Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  2. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  3. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  4. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  5. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  6. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  7. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  8. Die große Täuschung
  9. Bischof Oster: „In der Sache selbst war ich ja in mehrfacher Hinsicht kritisch“
  10. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  11. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  12. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  13. Medienkrise verschärft sich: Dramatische Auflagenverluste für Tageszeitungen in Deutschland
  14. Fatales Gerichtsurteil in Deutschland: Chefarzt siegt gegen katholisches Klinik-Verbot
  15. Hunderte Einsprüche gegen Pfarrauflösung in der Diözese Linz - Keine Antworten aus Rom

Martin Rhonheimer kritisiert „Wahlkompass“ des Erzbistums Freiburg: „Kirche rot-grün?“

18. Februar 2025 in Deutschland, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Prof. em. für politische Philosophie: „Die vom ‚Wahlkompass‘ gewiesene Richtung war eindeutig. Die Positionen von SPD und Grünen wurden – und zwar ohne Vorbehalte – als in Harmonie mit der Soziallehre erachtet.“


Freiburg i.Br. (kath.net) Die Kriterien seien „sonnenklar, und, so der kirchliche ‚Wahlkompass‘, nur Rot-Grün kann ihnen offenbar wirklich entsprechen. Ob das Mantra ‚soziale Gerechtigkeit und Gemeinwohl‘ in diesen Fällen tatsächlich die richtige Orientierung bietet, ja nicht vielmehr durch Bürokratisierung, Überschuldung und wirtschaftliche Stagnation die nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale Abwärtsspirale des ganzen Landes antreibt, spielt keine Rolle. Moralische Appelle gehen ökonomischem Sachverstand vor.“ Darauf macht Prof. Martin Rhonheimer in seinem Meinungsbeitrag „Kirche rot-grün?: Katholischer ‚Wahlkompass‘ mit wirtschaftspolitischer Linksorientierung“ in der katholischen Zeitschrift „Communio“ (Herder Verlag Freiburg i.Br.) aufmerksam. Er ist der Präsident des Austrian Institute of Economics and Social Philosophy (Wien) und emeritierter Professor für Ethik und politische Philosophie an der Päpstlichen Universität Santa Croce in Rom

Rhonheimer bezieht sich auf den „Wahlkompass“, den das Erzbistum Freiburg für die bevorstehenden Bundestagswahlen auf seiner Webseite eingerichtet hat. Es handelt sich um einen KI-Chatbot, erläutert er,  der auf der Grundlage der Wahlprogramme der Parteien und – nach Eigendarstellung dieses Wahlkompasses – der „wichtigsten Texten der Katholischen Soziallehre“ „eine fundierte Orientierung“ für die Wahlentscheidung bieten möchte.


Der Professor für politische Philosophie schildert, das die vom „Wahlkompass“ gewiesene Richtung „eindeutig“ gewesen sei: „Die Positionen von SPD und Grünen wurden – und zwar ohne Vorbehalte – als in Harmonie mit der Soziallehre erachtet.“ Nach Darstellung des erzbischöflichen Wahlkompasses stünden die Positionen dieser Parteien „auf der Seite des Gemeinwohls, der sozialen Gerechtigkeit, der Solidarität, der Nachhaltigkeit und – erstaunlicherweise, muss man sagen – auch der Subsidiarität. Schließlich befänden sie sich mit ihren Forderungen auch im Einklang mit den Menschenrechten und der Wahrung der Menschenwürde.“

Dagegen würden die Positionen von CDU (und der in Freiburg nicht zur Wahl stehenden CSU) „nur mit Vorbehalt empfohlen, unter der Voraussetzung nämlich, dass sie das Gemeinwohl förderten und soziale Gerechtigkeit gewährleisteten. Rhonheimer notiert: „Auch bei den von der CDU geforderten ‚wirtschaftlichen Maßnahmen‘ sei es von Bedeutung, sicherzustellen, dass sie ‚nicht nur auf Wachstum abzielen, sondern auch soziale Gerechtigkeit und Solidarität fördern‘“, dies werde bei SPD und den Grünen „ohne Vorbehalt eingeräumt“. Rhonheimer räumt dabei auch mit der Fehlbehauptung auf, dass der Satz „Die Wirtschaft ist für den Menschen da, nicht der Mensch für die Wirtschaft“ von Johannes Paul II. stammen würde.

Doch „was der KI-Bot antwortet, hat er nicht im Netz gefunden; darauf hat er, wie er explizit betont, keinen Zugriff. Seine Antworten gründen auf den Ressourcen, mit denen sein Gehirn von ganz und gar nicht-künstlichen Intelligenzen gefüttert wurde“. Es scheine sich dabei um „eher einfach gestrickte Intelligenzen“ handeln, „für die Schlagworte wie ‚Gemeinwohl‘, ‚soziale Gerechtigkeit‘, ‚Menschenwürde‘ allein schon genügen, um ein mit solchen Worten operierendes politisches Konzept zu beurteilen. Dabei verbleibt man an der Oberfläche, entscheidend sind letztlich ideologische Prägungen, gemäß denen alles ‚Soziale‘ automatisch dem Gemeinwohl dient, alles ‚Wirtschaftliche‘ hingegen unter dem Apriori-Verdacht steht, ihm zu widersprechen.

Dieser Wahlkompass spiele also „mit gezinkten Karten“, statuiert Rhonheimer. Denn es gehe hierbei heute um Fragen, „die, wie das Zweite Vatikanische Konzil betont hat, dem freien Ermessen der Gläubigen anheimgestellt sind, ohne dass es hier die eine ‚katholische Position geben könnte. Warum dann also im Jahre 2025, sechzig Jahre nach dem Konzil, ein kirchlicher ‚Wahlkompass‘?“


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  3. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  4. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  5. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  6. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  7. Nach „Wort zum Sonntag“: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Pastorin Behnken
  8. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  9. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  10. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  11. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  12. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats
  13. Schwere Zensur-Vorwürfe aus den USA: EU unterdrückt die Meinungsfreiheit
  14. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  15. Bischof Oster: „In der Sache selbst war ich ja in mehrfacher Hinsicht kritisch“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz