Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie wird das „pro multis“ im neuen Messbuch übersetzt werden?
  2. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  3. Bischof Wilmer: "Wir wollen keinen deutschen Sonderweg"
  4. ‚Ein Doktor der Theologie hat keine Ahnung von der Auswirkung von Gruppeneffekten‘
  5. Der anderskatholische Papstkritiker
  6. Bätzing gegen Papst Leo
  7. „Brot für die Vögel?“ – Können Protestanten zur Hl. Kommunion zugelassen werden?
  8. Scott Hahn: Die frühe Kirche war nicht protestantisch
  9. Kardinal Fernández räumt geringes Interesse an seinem Dokument über Mission ein
  10. Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
  11. Musikerlegende Bob Dylan bei Papst Leo XIV. im Vatikan
  12. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  13. Drei Stunden im Fegefeuer
  14. Auf zu den Friedhöfen! Wir bitten für unsere Verstorbenen um Gottes Gnade!
  15. Warum ausgerechnet ein Augustiner-Pater Patron der armen Seelen ist

EU-Gründervater Alcide De Gasperi auf dem Weg zur Seligsprechung

4. März 2025 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Norditaliener studierte in Wien und vertrat Südtirol als Parlamentsabgeordneter.


Vatikanstadt (kath.net/ KAP)
Im Seligsprechungsverfahren für den italienischen Politiker Alcide De Gasperi ist die diözesane Phase abgeschlossen. Bei der finalen Sitzung an diesem Freitag im Lateranpalast würdigte Kardinal Baldassare Reina den EU-Gründervater, der zuvor auch als Parlamentsabgeordneter in Wien wirkte, als "Modell für die heutige Politik". De Gasperi habe "die Politik als Dienst, nicht als Suche nach persönlichem Vorteil" verstanden. Seine Prinzipien von Gerechtigkeit, Gemeinwohl und europäischer Einigung seien aktueller denn je, sagte Reina, der Stellvertreter von Papst Franziskus für die Diözese Rom, laut einem Bericht von Vatican News.
De Gasperi (1881-1954) war einer der prägendsten Politiker des 20. Jahrhunderts. Er führte Italien nach dem Zweiten Weltkrieg als Ministerpräsident und trug maßgeblich zum Aufbau der Demokratie sowie zur europäischen Integration bei. Kardinal Reina hob De Gasperis Rolle als Vermittler hervor: "Er suchte nicht die Konfrontation, sondern die Verständigung." In einer Zeit politischer Polarisierung könne sein Ansatz der "konkreten Lösungen statt leerer Parolen" ein wichtiger Impuls sein.
Nach seinem Studium der modernen Philologie an der Universität Wien widmete sich der junge Norditaliener De Gasperi journalistischen und politischen Aktivitäten. Er arbeitete für die Tageszeitung "Il Trentino" und setzte sich für die Interessen der italienischen Gemeinschaft im österreichisch-ungarischen Reich ein. 1911 wurde er als Abgeordneter in das Wiener Parlament gewählt, wo er sich durch seine Kämpfe für die administrative und kulturelle Autonomie des Trentino auszeichnete.


Unter der faschistischen Diktatur Italiens geriet De Gasperi in Verfolgung. Nach einem Gefängnisaufenthalt mittellos, erhielt er 1929 bis Kriegsende in der Vatikanischen Bibliothek eine Stellung. De Gasperi habe seinen Glauben als Quelle politischen Handelns verstanden, erklärte Reina zum Abschluss der diözesanen Phase des Seligsprechungsprozesses. Als Politiker habe er "eine Vision des Staates entwickelte, die auf Solidarität, Pluralismus und sozialer Gerechtigkeit beruhte". Sein Engagement für eine vereinte und friedliche Zukunft Europas habe ihn zu einem der Gründerväter der heutigen EU gemacht. "Für ihn war Europa kein Machtprojekt, sondern eine Verpflichtung zu Zusammenarbeit und Frieden", so der Kardinal.
Auch De Gasperis persönliche Integrität sei ein Zeichen seiner Heiligkeit gewesen. Seine Tochter Maria Romana habe berichtet, dass er "seinen Glauben im Stillen, aber mit großer Konsequenz lebte". Bereits bei seinem Tod hätten viele in ihm eine moralische Instanz erkannt. Die Rufe nach seiner Heiligsprechung wurden nicht nur von kirchlichen Kreisen, sondern auch von einfachen Bürgern laut.
Mit dem Abschluss der diözesanen Untersuchung geht das Verfahren nun an den Vatikan, wo die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen über die nächsten Schritte entscheiden wird.

Copyright 2025 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

Foto: (C) VareseNews

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. „Die Kirche gewinnt an Kraft dank eines Anstiegs bei den Konversionen zum Katholizismus“
  3. Manuel Ostermann: „Ich möchte hier widersprechen, liebes WDR“
  4. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  5. Sozialbeauftragter des Papstes bringt Spenden in die Ukraine
  6. IMABE: Sterbehilfe-Entwicklung in Belgien wirft Fragen auf
  7. ‚Lieber ein ‚Fanatiker‘ als ein Verräter für Kataris und Dschihadisten‘
  8. Benedikt XVI.: „Wir fragen uns jedoch: Warum empfinden wir Angst vor dem Tod?“
  9. Eine unzählbare Schar von Zeugen - Heiligkeit kennt keine Grenzen
  10. Der unbekannte Bekannte: St. Martin
  11. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  12. Allerheiligen oder Heilige für alle?
  13. Schmunzelnder Papst scherzt mit Basketballern seiner früheren Uni
  14. „Die Heiligen sind keine kleine Gruppe Auserwählter, sondern eine unzählige Schar“
  15. Brücken bauen, Wurzeln schlagen, Gemeinschaft leben. Der Glaube als gemeinsamer Ursprung und Auftrag

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz