Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Piusbruderschaft kritisiert ‚Doppelmoral‘ nach Verweigerung des Zutritts zur Basilika in Assisi
  2. 'Denn es wird nicht zu dem kommen, was diese Lügner versprechen.'
  3. Jesuitenpater Thomas Reese mit irrer Aussage: ‚Warum ich die alte lateinische Messe hasse‘
  4. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  5. ‚Synodalität – ein Wort ohne Begriff? Ein erfundenes Narrativ macht Karriere
  6. Kardinal Müller: „Muslime respektieren kein schwaches Christentum, das sich des Kreuzes schämt“
  7. Kardinal Burke: Sexuelle Unmoral heute erinnert an Sodom und Gomorrha
  8. Eine vergiftete Unterstützungserklärung
  9. Während Messfeier mit Erstklässlern: Bengalisches Feuer in katholische Kirche geworfen
  10. 'Gott, hilf mir. Jesus, hilf mir. Seid ihr Jungs bereit? Let’s Roll'
  11. ‚Das Exil von Pater Edmund‘
  12. Wundersame Heilung, eine Marienerscheinung und Berufung mit 4 Jahren
  13. Tantum ergo Sacramentum
  14. Nigeria: Bischöfe schlagen nach erneuten Massakern Alarm
  15. 'Ich würde mir gerne Sorgen machen, aber ich mache mir keine'

Polen: Katholische Wochenzeitschrift „Niedziela“ kritisiert Suspendierung eines TV-Moderators

30. Juli 2024 in Aktuelles, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Skandalentscheidung des Polnischen Fernsehens“, nachdem Przemysław Babiarz „bei der Liveübertragung erwähnt hatte, dass das Lied ‚Imagine‘ eine Vision des Kommunismus sei, obwohl der Autor John Lennon dies selbst zugegeben hatte.“


Krakau (kath.net/pl) Przemysław Babiarz ist in Polen ein sehr bekannter Sportkommentator und Journalist, der bereits seit 1992 für die Berichterstattung auch der Olympiaden eingesetzt wird. Dieses Jahr kommentierte er die Eröffnungsfeier der Olympiade 2024 in Paris. Eine Sängerin interpretierte dort den Song „Imagine“ von John Lennon, der teilweise sogar als inoffizielle Olympiahymne verstanden wird. Babiarz kommentiert während der Live-Übertragung des (staatlichen) „Telewizja Polska“: „Eine Welt ohne Himmel, Nationen und Religionen. Diese Vision des Friedens, der für alle Menschen gelten soll. Das ist leider eine Vision des Kommunismus.“

Nach Protesten in den sozialen Netzwerken suspendierte „Telewizja Polska“ (TVP) seinen vieljährigen Moderator von seinen Aufgaben während der restlichen Olympiade, berichtet nun die „Bild“. In einer Stellungnahme „Gegenseitiges Verständnis, Toleranz, Versöhnung – das sind nicht nur die olympischen Grundideen, sie sind auch die Grundlage der Standards, die das neue polnische Fernsehen leiten. Es gibt keine Zustimmung, sie zu brechen.“ „Wir möchten Sie darüber informieren, dass Przemysław Babiarz nach den gestrigen skandalösen Worten von seinen offiziellen Pflichten suspendiert wurde und nicht mehr während der Olympischen Spiele im Einsatz sein wird.“ Die Bildzeitung weist außerdem darauf hin, dass Babiarz bereits vor zwei Jahren eine Ermahnung von seinem TV-Sender erhalten habe, nachdem er bei den Winterspielen in Peking genau dieses Lied bereits identisch kritisiert hatte.


Die polnische katholische Wochenzeitschrift „Niedziela“ kommentiert den Vorfall allerding in völlig anderem Blickwinkel als das Polnische Fernsehen. „Die Entscheidung von TVP ist umso bizarrer, als der Autor des Liedes, John Lennon, die Botschaft von ‚Imagine‘ [auch selbst] mit dem Kommunismus verknüpft hatte. ‚Stellen Sie sich vor, es gäbe keine Religion mehr, kein Nation mehr, es gibt keine Politik mehr‘, sagte Lennon“ und fügte hinzu, er sage dies, „obwohl ich kein Kommunist bin“.

„Niedziela“ zitiert auch die Aussage von Maciej Sergiusz, Vorsitzender des Polnischen Presserates (in Polen wählt der Sejm die Mitglieder und den Vorsitzenden des Presserates), dass er eine Untersuchung dieses Vorfalles eingeleitet habe. Es stelle sich die Frage, „ob nicht das Recht auf freie Meinungsäußerung des Journalisten verletzt wurde“.

Die katholische Wochenzeitschrift „Niedziela“ wurde 1926 gegründet und erweiterte sich nach dem Zweiten Weltkrieg zur landesweiten polnischen katholischen Zeitschrift. Wenn sie vom „Kommunismus“ schreibt, schöpft diese katholische Zeitschrift aus eigenen Erfahrungen, denn nachdem die polnischen Katholiken unter der Nazidiktatur leben mussten, wechselten sie nach Ende des Zweiten Weltkriegs nahtlos zum Leben unter der kommunistischen Diktatur über. Von 1953 bis 1981 war die Zeitschrift von den kommunistischen Behörden völlig verboten, danach konnte sie zeitweise unter Duldung der Zensur wieder unter Einschränkungen erscheinen. Obendrein haben die polnischen Priester und Bischöfe, die jenseits des Jugendalters stehen, alle ihre eigenen ungeschminkten Erfahrungen im Umgang mit dem Kommunismus gemacht. „Niedziela“ wird von der Metropolitankurie Tschenstochau gedruckt, ihr Chefredakteur ist Priester.

Jesuitenpater Dariusz Kowalczyk kommentiert in „Opoka“ ebenfalls zugunsten von Babiarz: natürlich handle es sich bei dem Song „Imagine“ um ein kommunistisches Lied, „eine Manipulation, eine linke Botschaft“. Außerdem kritisiert Kowalczyk, dass der TV-Sender in der Stellungnahme die Kommentierung von Babiarz als „skandalös“ bezeichnet habe. Wörtlich schreibt er: „Oh, naja! Skandalös war die sexualisierte, LGBT-angepasste, blasphemische Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele“. Wirklich „skandalös“ sei vielmehr die Entscheidung von TVP, Babiarz zu suspendieren“. „Opoka“ ist eine katholische Website, die von einer Stiftung der Polnischen Bischofskonferenz finanziert und verantwortet wird, sie berichtet mit lehramtstreuer Ausrichtung.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Robert Bellarmin SJ – De gemitu columbae
  3. Eine Million Menschen zu Papstbesuch in Frankreich erwartet
  4. „Maria ist eine historische Gestalt, eine für Gott unendlich offene Person, eine Tochter Israels“
  5. Wollte gestohlenes Bild von Jesus zurückholen: Lebensschützer bei Marsch für das Leben verhaftet
  6. 'Denn es wird nicht zu dem kommen, was diese Lügner versprechen.'
  7. Buenos Aires macht Papstbesuch zum Feiertag
  8. Vatikan prüft Seligsprechungsprozess für spanisches Ehepaar
  9. Wundersame Heilung, eine Marienerscheinung und Berufung mit 4 Jahren
  10. Britisches Parlament stoppt Gesetz zur assistierten Sterbehilfe
  11. Zu jedem Zeitpunkt werden auf der Welt ungefähr 8.000 bis 9.000 Messen gefeiert
  12. Scharfe Kritik von Birgit Kelle an Leihmutterschaftsentschuldigung von Jens Spahn
  13. Kardinal Aveline: Motto von Leos Frankreichreise hat auch mit dem Lebensschutz zu tun
  14. Tantum ergo Sacramentum
  15. Jesuitenpater Thomas Reese mit irrer Aussage: ‚Warum ich die alte lateinische Messe hasse‘

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz