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Altabt bei Jugendfestival: Jesus als Vorbild für gelebte Liebe nehmen

8. September 2026 in Jugend, keine Lesermeinung
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Benediktiner Ambros Ebhart bei Grazer Veranstaltung "U-Turn": Jugend in "prophetischem Dienst" und wichtiges "Korrektiv der Kirche" durch gelebten Glaube, Gebet und Gemeinschaft


Graz (kath.net/KAP) Mit einem Gottesdienst ist am Sonntag das christliche Jugendfestival "U-Turn 2026" in der Grazer Herz-Jesu-Kirche zu Ende gegangen. Im Mittelpunkt der dreitägigen Veranstaltung standen Fragen nach Glück, Liebe und dem Verhältnis von persönlicher Sehnsucht und selbstloser Hingabe. In den Predigten von den Altäbten Raimund Schreier (Stift Wilten) und Ambros Ebhart (Stift Kremsmünster) sowie einem Vortrag der Philosophin und Theologin Maria Wolters ging es um die Frage, was christliche Liebe konkret bedeutet.

Ebhart stellte den Abschlussgottesdienst unter das Wort des heiligen Augustinus "Liebe und tu, was du willst", das zugleich Motto des Treffens war. Dies sei keineswegs ein Aufruf zur Beliebigkeit. Vielmehr müsse das eigene Handeln aus der Liebe kommen, "die Gott selbst ist". Die Quelle dieser Liebe sei Jesus Christus. Deshalb müsse sich auch die persönliche Liebe an ihm messen: "Jesus, wie hättest du an meiner Stelle reagiert? Was hättest du gesagt, wie hättest du gehandelt?"

Liebe dürfe nicht einfach "versanden", sondern müsse immer wieder an Gott zurückgebunden, geprüft und erneuert werden, sagte der Kremsmünsterer Benediktiner. Das gelte auch für das Miteinander in christlichen Gemeinschaften. Religiöse Jugendtreffen könnten dabei ein wichtiges "Korrektiv" für die Kirche sein. Sie machten sichtbar, wie Glaube, Gebet und Gemeinschaft gelebt werden könnten. Die Jugendlichen hätten zudem einen "prophetischen Dienst": Sie könnten einander im Glauben stärken, ermutigen und zu Zeugen für Gott werden. Letztlich gehe es darum, sich "in einen Menschen mit mehr Liebe" verwandeln zu lassen.


Konkret und als erster lieben

Bereits am Samstag hatte Altabt Schreier vom Stift Wilten die Frage "Was macht mich wirklich happy?" in den Mittelpunkt seiner Predigt gestellt. Als Beispiel erzählte er von der Italienerin Chiara Luce Badano, die trotz einer schweren Krebserkrankung bis zu ihrem Tod im Alter von 18 Jahren eine außergewöhnliche Freude ausgestrahlt habe. Ihre Haltung habe auf dem Bewusstsein beruht, von ihren Eltern, ihren Freunden und vor allem von Gott bedingungslos geliebt zu sein. "Gott liebt mich ohne Bedingungen, das macht mich glücklich", fasste Schreier ihre Haltung zusammen.

Die christliche Antwort auf die Frage nach dem Glück liege deshalb wesentlich in Beziehungen und in der Bereitschaft, selbst zu lieben. Jesus habe seinen Jüngern aufgetragen: "Liebt einander, wie ich euch geliebt habe." Liebe zeige sich dabei nicht nur in Gefühlen, sondern in konkreten Taten: einem anderen Zeit zu schenken, zu helfen oder selbst den ersten Schritt zu machen. Zum Wesen christlicher Liebe gehöre zudem, dass sie alle einschließe, sogar den Feind - "ich soll ihn zumindest respektieren, ihm wohlwollend sein, versuchen mich ihn ihn hineinzudenken um zu verstehen, warum er mir Böses wünscht", so Schreier.

Begehren und Hingabe

Mit dem Verhältnis von Eros und Agape befasste sich die Philosophin und Theologin Maria Wolters. Eros stehe für Begehren, Sehnsucht, Intimität und körperliche Anziehung, Agape für Hingabe und das selbstlose Schenken. Beides dürfe nicht gegeneinander ausgespielt werden. Eine christliche Sicht auf die Liebe müsse vielmehr beide Dimensionen zusammenführen.

Wolters warnte vor einem Verständnis von Freiheit, das unmittelbare Bedürfnisbefriedigung zum Maßstab mache. Eros sei etwas Gutes, müsse aber geordnet und auf ein größeres Ziel ausgerichtet werden. Wahre Freiheit bedeute nicht, jedem Verlangen nachzugeben, sondern sich für das Gute entscheiden zu können. Die tiefste Sehnsucht des Menschen könne letztlich nur Gott erfüllen.

Zugleich bedeute Agape nicht die Auslöschung der eigenen Persönlichkeit. Selbstlosigkeit setze vielmehr ein eigenes, starkes Selbst voraus. Wer keine eigenen Wünsche und keine eigene Identität habe, könne sich auch nicht wirklich frei verschenken. Christliche Liebe bedeute daher, das eigene Leben anzunehmen, zu ordnen und aus Freiheit dem anderen zu schenken. In der Verbindung von Eros und Agape könne so eine Liebe entstehen, die zugleich persönliche Sehnsucht ernst nehme und über die bloße Bedürfnisbefriedigung hinausweise, so Wolters.

Das christliche Jugendfestival U-Turn findet seit 2019 jeweils im Sommer statt, organisiert vom "Verein zur Förderung der Christlichen Familie". Zum Programm gehören Gottesdienste, Vorträge, Lobpreis und Musik, Anbetung sowie Zeiten der Begegnung und Gemeinschaft. Musikalisch begleitet wurde das auch via Livestream übertragene Treffen, an dem rund 400 Personen teilnahmen, von der christlichen Band Connected.

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