Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  2. Wie wird das „pro multis“ im neuen Messbuch übersetzt werden?
  3. Bischof Wilmer: "Wir wollen keinen deutschen Sonderweg"
  4. „Brot für die Vögel?“ – Können Protestanten zur Hl. Kommunion zugelassen werden?
  5. Bätzing gegen Papst Leo
  6. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  7. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  8. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  9. Kardinal Fernández räumt geringes Interesse an seinem Dokument über Mission ein
  10. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  11. Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
  12. „Wir werden erwartet“
  13. Auf zu den Friedhöfen! Wir bitten für unsere Verstorbenen um Gottes Gnade!
  14. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  15. Wie Halloween begann: Das Fest wurzelt in einem großen Exorzismus

Bischof Voderholzer: "Kritik am Marsch für das Leben ist Ablenkungsmanöver"

26. Oktober 2024 in Prolife, 11 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Regensburger Bischof, der selbst regelmäßig am Marsch für das Leben teilnimmt: "Der MfdL ist die einzige öffentlichkeitswirksame Veranstaltung, in der ungeborenen Menschen, ebenso wie behinderten und sterbenden Menschen eine Stimme gegeben wird."


Regensburg (kath.net)  Die Katholische junge Gemeinde (KjG) hat nach ihrem Herbst-Bundesrat in Mannheim die Bischöfe aufgefordert, nicht mehr beim Marsch für das Leben mitzugehen. Dazu bezieht der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer auf der Website des Bistums Regensburg Stellung - kath.net dokumentiert diese wichtige Stellungnahme in voller Länge (c) Bistum Regensburg

Kritik am Marsch für das Leben ist ein Ablenkungsmanöver

Dazu beziehe ich als einer der Bischöfe, die regelmäßig am Marsch für das Leben (MfdL) teilnehmen, wie folgt Stellung:

Das Framing, das von den Gegnern des Lebensschutzes betrieben wird und die Grundlage für die Forderung der KjG darstellt, ist eine sehr durchsichtige Methode, der eigentlichen Problematik auszuweichen.

Lebensschützer gegen eine „Entsolidarisierung“ der Gesellschaft von den Schwächsten

Bei jeder Abtreibung stirbt nicht ein „Etwas“, wird nicht ein verzichtbarer Körperteil der Mutter beseitigt, sondern ein Subjekt, ein „Jemand“ mit eigener DNA und sehr früh eigenem Herzen. Ein unbefangener Blick lässt erkennen: Wir beginnen, als Gesellschaft die schwächsten und hilflosesten im Stich zu lassen. Michael Prüller, Wien, spricht von einer „Entsolidarisierung“ am schwächsten Ende, und zwar von Müttern und Kindern.

Die Bedeutung des Marsches für das Leben


Der MfdL ist die einzige öffentlichkeitswirksame Veranstaltung, in der ungeborenen Menschen, ebenso wie behinderten und sterbenden Menschen eine Stimme gegeben wird. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gehen auf die Straße, um für ein Recht auf Leben und die Achtung der Menschenwürde aller Menschen, besonders der bedrohten, einzutreten und zugleich Mut zu machen zur Annahme des Lebens.

Zudem ist der MfdL eine Großveranstaltung, die u.a. gemeinsam von evangelischen und katholischen Christen getragen und unterstützt wird und die in hohem Maße den ökumenischen Geist stärkt.

Lebensschutz muss in Umwelt-, Arten und Minderheitenschutz integriert werden

Weder als Staatsbürger noch, und viel weniger, als Katholik will ich tatenlos zusehen, wie jährlich ca. 100.000 ungeborene Menschen ihrer Freiheit und Zukunft beraubt werden, Menschen, die, wenn sie die Chance dazu bekämen, einen echten Unterschied im Leben vieler weiterer Menschen machen könnten.

Ich kann nicht verstehen, wie man einerseits für Umwelt-, Arten- und Minderheitenschutz eintreten kann und andererseits scheinbar tatenlos bei massenhafter Abtreibung und beispielsweise auch bei der Entsorgung befruchteter Eizellen in Kinderwunschzentren oder Krankenhauslaboren zusieht.

Einsatz für die Würde eines jeden Menschen von Anfang an

Wir brauchen gesamtgesellschaftlich einen Wandel hin zu einer Willkommenskultur für alle Menschen. Seit den Anfängen der Kirche waren die Christen Vorreiter bei diesem Wandel hin zu einer humanen Gesellschaft. Ich erhebe meine Stimme gegen eine Tendenz der Enthumanisierung und Entsolidarisierung und weiß mich getragen von der Glaubensüberzeugung, dass „Gott den Menschen in seiner Würde wunderbar erschaffen und noch wunderbarer wiederhergestellt hat“ (Weihnachtsoration). Eine pauschale Verunglimpfung Tausender, vor allem auch junger Teilnehmerinnen und Teilnehmer am MfdL, ist hier nicht förderlich. Wer uns daran hindern will, von unserem staatsbürgerlichen Recht Gebrauch zu machen, ja unserer Pflicht zum Einsatz für das vom Grundgesetz geschützte Leben nachzukommen, ist demokratiefeindlich und trägt zu einer Polarisierung der Gesellschaft bei. Ich weise die Kritik der Bundesversammlung der KjG entschieden zurück. Die Termine für die nächsten MfdL sind in meinem Kalender bereits blockiert.

Jeder einzelne Mensch, ob geboren oder ungeboren, so unsere Glaubensüberzeugung, ist von Gott gewollt und geliebt. Ist das kein guter Grund für eine Demonstration für das Leben? Ich lade alle Menschen guten Willens ein, sich künftig daran zu beteiligen.

Archivfoto Bischof Voderholzer (c) Bistum Regensburg


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. „Wir werden erwartet“
  3. Leo XIV. drängt auf internationale Regeln für Künstliche Intelligenz
  4. Papst baut Sekretariat der weltweiten Synode um
  5. Papst dankt Mercedes für "100 Jahre Papamobil"
  6. „Der Kurierfahrer steuerte die falsche Tür an und landete versehentlich in der Kathedrale“
  7. Vatikan warnt vor ‚Extremismus‘ und ‚Spaltung‘ durch Knien beim Kommunionempfang
  8. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  9. „Die ‚Irish Times‘ hat den 3293. Artikel von jemandem veröffentlicht, der nicht mehr zur Messe geht“
  10. Ulf Poschardt warnt vor Islamismus: Erst sind die Synagogen dran, dann die Christen
  11. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  12. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  13. Papst Leo beantragte Briefwahl-Unterlagen für die Midterms - Papst hat tatsächlich gewählt!
  14. „Mit der Unterstützung meiner Schwiegereltern verließ ich eine nicht-sakramentale Beziehung“
  15. Drei Stunden im Fegefeuer

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz