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Botschaft von Papst Leo zum 10. Jahrestag des nachsynodalen Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia

vor 5 Stunden in Aktuelles, 11 Lesermeinungen
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"Angesichts der Veränderungen, die weiterhin Einfluss auf die Familien haben, habe ich beschlossen, im Oktober 2026 die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen der ganzen Welt zu versammeln, um im gegenseitigen Aufeinanderhören..."


Vatikan (kath.net) "Angesichts der Veränderungen, die weiterhin Einfluss auf die Familien haben, habe ich beschlossen, im Oktober 2026 die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen der ganzen Welt zu versammeln, um im gegenseitigen Aufeinanderhören eine synodale Unterscheidung bezüglich der Schritte vorzunehmen, die unternommen werden müssen, um heute den Familien das Evangelium zu verkünden. Dies soll im Lichte von Amoris laetitia geschehen und unter Berücksichtigung dessen, was in den Ortskirchen bereits getan wird." Das hat Papst Leo soeben in seiner Botschaft zum 10. Jahrestag des nachsynodalen Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia (siehe Link) angekündigt.

kath.net dokumentiert die Botschaft von Papst Leo XIV. zum 10. Jahrestag des nachsynodalen Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia in voller Länge:

Liebe Brüder und Schwestern!

Am 19. März 2016 hat Papst Franziskus der Weltkirche eine leuchtende und hoffnungsvolle Botschaft bezüglich der ehelichen und familiären Liebe geschenkt: das Apostolische Schreiben Amoris laetitia, Ergebnis eines dreijährigen synodalen Unterscheidungsprozesses, der in das Heilige Jahr der Barmherzigkeit mündete. Am zehnten Jahrestag wollen wir dem Herrn für diese Anregung für das Studium und die pastorale Umkehr der Kirche danken, und ihn um den Mut bitten, den Weg weiterzugehen, indem wir das Evangelium stets aufs Neue in der Freude annehmen, es allen verkünden zu dürfen.

Wie das Zweite Vatikanische Konzil lehrt, ist die Familie »das Fundament der Gesellschaft«, [1] ein Geschenk Gottes und »eine Art Schule reich entfalteter Humanität«. [2] Mittels des Sakraments der Ehe bilden christliche Eheleute eine »Art Hauskirche«, [3] die für die Erziehung und Weitergabe des Glaubens von wesentlicher Bedeutung ist. Dem Impuls des Konzils folgend haben die beiden Apostolischen Schreiben Familiaris consortio von Johannes Paul II. aus dem Jahr 1981 und Amoris laetitia (AL) zu einer doktrinalen und pastoralen Schwerpunktsetzung der Kirche im Dienste der jungen Menschen, der Ehepaare und Familien angeregt.


Auf Grund »der anthropologisch-kulturellen Veränderungen« (AL, 32), die über die letzten fünfunddreißig Jahren stärker geworden sind, wollte Papst Franziskus, dass die Kirche engagierter den Weg der synodalen Unterscheidung beschreitet. Mit seiner Ansprache vom 17. Oktober 2015 während der 14. Ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode über die Familie ruft er zu einem gegenseitigen Aufeinanderhören innerhalb des Volkes Gottes auf, »alle im Hinhören auf den Heiligen Geist, den „Geist der Wahrheit“ (Joh 14,17), um zu erkennen, was er „den Kirchen sagt“ (vgl. Offb 2,7)«. Und er präzisiert, dass es nicht möglich ist, »über die Familie zu sprechen, ohne Familien zu Rate zu ziehen und ihre Freuden und Hoffnungen, ihre Leiden und ihre Ängste anzuhören«. [4]

Amoris laetitia sammelt die Früchte der synodalen Unterscheidung und bietet eine wertvolle Lehre, die wir heute weiter vertiefen müssen: die biblische Hoffnung auf die liebevolle und barmherzige Gegenwart Gottes, die es ermöglicht, »Geschichten der Liebe« zu leben, auch wenn man »Familienkrisen« durchlebt (AL, 8); die Einladung, den »Blick Jesu« (AL, 60) anzunehmen und unermüdlich »zum Wachstum, zur Festigung und zur Vertiefung der ehelichen und familiären Liebe« (AL, 89) anzuregen; den Aufruf, zu entdecken, dass die Liebe in der Ehe „immer Leben schenkt“ (vgl. AL, 165) und dass sie gerade in ihrer »begrenzt[en] und irdisch[en]« Art »echt« ist (AL, 113), wie uns das Geheimnis der Menschwerdung zeigt. Papst Franziskus bekräftigt »die Notwendigkeit der Entwicklung neuer pastoraler Methoden« (AL, 199) und »die Erziehung der Kinder [zu] stärken« (AL, 7. Kap.), während er die Kirche auffordert, »die Zerbrechlichkeit [zu] begleiten, [zu] unterscheiden und ein[zu]gliedern« (AL, 8. Kap.), indem sie ein verkürztes Verständnis der Norm überwindet, und »die Spiritualität« zu fördern, »die aus dem Familienleben entspringt« (AL, 313).

Wie ich schon den Jugendlichen sagen konnte, die sich während des Heiligen Jahres der Hoffnung in Tor Vergata versammelt hatten, ist »die Zerbrechlichkeit […] Teil des Wunders, das wir sind«: Wir sind nicht für ein Leben gemacht, »in dem alles selbstverständlich und unveränderlich ist, sondern für ein Dasein, das sich ständig in der Gabe, in der Liebe erneuert«.[5] Um unserem Auftrag nachzukommen, den jungen Generationen das Evangelium der Familie zu verkünden, müssen wir lernen, die Schönheit der Berufung zur Ehe gerade durch die Anerkennung der Zerbrechlichkeit hervorzuheben, um so »das Vertrauen auf die Gnade« (AL, 36) und die christliche Sehnsucht nach Heiligkeit zu wecken. Wir müssen auch die Familien unterstützen, insbesondere diejenigen, die unter den vielfältigen Formen von Armut und Gewalt in der heutigen Gesellschaft leiden.

Danken wir dem Herrn für die Familien, die trotz Schwierigkeiten und Herausforderungen »die Spiritualität der familiären Liebe« leben, die » aus Tausenden von realen und konkreten Gesten« (AL, 315) besteht. Ebenso danke ich den Hirten, den pastoralen Mitarbeitern, den Vereinigungen von Gläubigen und den kirchlichen Bewegungen, die sich in der Familienpastoral engagieren.

Unsere Zeit ist von raschen Veränderungen geprägt, die es mehr noch als vor zehn Jahren erforderlich machen, den Familien besondere pastorale Aufmerksamkeit zu schenken. Ihnen hat der Herr die Aufgabe anvertraut, an der Mission der Kirche mitzuwirken, das Evangelium zu verkünden und zu bezeugen. [6] Es gibt tatsächlich Orte und Umstände, an denen die Kirche nur durch die Laien und insbesondere durch die Familien zum »Salz der Erde werden kann«. [7] Daher muss das Engagement der Kirche in diesem Bereich erneuert und vertieft werden, damit diejenigen, die der Herr zum Ehe- und Familienleben beruft, ihre eheliche Liebe in Christus leben können und die jungen Menschen sich von der Bedeutung der ehelichen Berufung in der Kirche angezogen fühlen.

Angesichts der Veränderungen, die weiterhin Einfluss auf die Familien haben, habe ich beschlossen, im Oktober 2026 die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen der ganzen Welt zu versammeln, um im gegenseitigen Aufeinanderhören eine synodale Unterscheidung bezüglich der Schritte vorzunehmen, die unternommen werden müssen, um heute den Familien das Evangelium zu verkünden. Dies soll im Lichte von Amoris laetitia geschehen und unter Berücksichtigung dessen, was in den Ortskirchen bereits getan wird.

Ich vertraue diesen Weg der Fürsprache des heiligen Josef an, des Beschützers der Heiligen Familie von Nazaret.

Aus dem Vatikan, am 19. März 2026, dem Hochfest des Heiligen Josef

LEO PP. XIV

_________________________

[1] Zweites Vatikanisches Konzil, Pastoralkonstitution Gaudium et spes, 52.

[2] Ebd.

[3] Id., Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 11.

[4] Franziskus, Ansprache zur 50-Jahr-Feier der Errichtung der Bischofssynode (17. Oktober 2015).

[5] Homilie bei der Heilig-Jahr-Feier der Jugendlichen (3. August 2025).

[6] Vgl. Apostolisches Schreiben Familiaris consortio (22. November 1981), 17.

[7] Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 33.

Archivfoto Papst Leo (c) Vatican Media


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Lesermeinungen

 Versusdeum vor 37 Minuten 
 

@marlin

Sie haben es auf den Punkt gebracht, danke! Da schrillen auch bei mir sämtliche Alarmglocken. Aber wer weiß, vielleicht sieht genau dieses Besinnen in den Ortskirchen in weiten Teilen der Welt ganz anders aus, als bei uns und ist tatsächlich von biblisch-katholischem und dem Heiligen Geist durchdrungen?


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 Versusdeum vor 42 Minuten 
 

Nun ja, Gott prüft und siebt uns.

Man kann nur hoffen und beten, dass die Kirche nicht in die Wirren der Jahre 2013 bis 2025 zurückfällt!
Bis vor kurzem wusste ich mich dadurch abgesichert, dass ja "immer" Pius als Auffangnetz bleiben würde. Bis sie für den 1. Juli nicht genehmigte Bischofsweihen angekündigt haben. Und jetzt? Bekommen wir gleich 2 Kirchenspaltungen in Deutschland? Oder müssen nur die gehen, die auf dem sicheren Fundament von über 1900 Jahren Glaube und Liturgie stehen, während jene Bischöfe bleiben dürfen, die uns gerade an ein trojanisches Pferd namens ZdK verkauft und eine "andere Kirche" mitbeschlossen haben?


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 ElisabethaMaria vor 57 Minuten 
 

@ proelio1 : Ich gestehe ..

Auch ich habe mich von der Kleidung und dem Gebet anstatt „Guten Abend“ vielleicht täuschen lassen. Aber warten wir ab!


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 ElisabethaMaria vor 1 Stunden 
 

Wohin geht die Reise dieses Papstes ?

Ich komme nicht mehr mit. Wenn er sich an Papst Franziskus orientiert, dann hat sich wieder mal bestätigt, dass ich stets die Menschen falsch einschätze. Ich hatte ein gutes Gefühl bei diesem Papst - aber ich bin unsicher geworden


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 proelio1 vor 2 Stunden 
 

Eine Mozetta macht noch keinen Papst

Amoris laetitia mit seiner Fußnote 351 (Zulassung sog. wiederverheiratet Geschiedener zu den Sakramenten) hat bekanntlich große Verwirrung in der ganzen Welt ausgelöst. Immerhin verfassten vier namhafte Kardinäle eine Dubia und baten um eine klare Stellungnahme, die bis heute ausblieb. Der jetzige Papst scheint mit seinem Apostolischen Schreiben die (Irr-)Lehren seines Vorgängers manifestieren zu wollen. Mozetta hin, Mozetta her...


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 Cosmas vor 3 Stunden 
 

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm!


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 Smaragdos vor 3 Stunden 
 

Amoris Laetitia vertiefen?

Amoris laetitia gilt es nicht zu "vertiefen" - denn das hiesse nur, die Verwirrung zu vertiefen -, sondern zurückzuziehen, besonders Kapitel 8, und stattdessen Familiaris Consortio zu vertiefen.

Doch die beiden Familiensynoden wurden bekanntlich nur deshalb einberufen, um Familiaris Consortio und damit die gültige Lehre der Kirche über die Unauflöslichkeit der Ehe aufzuweichen. Kardinal Kasper lässt grüssen (siehe sein Vortrag von Februar 2014).


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 girsberg74 vor 4 Stunden 
 

Vielleicht

werdenn dabei noch die "Dubia" endlich erledigt.


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 Cyprian63 vor 4 Stunden 
 

Was da wohl herauskommen wird?

Das klingt gut, "den Familien heute das Evangelium zu verkünden."
"Zerbrechlichkeit zu begleiten, zu unterscheiden und einzugliedern" steht zwar in "Amoris laetitia" ("AL") könnte aber genau so gut in "Familaris consortio" ("FC")stehen. AL schließt Sakramentenempfang für Geschiedene Wiederverheiratete nicht aus. FC tut es eigentlich auch nicht, sofern konkrete Bedingungen (leben wie Bruder und Schwester) eingehalten werden. AL nennt keine konkreten Bedingungen und lässt Frage offen, nur Gespräch mit Seelsorger sollte stattfinden. Was soll der Seelsorger sagen? Ja oder nein. Bei letzterem bekommt er wahrscheinlich Ärger. Denn durch AL wird letztlich die generelle Zulassung zur Kommunion und im weiter gedacht damit auch die Anerkennung der "Zweitehe" - die keine ist.


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 marlin vor 4 Stunden 
 

wer ist die Familie?

Zitat: „Dies soll im Lichte von Amoris laetitia geschehen und unter Berücksichtigung dessen, was in den Ortskirchen bereits getan wird.“

Und wieso nicht im Lichte des Evangeliums, in dem Christus sagte: „Denn wer den Willen meines himmlischen Vaters erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“ (vgl. Mt 12,50 und Mk 3,35)


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 Ambrosius von Köln vor 4 Stunden 
 

Kein vorschnelles Urteil.

Ein Dokument, das man erstmal sacken lassen muß. Auf den ersten Blick fällt aber auf:
- AL soll verfestigt werden.
- Maßstab ist, was in den Ortskirchen schon getan wird.
- Die Ehe ist zerbrechlich, was irgendwie eine Auflösbarkeit zumindest andeutet.
- Veränderungen haben Einfluß auf die Familien. Also auch auf die Ehe und die anderen Sakramente?

Immerhin alles Synodal und fast schon parlamentarisch. Wer bestimmt eigentlich, wer teilnehmen darf?


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