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Der Dichter auf der Seite der Engel

27. September 2024 in Kultur, 3 Lesermeinungen
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Shakespeare war katholisch – in einer Zeit, wo in England Katholiken verfolgt wurden. Das zeigen zahlreiche historische Belege. Von Petra Knapp.


London (kath.net / pk) War William Shakespeare katholisch? Glaubt man den Worten glaubwürdiger Männer, etwa G. K. Chesterton oder John Henry Newman, dann gibt es zahlreiche Hinweise dafür, dass der weltberühmte Dichter dem Glauben der katholischen Kirche sehr nahestand. Shakespeare habe „so wenig von einem Protestanten an sich“, schrieb Kardinal Newman, „dass die Katholiken ihn ohne Übertreibung als ihren eigenen beanspruchen konnten“.

Historische Belege zeigen indes ganz deutlich, wo der englische Dichter beheimatet war. Fest steht, dass William Shakespeare (1564-1616) in einer gläubigen katholischen Familie aufwuchs, wie es in einem Artikel von Joseph Pearce auf „Aleteia“ heißt. Der Vater des Dichters bewahrte eine Art „geistliches Vermächtnis” unter dem Dach des Wohnhauses in Stratford-apon-Avon auf, in dem er sein Bekenntnis zum katholischen Glauben bekräftigte.

Im Jahr 1592 wurde Shakespeare bestraft, weil er sich gegen die anti-katholischen Maßnahmen wehrte und sich unter anderem weigerte, anglikanische Gottesdienste zu besuchen.  Auch die Familie von Shakespeares Mutter war in ganz England bekannt durch ihre katholische Standhaftigkeit.


Belegt ist, dass Shakespeare einige Zeit als Lehrer in einer katholischen Familie in Lancashire verbracht hat. Außerdem gibt es Indizien dafür, dass er gezwungen wurde, seine Heimatstadt Stratford zu verlassen, weil er Sir Thomas Lucy zum Feind hatte, einen gnadenlosen Verfolger aller Katholiken.

Einer der Förderer Shakespeares war der Earl von Southhampton, einer der bekanntesten Vertreter des Katholizismus in London. Der Beichtvater des Earls war Robert Southwell, der 1592 festgenommen, gefoltert und drei Jahre später grausam umgebracht wurde. Er wurde später als einer der vierzig Märtyrer von England und Wales heiliggesprochen.

Einer der bedeutendsten Belege für Shakespeares Katholizismus ist die Tatsache, dass er 1613 das „Blackfriars Gatehouse“ erwarb – „ein berühmtes Zentrum für katholische Aktivitäten“ mit „allerlei Hintertüren und Seiteneingängen und vielen geheimen Ecken und Kammern“, wie Joseph Pearce zitiert. Unter anderem gab es auch einen Geheimgang zur Themse, wo katholische Priester flüchten konnten, wenn das Haus von den Behörden gestürmt wurde.

1605 kam der Jesuit John Gerard, der meistgesuchte Mann in England, voller Verzweiflung beim Gatehouse an, verkleidet mit einer Perücke und einem falschen Bart, und bat um Zuflucht. Bis 1610 wird davon berichtet, dass das Gatehouse der Treffpunkt für die Jesuiten war, die sich zusammenschlossen, um die Ermordung des Königs zu planen.

Als Shakespeare dieses Haus erwarb, vermietete er es an den Katholiken John Robinson. Dieser sei jedoch „weniger Shakespeares Mieter im Gatehouse gewesen als vielmehr sein ernannter Beschützer einer der besten Zufluchtsorte Londons für katholische Priester“, schreibt Ian Wilson im Buch „Shakespeare: The Evidence“. Robinson blieb auch Shakespeares Freund, als dieser im Alter wieder zurückkehrte nach Stratford, und er war bis zum Tod des Dichters an seiner Seite.

Sein Erbe ging an seine Tochter Susanna, die ebenfalls auf der Liste der „recusant catholics“ stand, die sich weigerten, protestantische Gottesdienste zu besuchen. Klar ist, dass Shakespeare „als Papist starb”, wie der anglikanische Geistliche Richard Davies beklagte. „Es ist ebenso klar, dass er als Papist lebte”, fasst Pearce zusammen, Autor von „The Quest for Shakespeare: The Bard of Avon and the Church of Rome and Through Shakespears's Eyes: Seeing the Catholic Presence in the Plays.“

„Eine Tatsache, welche die Engländer in den Jahrhunderten nach seinem Tod bestmöglich ignorierten oder vertuschten; ebenso ein Faktum, das viele Literaturkritiker bis heute zu leugnen versuchen.“ Für Katholiken sei es „eine Quelle großer Freude zu wissen, dass der Größte aller Schriftsteller auf der Seite der Engel steht“, schließt Pearce.


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