Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vom Elend der Fürbitten
  2. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  3. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  4. Der entschärfte Gott
  5. Botschaft von Papst Leo zum 10. Jahrestag des nachsynodalen Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia
  6. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
  7. EuGH-Urteil: Deutscher Kirchenaustritt kein automatischer Kündigungsgrund
  8. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  9. Peinlich - Deutsche Protestanten glauben mehrheitlich nicht an den dreieinigen Gott
  10. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  11. "Die Zahl der Seminaristen ist im Bistum Chur leider sehr klein geworden"
  12. Theologe Thomas Söding: „Es braucht eine katholische Internationale!“
  13. Realitätsverlust im Bistum Chur
  14. Muslime wählen SPD und Linke, Christen wählten CDU
  15. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!

Evangelischer Pastor: „Ich bete doch meine Frau nicht an. Aber ich habe ihr Bild vor mir und…“

13. Jänner 2025 in Weltkirche, 18 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Kurienkardinal Koch schildert sein Gespräch mit einem evangelischen Geistlichen – „Er sagte: ‚…aber ich habe ihr Bild vor mir, und dann ist sie mir gegenwärtig.‘ Meine Antwort: ‚Genau das tun wir mit den Heiligen und mit Maria.‘“


Wetzlar (kath.net/pl) „Ich war früher einmal Militärpfarrer. Damals hatte ich auch einen protestantischen Kollegen. Am Abend waren wir in demselben Zimmer, und wenn er das Abendgebet sprach, hat er auch ein Foto seiner Frau vor sich hingelegt. Dann habe ich zu ihm gesagt: ‚Ich bin zwar nicht verheiratet, aber wenn ich verheiratet wäre, würde ich meine Frau nie anbeten.‘ Er sagte: ‚Spinnst Du? Ich bete doch meine Frau nicht an. Aber ich habe ihr Bild vor mir, und dann ist sie mir gegenwärtig.‘ Meine Antwort: ‚Genau das tun wir mit den Heiligen und mit Maria.‘ Quelle vieler Missverständnisse ist, dass man die katholische Kirche gar nicht kennt, sondern von Vorurteilen lebt. Deshalb ist es so wichtig, dass man miteinander ins Gespräch kommt.“ Das erläutert Kurt Kardinal Koch, Präfekt des vatikanischen Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen, im Gespräch mit der evangelischen Nachrichtenagentur „idea“. Daniela Städter, idea-Leiterin, stellte ihre Fragen am Rande des 10. Ökumenischen Bekenntniskongresses der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften (IKBG) in Hofgeismar, der thematisch das Nizänische Glaubensbekenntnis in den Mittelpunkt stellte.

Auf die Frage, ob in der katholischen Kirche Maria „angebetet“ werde, antwortete Kardinal Koch mit einem klaren „Nein“. Er erläutert weiter, dass nur Gott angebetet werden könne, Katholiken Maria aber „verehren“ und dies sei „ein grundlegender Unterschied“. „Maria führt uns zu Jesus“, führte Koch aus unter Hinweis auf die Hochzeit zu Kana. „Sie können dazu auch die sehr schönen Marien-Traktate der Reformatoren – Martin Luther, Johannes Calvin, Ulrich Zwingli – lesen.“


Er lud ein, dazu „die Heilige Schrift gemeinsam lesen. Eine Marienverehrung kommt bereits in der Bibel vor: Das Magnificat im Lukasevangelium 1,46–55. Dort singt Maria, dass alle Geschlechter sie preisen werden. Insofern verstehe ich nicht, dass man sagen kann, Marienverehrung habe mit der Heiligen Schrift gar nichts zu tun.“ Ähnliches vertrat er auch bei der Frage nach der Stellung des Papstes: „Wir haben in der Heiligen Schrift in Matthäus 16, 18 auch die große Verheißung Jesu an Petrus: ‚Auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen‘“, auch hier lud Koch zur gemeinsamen Schriftlesung ein und dazu, darüber ins Gespräch zu kommen.

„idea“ stellte außerdem Fragen zum Stand der Ökumene. Es sei eine Herausforderung, dass zwar alle die Einheit wollten, aber jeder darunter etwas anderes verstünde, „wir haben keinen wirklichen Konsens darüber, worin das Ziel der Ökumene besteht. Dies hängt damit zusammen, dass jede Kirche ihre eigene Vorstellung von ihrem Kirche-Sein und von ihrer Einheit hat und deshalb auch bestrebt ist, ihre konfessionelle Sicht der Einheit als Ziel der Ökumene anzunehmen. Wir müssen deshalb jetzt intensiv miteinander ins Gespräch über die Fragen kommen: Was ist Kirche? Wer ist Kirche? Wo ist Kirche?“

Dann gab Koch die katholische Antwort auf die vorigen Fragen: „Für die katholische Kirche ist die Einheit zu suchen im gemeinsamen Glauben, in der gemeinsamen Feier der Sakramente und in der Anerkennung der Ämter.“ Dabei gehe es um „ehrlichen Dialog: Wie sehen wir die Hinterlassenschaft des Glaubens in der Tradition? Was ist uns gemeinsam? Was trennt uns noch? Bei dem Trennenden müssen wir schauen, wie wir es überwinden können.“

Der Kurienkardinal kritisierte außerdem das Ökumene-Papier „Mehr Sichtbarkeit in der Einheit und mehr Versöhnung in der Verschiedenheit“, das die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Deutsche Bischofskonferenz gemeinsam veröffentlicht hatten. Zwar räumte er ein, es sei wichtig, dass die Katholiken und die Protestanten „bei den grundlegenden ethischen Fragen versuchen, eine gemeinsame Stimme zu gewinnen. Denn je heterogener die Stimmen der christlichen Kirchen in Europa sind, desto schwächer wird das Glaubenszeugnis.“ Doch sei diese „Ökumene der Praxis“ „keine Alternative zur theologischen Ökumene, bei der es um die Aufarbeitung der Differenzen im Glaubensverständnis geht“. Und da gehe es in diesem Papier „nicht so weit, wie ich es mir wünschen würde“. Es müsse doch auch nach dem Ziel gefragt werden, nicht ausschließlich nach dem Weg.

Koch ging außerdem auf das Stichwort der „Ökumene der Märtyrer“ ein. „Aktuell sind wir Christen die am meisten verfolgte Glaubensgemeinschaft: 80 Prozent aller Menschen, die aus Glaubensgründen verfolgt werden, sind Christen. Wir haben heute mehr Christenverfolgungen als in den ersten Jahrhunderten nach Christus. Diese Verfolgung ist ökumenisch. Denn Christen werden nicht verfolgt, weil sie Lutheraner, Reformierte, Katholiken oder Orthodoxe sind, sondern weil sie Christen sind. Die Christen, die wegen ihres Glaubens an Christus ihr Leben hingegeben haben, einen uns.“ „Ich glaube, dass das Blut von so vielen Märtyrern in der heutigen Christenheit auch ein guter Same für die künftige Einheit der Christen sein wird. Deshalb ist für mich die Ökumene der Märtyrer eine der wichtigsten Themen in der Ökumene heute.“

Link zum Interview in voller Länge: Ökumene-Kardinal: „Es geht um einen ehrlichen Dialog“

Archivfoto Kardinal Koch (c) LohmannMedia


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE - 25. MÄRZ!!!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  4. Realitätsverlust im Bistum Chur
  5. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  6. Heimisch sein im Vatikan - Papst Leo XIV. wohnt wieder in der klassischen Papstwohnung
  7. Vom Elend der Fürbitten
  8. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  9. Einladung zur Novene zum Hl. Josef
  10. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  11. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  12. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  13. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
  14. Papst bezieht diesen Samstag seine Wohnung im Apostolischen Palast
  15. Der entschärfte Gott

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz