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Kardinal Arborelius: In Schweden „weiß jeder, dass die katholische Kirche Abtreibung ablehnt“

8. April 2026 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
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„Es ist einfacher, mit den Lutheranern in der Verteidigung von Migranten übereinzustimmen als in Fragen wie Abtreibung, Sterbehilfe oder der Verteidigung der Ehe, Themen, in denen wir nicht in Kirchengemeinschaft stehen“ – Großes Lob für Ökumene


Stockholm (kath.net/pl) „Es ist tatsächlich einfacher, mit den Lutheranern in der Verteidigung von Migranten übereinzustimmen als in Fragen wie Abtreibung, Sterbehilfe oder der Verteidigung der Ehe – Themen, in denen wir nicht in Kirchengemeinschaft stehen. Jeder weiß, dass die katholische Kirche Abtreibung ablehnt, was in Schweden ein sehr schwieriges Thema ist. Es gibt ethische und dogmatische Fragen, die eine ökumenische Annäherung erschweren. Tatsächlich haben wir in der Verteidigung des Lebens mehr mit den Pfingstlern als mit den Lutheranern gemeinsam.“ Das erläutert Kardinal Anders Arborelius, der Erzbischof von Stockholm (Schweden), im Interview mit dem Nachrichtenportal „Aleteia“. „Es stimmt, dass die katholische Kirche in moralischen Fragen eine feste, aber besonnene Haltung einnimmt. Wir führen keinen ‚Kulturkampf‘, aber die katholische Kirche steht fest zu ihren Überzeugungen. Sie ändert ihre Meinung nicht ständig. Und dafür wird sie anerkannt und respektiert.“

Gleichzeitig legt der Kardinal großen Wert auf die Feststellung dass die Ökumene in Schweden hervorragend funktioniert und dass in diesem früher so antikatholisch geprägten Land inzwischen die antikatholischen Vorurteile verschwinden. §Die persönlichen Beziehungen zu den Lutheranern sind … ausgezeichnet. Einige Pastoren nehmen an Exerzitien teil, die von den Übungen des Heiligen Ignatius inspiriert sind. Ich selbst werde regelmäßig von der Lutherischen Kirche zu Vorträgen und Predigten eingeladen. Kürzlich durfte ich zum ersten Mal in der Königlichen Kapelle bei einem ökumenischen Friedensgottesdienst in der Ukraine sprechen. Die katholische Kirche hat 44 Pfarreien in ganz Schweden, und die Lutherische Kirche stellt uns rund 100 Kirchen zur Verfügung, um unsere Gemeinden, insbesondere im ländlichen Nordschweden, zu betreuen. Die Lutherische Kirche hat uns mit großem Wohlwollen bei der Seelsorge unterstützt.“


Die schwedischen Katholiken beobachte, so der Kardinal, „Wir dass Lutheraner und Protestanten anderer Konfessionen, aber auch Atheisten und einige wenige Muslime, zur katholischen Kirche konvertieren. Wir verzeichnen jährlich etwa hundert Konvertiten. Zwei unserer Benediktinergemeinschaften waren früher protestantisch und haben eine gemeinsame Konversion durchlaufen.“

Er erwähnt auch, dass „zu unseren katholischen Geistlichen acht oder neun ehemalige evangelische Pastoren gehören, die eine kanonische Dispens erhalten haben, um die Priesterweihe zu empfangen und gleichzeitig verheiratet zu bleiben. Ich erinnere mich, dass bei der Weihe eines von ihnen der lutherische Erzbischof anwesend war, der ihn einige Jahre zuvor zum Pastor geweiht hatte. Seine Anwesenheit war ein starkes Zeichen der Offenheit. Es ist wahrscheinlich schmerzhaft für sie, aber das hindert sie nicht daran, ihre freundschaftlichen und wertschätzenden Beziehungen zu pflegen.“

Arborelius führt außerdem aus, dass man „Konversionen hauptsächlich bei Akademikern, Ärzten, Professoren, Künstlern usw.“ beobachte. „Der Rektor der Universität Stockholm ist beispielsweise Katholik und gehört dem Dominikanerorden an. Auch in den Medien und im Kulturbereich gibt es Katholiken. In der Politik hingegen sind sie sehr selten. Mir sind derzeit keine katholischen Abgeordneten bekannt.“ Dasselbe lasse sich „wenn auch mit Nuancen, in anderen nordeuropäischen Ländern beobachten. In Finnland ist die katholische Kirche kleiner als in Schweden, aber auch dort gibt es viele Konversionen. Das Wachstum der katholischen Kirche ist hauptsächlich mit Gemeinschaften von Migranten verbunden.“

Der Kardinal erinnert daran, dass der Besuch von Papst Franziskus im Jahr 2016 „sehr wichtig für die Katholiken“ gewesen war, „aber ebenso für die Lutherische Kirche und für das ganze Land. Die Situation hat sich deutlich verbessert, und antikatholische Vorurteile verschwinden. Junge Menschen sind sehr aufgeschlossen. Manche sagen: ‚Es ist cooler, katholisch als lutherisch zu sein‘ – es wirkt exotischer auf sie!“

„In einigen Teilen des Kontinents wird die Kirche kleiner und gleichzeitig internationaler“, beobachtet der in der Schweiz aufgewachsene Schwede. „In Schweden erlebt die katholische Kirche einen Aufschwung. Sie bleibt zwar eine kleine Minderheit, entwickelt sich aber in einem Kontext, den man als ‚postlutherisch‘ bezeichnen könnte – offener als zuvor gegenüber Religion und den Erfahrungen von Glaubensgemeinschaften. Schweden ist seit Langem säkularisiert, doch es gibt ein neues Interesse an Religion, auch am Katholizismus, was ein Zeichen der Hoffnung ist.“ Arborelius wurde vor acht Jahren zum Kardinal erhoben und ist vielbeachtete Repräsentationsfigur einer Kirche, die weithin von Einwanderung/Zuzug geprägt ist.

Lars Anders Kardinal Arborelius OCD war mit 20 Jahren vom schwedisch-lutherischen Glauben in die volle Gemeinschaft mit der römisch-katholischen Kirche eingetreten und begann mit 22 Jahren sein Leben als Karmeliter. 2017 erhob ihn Papst Franziskus zum Kardinal, er ist damit der erste Schwede in der Geschichte, der Kardinal wurde. Arborelius nahm nach dem Tod von Papst Franziskus wahlberechtigt am Konklave teil, aus dem Papst Leo XIV. hervorging. Er ist Autor mehrerer Bücher, darunter Werke zu Edith Stein und Johannes vom Kreuz.
kath.net-Artikel über Kardinal Arborelius: siehe Link.


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