Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Emeritierter Kurienkardinal Sarah: „Riten können nicht willkürlich abgeschafft werden“
  2. „Sehr geehrter Herr Erzbischof Koch, mit großer Verwunderung haben wir Ihr Statement zum CSD…“
  3. Erschütterndes Beispiel für die Kultur des Todes: Seniorin wurde gegen ihren Willen euthanasiert
  4. Die Liturgie: das Gebet der Kirche und Atem des Geistes
  5. Wenn sich Gratismut in Angst verwandelt
  6. Fulda: Werbung für Christopher Street Day mit dem heiligen Bonifatius
  7. BILD-Kommentatorin Ruhs fordert „Festung Europa“: „Es geht nicht mehr anders“
  8. Bußgeldverfahren gegen Schüler nach Weigerung an LGBT-Workshop teilzunehmen
  9. Kardinal Burke ruft zu Einsatz für Ehe und Familie auf – bis zum Martyrium
  10. IRRE! - Moskauer Patriarch Kyrill legitimiert nun auch Atombombe
  11. "Ich würde Kinderbetreuung nicht als Arbeit sehen, sage ich Ihnen ganz ehrlich"
  12. „Größer als [australischer] Football: Die unstoppbare Wiederbelebung des Glaubens“
  13. Frust beim Klima-Kleber-Jesuiten
  14. Katholische Beerdigung für italienischen Gitarristen wurde abgesagt, weil er Freimaurer war
  15. Influencerin bezeichnet Trans-Politiker als Mann: zu zwei Jahren Hausarrest verurteilt

„Dilemma des Vatikans: Soll Papst nach Santa Marta verlegt werden oder in Gemelli-Klinik bleiben?“

18. März 2025 in Kommentar, 16 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Quellen aus dem Umfeld des Papstes sagen, dass sich die Hauptdiskussion im Vatikan“ um dieses Dilemma dreht. Gastbeitrag von Jaime Gurpegui/InfoVaticana


Vatikan (kath.net/InfoVaticana) kath.net dankt InfoVaticana für die freundliche Erlaubnis zur Übersetzung und Veröffentlichung dieses Beitrags.

Seit Tagen ist in den Fluren des Vatikans eine gewisse Unsicherheit zu spüren. Der jüngste medizinische Bericht bestätigt zwar, dass sich der Gesundheitszustand von Papst Franziskus verbessert hat und dass die Vorsicht bezüglich seiner Prognose beendet wurde. Die eigentliche Frage ist jedoch nicht seine Genesung, sondern der Umgang mit dem, was auf die eine oder andere Weise das Ende seines Pontifikats zu sein scheint.

Quellen aus dem Umfeld des Papstes sagen, dass sich die Hauptdiskussion im Vatikan um eine logistische Frage mit weitreichenden politischen und kirchlichen Auswirkungen dreht: Soll Franziskus unter medizinischer Betreuung nach Santa Marta verlegt werden oder so lange wie nötig im Gemelli-Krankenhaus bleiben?

Der Papst liegt nun schon seit über einem Monat im Krankenhaus. Er hat schwere Krisen durchgemacht, benötigte nachts eine nichtinvasive künstliche Beatmung, erlitt Episoden akuten respiratorischen Versagens und war auf eine High-Flow-Sauerstofftherapie angewiesen. Sein Zustand wurde als „stabil innerhalb eines komplexen Krankheitsbildes“ beschrieben, ein Euphemismus, den im Vatikan niemand auf die leichte Schulter nimmt.


Obwohl Franziskus bei Bewusstsein ist und per Videokonferenz an den geistlichen Übungen der Kurie teilnehmen kann, glaubt niemand in seinem Umfeld wirklich, dass er sein Amt wieder vollständig aufnehmen kann. Daher lautet die Frage jetzt nicht, ob er die volle Führung der Kirche übernehmen wird, sondern vielmehr, wie es für den Rest seines Pontifikats mit seiner Gesundheit weitergeht.

