Land einzigartige christliche Schulprojekt „Sankt Lorenz“. Es besteht aus einem Mittelschulkomplex und einer privaten Schule, angeschlossen sind ein Kindergarten, ein Schüler- und ein Lehrerwohnheim. Rund 200 Kinder und Jugendliche aus teils sehr entlegenen Dörfern werden dort bis zur Matura unterrichtet. Der Lehrplan der öffentlichen Schule richtet sich nach den staatlichen Vorgaben und integriert zum einen den Religions- und Ethikunterricht wie auch eine Vorbereitung auf die Psychologie des Familienlebens, andererseits gibt es diverse sportliche und kulturelle Wahlfächer wie etwa Karate oder Tanz und Gesang, um die ganzheitliche Entwicklung und die Umgangsformen der Schüler zu fördern. Schließlich erlernen die Schüler insgesamt vier Sprachen: Zusätzlich zu den Landessprachen Kasachisch und Russisch auch noch Englisch und Deutsch. Schüler haben die Möglichkeit, u.a. mit Muttersprachlern Deutsch zu lernen und das Deutsche Sprachdiplom abzulegen. Dadurch sind sie befähigt, in deutschsprachigen Ländern zu studieren.


Die Gründung der Schule geht auf den Berliner Priester Pater Lorenz Gawol zurück, der in den 1990ern im postsowjetischen Kasachstan als Seelsorger tätig war. Seine Erfahrungen führten ihn zur Überzeugung, dass es für Kinder und Jugendliche bedeutsam sei, eine Schule besuchen zu können, in der sie nicht nur eine fundierte Bildung, sondern auch geistige Formung auf der Basis des christlichen Menschenbildes und individuelle Förderung erhalten. Schon im Jahr 1995 fand er in der Schwesterngemeinschaft der Franziskanerinnen von Vöcklabruck (Oberösterreich) begeisterte Unterstützerinnen für die Gründung der Schule. Auf der Suche nach einem Nachfolger als Direktor der Schule kontaktierte er die Gemeinschaft der Diener Jesu und Mariens (SJM) aus Blindenmarkt (Niederösterreich), die seit dem Jahr 2000 zusammen mit den Schwestern die geistige und finanzielle Verantwortung für das Projekt übernahm. Eine rege Bautätigkeit mit viel Unterstützung durch die lokale Bevölkerung und aus dem Ausland konnte die verwahrlosten kommunalen Gebäude für schulische Zwecke instandsetzen.

Die beiden Ordensgemeinschaften sind weiterhin vor Ort präsent: Sr. Kunigunde Fürst und Sr. Agnes Mairhofer von den Franziskanerinnen engagieren sich im Deutschunterricht, während P. Leopold Kropfreiter (SJM) als Verwaltungsdirektor das gesamte Projekt leitet. Alle Ausgaben, die über das Monatsbudget hinausgehen, werden in Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen, Freunden und Förderern des Projekts bewältigt, auch eine freiwillige Mitarbeit ist über die Franziskanerinnen möglich. Etwa 100 Schüler, die aus ärmeren oder schwierigen Verhältnissen kommen, können über Ermäßigungen (Patenschaften) dennoch die Schule besuchen. Die Pädagogik orientiert sich an den Eigenheiten der jeweiligen Persönlichkeit der Kinder. Im Zentrum steht der junge Mensch als freie, von Gott geschaffene, einzigartige Person. Seine Entfaltung soll nicht nur intellektuell durch Wissensvermittlung, sondern auch durch wertorientierte Formung und individuelle Talentförderung erfolgen, wobei die psychologische und emotionale Entwicklung wie auch der soziale Kontext berücksichtigt werden. Ziel ist ein selbständiges Leben in Würde, in dem der Mensch seiner Familie, dem Land und sich selbst dienen kann. „Das beste Fundament für jedes Leben sind die Wahrheit und die Liebe“ ist das geistliche Testament, das der Gründer P. Gawol seinen Nachfolgern hinterließ.

 

 


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