Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nicht Bruch, sondern lebendige Tradition - Wider den Missbrauch der Liturgiereform
  2. Kard. Sarah: „Die Abneigung gegen Latein und Gregorianik wird mit der 68er-Generation verschwinden“
  3. Rom sollte in Deutschland endlich Bischöfe einsparen und Bistümer zusammenlegen!
  4. Die Krise des Bischofsamtes
  5. Papst Leo: „Die Welt durchlebt eine besonders unruhige Phase“
  6. Deutschland: 2024 waren nur noch 43 % der Bestattungen christlich
  7. Die Hölle, eine verschwiegene Wahrheit
  8. Caroline Bosbach: „Linkspartei erklärt evangelikale Christen zum Feindbild“
  9. Polnischer Primas in Jasna Góra: „Recht auf Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod“
  10. ‚Tritt hinter mich!’ Der Weg des Messias führte über das Kreuz
  11. Papst äußert sich skeptisch zu fundamentalen Risiken der KI
  12. US-Diözesen mit ungewöhnlich hoher Zahl an Priesterweihen
  13. Ist ein linker Punksänger klüger als Bischof Feige?
  14. „Es gibt keinen notwendigen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition“
  15. Ehemaliges Priesterseminar auf Long Island soll muslimisches Internat werden

Giebeler war Stasi-Mitarbeiter und spitzelte als evangelischer Gefängnispfarrer Inhaftierte aus

6. November 2023 in Chronik, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Evangelische Landeskirche EKBO tat sich lange schwer mit Aufarbeitung dieses Stückes DDR-Geschichte – Verrat Giebelers hatte keine kirchenrechtlichen Konsequenzen, er durfte nach der Wende weiterpredigen – Erst jetzt Entschuldigung durch Landeskirche


Berlin (kath.net/pl) Der evangelische Gefängnispfarrer Eckart Giebeler hatte sich „von 1959 bis 1989 mindestens 276-mal mit seinen Vorgesetzten bei der Stasi zur Berichterstattung getroffen“. „Wie er schreibt, vertrauten sich ihm Tausende Häftlinge an. Zahllose Male verletzte er dann das Beichtgeheimnis, indem er die ohnehin Geplagten an die Täter verriet“, teilweise mit schlimmen Folgen. Das berichtet der frühere langjährige Leiter der Evangelischen Nachrichtenagentur „idea“ in einem „idea“-Beitrag. Nach einer erhellenden ARD-Dokumentation, die 1992 ausgestrahlt worden war, beendete das brandenburgische Justizministerium die Zusammenarbeit mit Giebeler sofort – aber der damals zuständige „Probst Hans-Otto Furian verteidigte ihn ebenso wie der Pfarrkonvent des Kirchenkreises Brandenburg“, dem er angehörte. „Der Verrat Giebelers hatte schließlich keine kirchenrechtlichen Konsequenzen. Er predigte weiter und zeigte bis zu seinem Tod 2006 keine Reue“, schildert Matthies. Die kirchliche Aufarbeitung begann erst 2013.


Matthies wertete es als besonders bitter, dass Pfarrer Gieberer sich nachweislich nicht unter Druck und Erpressung durch die Stasi als Stasi-Spitzel zur Verfügung gestellt hatte. Vielmehr war er „überzeugt vom Sozialismus und bot sich der Stasi selbst als Spitzel an“, so Matthies.

Die Evangelische Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) hat nun eine Erklärung veröffentlicht, die gestern auch in der Berliner Marienkirche verlesen werden sollte. Die Landeskirche räumt ein, dass sie nie gegen Giebeler tätig geworden war, da sie den Eindruck hatte, sie sei für den Gefängnispfarrer in seiner Funktion als Staatsbeamter nicht zuständig gewesen. Dies sei aus heutiger Sicht ein Fehler gewesen, ein „eklatanter Mangel an Verantwortungsübernahme sowie eine Nichtbeachtung der geschädigten Menschen, die vor 1989 Opfer jenes Vertrauensbruches wurden“, zitiert der „Tagesspiegel“ aus der Erklärung.

Archivfoto: DDR-Gefängnis (c) Pixabay


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Kiewer Großerzbischof Schewtschuk: "Wir bitten um Solidarität"
  3. Rom sollte in Deutschland endlich Bischöfe einsparen und Bistümer zusammenlegen!
  4. „Es gibt keinen notwendigen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition“
  5. Britische Regierung verweigert finnischer Abgeordneter Räsänen die Einreise
  6. Erfrischung für Rom: Als ein Papst die Piazza Navona unter Wasser setzte
  7. Polnische Salvatorianer boten Workshop für Ministrantendienst im klassischen Ritus an
  8. Irland: 30 Prozent Rückgang bei katholischen Taufen in zehn Jahren
  9. Ein Wunder der Vorsehung
  10. Die Krise des Bischofsamtes
  11. Deutschland: 2024 waren nur noch 43 % der Bestattungen christlich
  12. US-Regierung leitet 2 Milliarden Dollar an christliche Hilfsorganisationen um
  13. Slowakei und Polen planen gemeinsamen Johannes-Paul-II.-Pilgerweg
  14. „Wenn ich mich nicht täusche, gibt es in der Geschichte keine vergleichbare Institution“
  15. „Synodalität wird den Katholizismus zerstören“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz