Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  2. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  3. These: Der dreifaltige Gott soll in der Liturgie der Messe verkündet werden
  4. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  5. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  6. Vatikan dementiert Bericht über Abweisung Macrons durch den Papst
  7. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  8. Seligsprechungsprozess für Pater Alfred Delp SJ wird eröffnet
  9. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  10. US-Vizepräsident Vance wird erneut beim „March for Life“ teilnehmen und sprechen
  11. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  12. „Catholic Herald“: „Irlands schwindende Familien“
  13. "Wir sind Zuschauer bei etwas, was einem Völkermord sehr nahekommt"
  14. Eine unerträgliche Verharmlosung des tatsächlichen NS-Unrechts!
  15. USA: Breite Mehrheit für Massenabschiebungen – Neue Umfragen stützen Trump-Kurs

EU-Gründervater Alcide De Gasperi auf dem Weg zur Seligsprechung

4. März 2025 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Norditaliener studierte in Wien und vertrat Südtirol als Parlamentsabgeordneter.


Vatikanstadt (kath.net/ KAP)
Im Seligsprechungsverfahren für den italienischen Politiker Alcide De Gasperi ist die diözesane Phase abgeschlossen. Bei der finalen Sitzung an diesem Freitag im Lateranpalast würdigte Kardinal Baldassare Reina den EU-Gründervater, der zuvor auch als Parlamentsabgeordneter in Wien wirkte, als "Modell für die heutige Politik". De Gasperi habe "die Politik als Dienst, nicht als Suche nach persönlichem Vorteil" verstanden. Seine Prinzipien von Gerechtigkeit, Gemeinwohl und europäischer Einigung seien aktueller denn je, sagte Reina, der Stellvertreter von Papst Franziskus für die Diözese Rom, laut einem Bericht von Vatican News.
De Gasperi (1881-1954) war einer der prägendsten Politiker des 20. Jahrhunderts. Er führte Italien nach dem Zweiten Weltkrieg als Ministerpräsident und trug maßgeblich zum Aufbau der Demokratie sowie zur europäischen Integration bei. Kardinal Reina hob De Gasperis Rolle als Vermittler hervor: "Er suchte nicht die Konfrontation, sondern die Verständigung." In einer Zeit politischer Polarisierung könne sein Ansatz der "konkreten Lösungen statt leerer Parolen" ein wichtiger Impuls sein.
Nach seinem Studium der modernen Philologie an der Universität Wien widmete sich der junge Norditaliener De Gasperi journalistischen und politischen Aktivitäten. Er arbeitete für die Tageszeitung "Il Trentino" und setzte sich für die Interessen der italienischen Gemeinschaft im österreichisch-ungarischen Reich ein. 1911 wurde er als Abgeordneter in das Wiener Parlament gewählt, wo er sich durch seine Kämpfe für die administrative und kulturelle Autonomie des Trentino auszeichnete.


Unter der faschistischen Diktatur Italiens geriet De Gasperi in Verfolgung. Nach einem Gefängnisaufenthalt mittellos, erhielt er 1929 bis Kriegsende in der Vatikanischen Bibliothek eine Stellung. De Gasperi habe seinen Glauben als Quelle politischen Handelns verstanden, erklärte Reina zum Abschluss der diözesanen Phase des Seligsprechungsprozesses. Als Politiker habe er "eine Vision des Staates entwickelte, die auf Solidarität, Pluralismus und sozialer Gerechtigkeit beruhte". Sein Engagement für eine vereinte und friedliche Zukunft Europas habe ihn zu einem der Gründerväter der heutigen EU gemacht. "Für ihn war Europa kein Machtprojekt, sondern eine Verpflichtung zu Zusammenarbeit und Frieden", so der Kardinal.
Auch De Gasperis persönliche Integrität sei ein Zeichen seiner Heiligkeit gewesen. Seine Tochter Maria Romana habe berichtet, dass er "seinen Glauben im Stillen, aber mit großer Konsequenz lebte". Bereits bei seinem Tod hätten viele in ihm eine moralische Instanz erkannt. Die Rufe nach seiner Heiligsprechung wurden nicht nur von kirchlichen Kreisen, sondern auch von einfachen Bürgern laut.
Mit dem Abschluss der diözesanen Untersuchung geht das Verfahren nun an den Vatikan, wo die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen über die nächsten Schritte entscheiden wird.

Copyright 2025 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

Foto: (C) VareseNews

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  3. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  4. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  5. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  6. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  7. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  8. Kardinal Zen: Papst Leo „ist wahrlich eine Leitungspersönlichkeit, die zuhören kann!“
  9. Katholikin Eva Vlaardingerbroek verliert Einreiseerlaubnis nach Großbritannien
  10. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  11. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  12. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  13. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  14. Neuerlich ein Vandalenakt im Petersdom
  15. Bekenntnisse eines Warmduschers

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz