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Papst vor 5.000 Chorsängern: Musik fördert Harmonie und Freude

9. Juni 2024 in Kultur, keine Lesermeinung
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Internationales Chortreffen im Vatikan - Franziskus Kunst der Musik verfügt über eine universale und unmittelbare Sprache, die ohne große Erklärungen auskommt


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Chöre leisten nach Worten von Papst Franziskus einen unerlässlichen Dienst für die Kirche. "Ihr seid Hüter eines jahrhundertealten Schatzes an Kunst, Schönheit und Spiritualität", sagte er am Samstagmorgen vor rund 5.000 Teilnehmenden des Vierten Internationalen Chortreffens im Vatikan. "Lasst nicht zu, dass die Mentalität der Welt diesen Schatz mit Eigeninteresse, Ehrgeiz, Eifersucht und Spaltung verunreinigt." Chormusik sei vielmehr ein Sinnbild für Harmonie, Gemeinschaft und Freude, so der Papst weiter.

"Die Musik erzeugt Harmonie, indem sie alle erreicht, indem sie den Leidenden Trost spendet, den Entmutigten neuen Enthusiasmus verleiht und in allen Menschen wunderbare Werte wie Schönheit und Poesie aufblühen lässt, die das harmonische Licht Gottes widerspiegeln." Die Kunst der Musik verfüge über eine universale und unmittelbare Sprache, die keine Übersetzungen oder große Erklärungen benötige. Musik erziehe zum Zuhören und zur Aufmerksamkeit, sie erhebe Gefühle und Gedanken. "Sie führt so die Menschen aus dem Wirbel der Hektik, des Lärms und einer rein materiellen Sicht des Lebens heraus und hilft ihnen, sich selbst und ihre Umgebung tiefgründiger zu betrachten."


Wie bei den Instrumenten eines Orchesters oder den Stimmen eines Chors ließen sich mit Musik Spaltungen und Gegensätze leichter überwinden, um falsche Töne zu erkennen und Dissonanzen zu korrigieren. Diese seien für die Dynamik von Kompositionen auch nützlich, "sofern sie in ein geschicktes harmonisches Gefüge eingebunden sind", so das Kirchenoberhaupt.

Gemeinsames Musizieren sei vergleichbar mit dem Umgang in Kirche und Welt: "Genau wie in der Kirche und im Leben, wo ein jeder dazu gerufen ist, seinen Teil zum Wohl der ganzen Gemeinschaft beizutragen, so dass sich in der ganzen Welt ein Loblied zu Gott erhebt", sagte der Papst.

Spontanes Eingehen auf Kinder

Vor der Audienz waren einige Kinder spontan zum Papst nach vorne gekommen - sichtlich zu seiner Freude. Er segnete sie und schenkte ihnen Süßigkeiten. "Wir müssen uns um Kinder kümmern, denn sie sind die Zukunft, sie sind Hoffnung, aber sie sind auch das Zeugnis von Spontaneität, Unschuld und Versprechen", sagte Franziskus. Schon Jesus habe den Kindern Vorrang eingeräumt.

Man müsse aus der Spontaneität dieser Kinder lernen, so der Papst. "Sie kamen nicht wegen der Süßigkeiten - dann merkten sie, dass es Süßigkeiten gab - aber sie kamen, weil sie gerne kamen", schmunzelte er. "Vergessen wir nicht die Lektion, die sie uns heute gegeben haben."

Am IV. Internationalen Chortreffen, das am Freitag begann und am Sonntag endet, nehmen Chöre aus ganz Europa, sowie aus Mexiko, Guatemala, Angola, den Philippinen, Korea und China teil. Aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind laut Mitorganisator Riccardo Rossi etwa 100 Teilnehmer gekommen. Auf dem Programm standen Vorträge und Workshops zum Thema Chorleitung und Psalmgesang - gehalten u.a. vom früheren Präsident der Österreichischen Kirchenmusikkommission, Franz Karl Praßl, - sowie ein Chorkonzert am frühen Samstagabend in der vatikanischen Audienzhalle. Das Treffen endet am Sonntag mit einer Messe im Petersdom, die Kardinal Mauro Gambetti leiten wird, sowie dem Mittagsgebet des Papstes auf dem Petersplatz.

Copyright 2024 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
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