Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Bischofsweihen - Piusbruderschaft kündigt die Namen der vier neuen Bischöfe an
  2. Liegt ein Schisma in der Luft?
  3. Bischof Heiner Wilmer empfängt Kommunion aus den Händen einer Laiin
  4. MAGNIFICA HUMANITAS
  5. Die ekklesialen Abrissbagger kreisen in den Dörfern
  6. Großbritannien: Blühende Tradi-Franziskaner-Kommunität steht vor der Auflösung
  7. Die Liturgie gehört nicht uns! Reform muss aus der Tradition wachsen
  8. Adios Toni!
  9. „Die Genderideologie ist zutiefst reaktionär“
  10. Polnische Bischofskonferenz bejaht in Positionspapier die Ehe nur „zwischen Mann und Frau“
  11. Das Babel-Syndrom. Die gezählte Seele und der steinerne Himmel der Maschinen
  12. Medien spekulieren weiter über möglichen Beginn des Seligsprechungsprozesses für Benedikt XVI.
  13. Die offenen Türen des Glaubens, der Kirche und des Herzens
  14. Pastor in London wegen Straßenpredigt verhaftet: Vorwurf der „Hassrede“ nach Kritik am Islam
  15. Erzdiözese Salzburg: Weiterbildungsveranstaltung mit Homosexuellen-Initiative

Indien: Christen sehen Friedensplan für Manipur skeptisch

1. Oktober 2024 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Hindu-Mehrheit und Christenminderheit seit 16 Monaten in gewalttätige Konflikte verwickelt - Seit Mai wurden bislang mehr als 230 Menschen getötet und 60.000 vertrieben, die meisten von ihnen Christen. Mehr als 300 Kirchen wurden in Brand gesteckt.


Neu-Delhi (kath.net/KAP) Christliche Führer haben sich skeptisch über die neue, durch die Bundesregierung vorgestellte "Road Map zum Frieden" im von Unruhen zerrissenen indischen Bundesstaat Manipur geäußert. In dem an der Grenze zu Myanmar liegenden Bundesstaat sind die Hindu-Mehrheit und ethnische Christen seit 16 Monaten in gewalttätige Konflikte verwickelt. Der nun vorgelegte Plan für einen Weg zum Frieden komme zu spät, die Durchsetzung sei schwierig, weil keine Seite von ihrem Standpunkt abweichen wolle, bemängeln Kritiker, wie das Online-Portal "Vatican News" mit Verweis auf "Ucanews" berichtet.

"Die Situation hätte anders sein können, wenn die Regierung schon bald nach Beginn der Gewalt am 3. Mai letzten Jahres proaktive Schritte unternommen hätte", wird ein hochrangiges Kirchenoberhaupt, das aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden wollte, von "Ucanews" zitiert.

Auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Neu-Delhi am 17. September hatte Indiens Innenminister Amit Shah angekündigt, dass eine "Road Map" für den Frieden in Manipur fertig sei: "Wir haben einen Fahrplan vorbereitet, um verschiedene Initiativen für die Situation in Manipur zu ergreifen", so Shah mit Blick auf die Region, die an das vom Bürgerkrieg heimgesuchte Myanmar grenzt und auch ein weltweit führender Opiumproduzent ist. Es würden Gespräche mit den beiden verfeindeten Volksgruppen der Kuki und Meitei geführt, so der Innenminister, die "Nummer 2" in der Kommandokette der Regierung, ohne Details zu nennen.


Allerdings sei es schwierig, einen wirklichen Durchbruch zu erzielen, da beide Parteien weiterhin "auf ihrem Standpunkt beharren", sagte das ungenannt bleibende Kirchenoberhaupt laut dem asiatischen Nachrichtenportal zufolge. Doch "wenn jemand die Krise beilegen kann, dann nur die Bundesregierung", so die Einschätzung des Kirchenvertreters.

Die Ankündigung für den Friedensplan erfolgte im Rahmen einer Pressekonferenz über die Ergebnisse in den ersten 100 Tagen der dritten aufeinanderfolgenden Amtszeit von Premierminister Narendra Modi. Die neue Bundesregierung hatte am 9. Juni die Macht übernommen. Der Premierminister hat den von Unruhen heimgesuchten Bundesstaat allerdings bisher nicht besucht, obwohl seine pro-hinduistische Bharatiya Janata Party unter der Führung von N Biren Singh die Regierung stellt.

Die Gewalt begann im Mai 2024, als indigene Studenten gegen ein Gerichtsurteil protestierten, das den einflussreichen Meiteis den Status eines Stammes zuerkannte, was auch mit der Gewährung weiterer Privilegien einhergeht. Mehr als 230 Menschen wurden bislang getötet und 60.000 vertrieben, die meisten von ihnen Christen. Mehr als 300 Kirchen wurden in Brand gesteckt.

Nahezu 53 Prozent der 3,2 Millionen Einwohner des nordöstlichen Manipur sind Meitei-Hindus, während 41 Prozent Christen sind, die hauptsächlich dem Stamm der Kuki-Zo angehören. Die Christen wehren sich gegen den Schritt der pro-hinduistischen Regierung, die ohnehin privilegierten Meitei-Hindus als Stammesangehörige zu klassifizieren, was ihnen eigene Quoten im Bildungswesen und bei staatlichen Stellen garantieren würde. Sie fordern hingegen eine eigene Verwaltung für jene Berggebiete, in denen sie die Mehrheit stellen.

Vertreibung und Zerstörung

Die Meiteis, die sich hauptsächlich in den Tälern aufhalten, wollen ihrerseits, dass die Kuki-Zo aus ihren Gebieten entfernt werden. Das würde allerdings bedeuten, dass die aktuell vertriebenen Christen, die derzeit in Notlagern und bei Verwandten untergebracht sind, nicht in ihre Heimat zurückkehren könnten, erläutert der Kirchenführer gegenüber "Ucanews" weiter. Nach Angaben der Christen hätten die Meiteis bereits mehr als 11.000 Häuser von Christen und etwa 360 Kirchen in den Tälern zerstört, um "selbst die Spuren" ihrer Existenz auszulöschen.

Singh und seine pro-hinduistische Partei machen den florierenden Drogenhandel in Myanmar für die ethnischen Unruhen in dem hügeligen Bundesstaat verantwortlich. Die Christen in Manipur pflegen wiederum enge Beziehungen zu Christen im konfliktgeplagten Myanmar in Südostasien.

Am 6. Februar gab Indien bekannt, dass die gesamte 1.643 km lange Grenze zu Myanmar eingezäunt werden soll. Shah berichtete nun, dass der Zaun auf einer Länge von 30 Kilometern bereits fertiggestellt sei und das Budget für das gesamte Projekt bereitstehe. "Wir sind zuversichtlich, dass wir mit dem neuen Fahrplan die Situation unter Kontrolle bringen können", sagte Shah.

Copyright 2024 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG noch bis 22. JUNI!
  2. Bischofsweihen - Piusbruderschaft kündigt die Namen der vier neuen Bischöfe an
  3. Liegt ein Schisma in der Luft?
  4. MAGNIFICA HUMANITAS
  5. Weltweiter Rosenkranz für den Frieden am 30. Mai mit Papst Leo XIV. – Übertragung aus dem Vatikan
  6. Bischof Heiner Wilmer empfängt Kommunion aus den Händen einer Laiin
  7. Die ekklesialen Abrissbagger kreisen in den Dörfern
  8. „Die Genderideologie ist zutiefst reaktionär“
  9. Er starb, weil er die Ehe verteidigte
  10. Adios Toni!
  11. Großbritannien: Blühende Tradi-Franziskaner-Kommunität steht vor der Auflösung
  12. Martin Mosebach: ‚Die Nichtnagetiere betreten das sinkende Schiff‘
  13. Erzdiözese Salzburg: Weiterbildungsveranstaltung mit Homosexuellen-Initiative
  14. Islamexperte Mansour warnt: Europa hat ‚naive Haltung‘ zum Islam
  15. Das Babel-Syndrom. Die gezählte Seele und der steinerne Himmel der Maschinen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz