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Fehlerhafte Studie über Kosten des Klimawandels zeigt Verbindungen zwischen Forschung und Wirtschaft

26. August 2025 in Chronik, 2 Lesermeinungen
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‚Der Fall sät grundsätzliche Zweifel an ‚Nature‘, dem PIK, unkritischen Medien, Polit-Organisationen und Finanzinstituten; Kritiker sprechen von Filz‘, schreibt Axel Bojanowski in der WELT.


Berlin (kath.net/jg)
Eine Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) vom April 2024 entpuppt sich nun als einer der größten Wissenschaftsskandale der letzten Jahre, schreibt Axel Bojanowski, Chefreporter Wissenschaft bei der WELT.

Die Studie des PIK befasst sich mit Kosten, die der Klimawandel für die Weltwirtschaft verursachen soll und wurde am 17. April 2024 im Fachmagazin Nature veröffentlicht. Viele Medien griffen die Ergebnisse der Studie auf und veröffentlichten teils dramatische Schlagzeilen. „Der Klimawandel bedroht die Weltwirtschaft“, hieß es in der Tagesschau. „Klimakrise kostet 38 Billionen Dollar pro Jahr“, schrieb der Spiegel.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die Weltbank und die US-Regierung unter Präsident Joe Biden nahmen die Studie als Leitlinie. Das Network for Greening the Financial System (NGFS), ein Zusammenschluss von Zentralbanken und Regierungsbehörden für den Klimaschutz übernahm die Studie für die Berechnung künftiger Kosten des Klimawandels.


Im Laufe der folgenden Monate wurde die fachliche Kritik an der Studie immer lauter. Die Autoren haben mittlerweile eine neue Arbeit veröffentlich, die allerdings „alles nur noch schlimmer macht“, schreibt Bojanowski. „Der Fall sät grundsätzliche Zweifel an ‚Nature‘, dem PIK, unkritischen Medien, Polit-Organisationen und Finanzinstituten; Kritiker sprechen von Filz“, fährt er fort.

Im November 2024 kündigte das NGFS eine neue „Schadensfunktion“ zur Berechnung der Kosten, die durch den Klimawandel entstehen sollen, an. Zwei Tage vorher hatte Nature erstmals einen Hinweis veröffentlicht, dass die Daten und Methoden der Studie in Frage gestellt würden. Hätten die Zentralbankmitglieder des NGFS nicht Nature oder die Studienautoren fragen sollen, wo das Problem sei? Hätte das NGFS sein Modell nicht zurückziehen müssen, wenn es von den Datenfehlern erfahren hat, fragt Gregory Hopper.

In ihrem neuen Aufsatz kommen die Studienautoren zu dem Ergebnis, dass die Resultate der ersten Studie im Wesentlichen korrekt seien, die Klimaschäden würden nur etwas geringer ausfallen. Doch die Forscher mussten neue Methoden einführen, um zu einem ähnlichen Ergebnis zu gelangen. Das sei nichts anderes als ein stillschweigendes Eingeständnis, dass die ursprüngliche Analyse wertlos sei, merkt ein Kritiker an.

Das überarbeitete Klimaschadensmodell sei sogar noch fehlerhafter als das erste Modell, sagt Hopper. Die statistischen Probleme blieben bestehen und es habe den Anschein, die Autoren hätten die Variante gewählt, die ihre vorher festgelegten Schlussfolgerungen am besten bestätigen, kritisiert er.

Es bleibe die Frage nach den Verwicklungen von Klimaforschung mit Politik und Finanzinstituten, schreibt Bojanowski und zitiert Ben Caldecott, Direktor der Oxford Sustainable Finance Group. Er habe „zu viele Geschichten gehört“, in denen Finanzinstitute versucht hätten, die akademische Freiheit auszuhöhlen, indem sie darauf hingewirkt hätten, Forschungsergebnisse vor ihrer Veröffentlichung zu verändern oder die Veröffentlichung überhaupt zu verhindern, weil sie negative Auswirkungen auf ihre Produkte befürchteten, schreibt Caldecott.

Bojanowskis Fazit: Interessenskonflikte in der Klimaforschung würden selbst dann nicht artikuliert, wenn sie eskalieren.

 


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