Die beiden Optionen auf dem Tisch:

1. Den Papst unter medizinischer Betreuung nach Santa Marta zurückbringen

Diese Option wird von jenen bevorzugt, die um jeden Preis das Bild eines „für das restliche Leben im Gemelli internierten“ Papstes vermeiden möchten. Eine Rückkehr nach Santa Marta wäre ein Versuch der Normalisierung, erfordert aber einen erheblichen medizinischen Einsatz. Francisco bräuchte: Ständige Unterstützung durch medizinisches Personal. Nicht-invasive Beatmungsgeräte für die Nacht. High-Flow-Sauerstofftherapie tagsüber. Ständige Überwachung, um Komplikationen zu vermeiden.

Das Problem bei dieser Option besteht darin, dass sie ihre Fragilität offenbaren würde. Ein Papst, der in Santa Marta auf der Intensivstation liegt, wäre ein ähnliches Bild wie die letzten Lebensabschnitte von Johannes Paul II., was die Gespräche über seinen möglichen Rücktritt beschleunigen könnte.

2. Den Papst weiter im Gemelli behalten

Die andere Möglichkeit besteht darin, ihn im Krankenhaus zu behalten, bis sich sein Zustand vollständig stabilisiert hat oder bis er selbst beschließt, zurückzutreten. Aus klinischer Sicht ist dies die logischste Alternative, allerdings ist sie politisch schwierig.

Ein längerer Krankenhausaufenthalt des Papstes würde bedeuten, dass sein Gesundheitszustand weiterhin ein ernstes Problem darstellt und der Vatikan vor einer ungewissen Übergangsphase steht. Darüber hinaus würde es Franziskus daran hindern, normale Regierungsentscheidungen zu treffen, wodurch das bereits bestehende Machtvakuum offengelegt würde.

Das Ende des Pontifikats, auch wenn es Monate dauert

Quellen im Vatikan stimmen darin überein, dass es sich bei der Diskussion darüber, wo sich Franziskus in den kommenden Tagen niederlassen wird, in Wirklichkeit um eine Diskussion darüber handelt, wie der Abschluss seines Pontifikats bewältigt werden soll. Selbst wenn der Papst noch einige Monate überlebt, ist seine Regierungsgewalt auf ein Minimum reduziert und die wichtigsten Entscheidungen hängen nicht mehr von ihm ab.

Obwohl Papst Franziskus keinerlei Anzeichen dafür erkennen lässt, dass er eine Abdankung in Erwägung zieht, agiert der Vatikan bereits jetzt, als befände er sich in der Endphase seines Pontifikats.

Was in den kommenden Tagen passiert, wird den Ausgang dieser Krise bestimmen. Falls Franziskus mit einem kompletten Ärzteteam nach Santa Marta verlegt wird, wird klar sein, dass wir uns in einer Übergangsphase gegen Ende seines Pontifikats befinden. Falls er im Gemelli-Krankenhaus bleibt, wird bestätigt, dass sein Zustand noch immer zu instabil ist, um auch nur den Anschein von Normalität zu erwecken.

Unterdessen bleibt die Frage bestehen: Wer regiert in diesen Tagen die Kirche wirklich?


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Edith Stein – Ave, Crux, spes unica
  3. „Sehr geehrter Herr Erzbischof Koch, mit großer Verwunderung haben wir Ihr Statement zum CSD…“
  4. Emeritierter Kurienkardinal Sarah: „Riten können nicht willkürlich abgeschafft werden“
  5. Fulda: Werbung für Christopher Street Day mit dem heiligen Bonifatius
  6. „Größer als [australischer] Football: Die unstoppbare Wiederbelebung des Glaubens“
  7. Erschütterndes Beispiel für die Kultur des Todes: Seniorin wurde gegen ihren Willen euthanasiert
  8. IRRE! - Moskauer Patriarch Kyrill legitimiert nun auch Atombombe
  9. Karoline Preisler: Islamismus ist die größte Gefahr für Deutschland
  10. Kardinal Burke ruft zu Einsatz für Ehe und Familie auf – bis zum Martyrium
  11. BILD-Kommentatorin Ruhs fordert „Festung Europa“: „Es geht nicht mehr anders“
  12. "Die meisten kommen wegen der Sozialleistungen"
  13. Mullah-Gegnerin Masih Alinejad warnt vor Islamismus: „Allahu Akbar klingt für mich nach Hinrichtung“
  14. Die Liturgie: das Gebet der Kirche und Atem des Geistes
  15. Erneut hochrangige Sprecher bei der Adoratio Altötting im Oktober 2026

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz