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„Manchmal ist es schwer, den Zusammenhang zwischen meinem Kreuz und dem Kreuz Christi zu erkennen“

15. September 2026 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Bischof Nitkiewicz/Sandomierz bei Heilig-Kreuz-Wallfahrt: „Schon von Kindesbeinen an tragen wir ein Kettchen mit einem Kreuzanhänger und bringen Kreuze an öffentlichen sowie privaten Orten an, aber…“


Sandomierz (kath.net/pl) „Schon von Kindesbeinen an tragen wir ein Kettchen mit einem Kreuzanhänger und bringen Kreuze an öffentlichen sowie privaten Orten an. Auch viele staatliche Auszeichnungen haben die Form eines Kreuzes angenommen. Das Kreuz ist zudem zu einem Schmuckstück und Dekorationselement geworden. Ich frage mich, wie viel lebendiger Glaube und wie viel bloße Verbundenheit mit der Tradition darin steckt – ganz zu schweigen von rein ästhetischen Beweggründen.“ Darauf machte Bischof Krzysztof Nitkiewicz aus dem Bistum Sandomierz in seiner Predigt beim Pontifikalamt bei der Wallfahrt zum Fest der Kreuzerhöhung in der Abtei Święty Krzyż [Heiligkreuz] auf den Berg Łysa Góra aufmerksam, wie das Bistum Sandomierz in einer Pressemeldung berichtet. 

Zwar verkünden „die von uns gesungenen Passionslieder“, „dass im Kreuz Heil und Sieg liegen und dass der Mensch darin Kraft, Hoffnung und die Lehre der Liebe findet“, erinnerte der Bischof. Aber „zugleich beklagen wir uns über die Kreuze, die wir im Leben zu tragen haben. Manchmal ist es schwer, den Zusammenhang zwischen meinem Kreuz und dem Kreuz Christi zu erkennen. Und wohl deshalb fliehen wir – wann immer sich die Gelegenheit bietet – vor dem Kreuz oder wälzen es auf die Schultern anderer ab.“


Doch „der Blick auf das Kreuz Christi und die Annahme dieses Kreuzes – sowohl persönlich als auch in der Gemeinschaft – gleichen dem Blick auf die eherne Schlange, der die Israeliten heilte. Ich denke, dass sie anfangs damit ihre Schwierigkeiten hatten; denn waren es nicht gerade Schlangen, die eine tödliche Bedrohung darstellten? Auch das Kreuz kann im ersten Moment Widerstand hervorrufen; wenn wir uns jedoch fest daran klammern, wird es uns zur Rettung gereichen“, so Bischof Nitkiewicz. 

Der Bischof erklärte, dass Schwierigkeiten, Leid und Tod einem dunklen Tunnel glichen, den man durchschreiten müsse, um die Sonne, die niemals untergeht, zu erblicken und ewige Freude zu erfahren. „Wir alle sind ausnahmslos Sünder und bedürfen einer tiefgreifenden Läuterung. Andererseits müssen wir als Christen Christus nachfolgen und seinen Weg gehen. Andernfalls wären wir des Herrn Jesus nicht würdig.“

Er fügte hinzu, dass man beim Blick auf das Kreuz Jesu stets auch an die Auferstehung des Herrn denken müsse und zitiert Papst Benedikt XVI.: In der Auferstehung Christi „liegt die Lösung für das Problem, das das Drama des Kreuzes darstellt“. „Das Kreuz allein könnte den christlichen Glauben nicht erklären. Mehr noch: Es bliebe eine Tragödie, ein Zeichen für die Sinnlosigkeit des Daseins. Das Wesen des Ostergeheimnisses liegt in der Tatsache, dass der Gekreuzigte ‚am dritten Tag auferstanden ist, gemäß der Schrift‘ (1 Kor 15,4).“ Deshalb sollten wir Christus mit großer Liebe lieben – ihn lieben für alles, was er für uns getan hat. Das Kreuz, das meist als Symbol des Schrecklichsten wahrgenommen wird, ist zugleich Ausdruck des Schönsten. Wenn wir uns der Liebe Christi bewusst sind, fällt es uns leichter, darauf zu antworten, indem wir unser eigenes Kreuz tragen. Und selbst wenn es sich schmerzhaft in Schultern und Rücken gräbt, selbst wenn es uns zu Boden drückt: Die Liebe wird uns befähigen, bis zum Ende durchzuhalten, erläuterte Bischof Nitkiewicz.

Zum Abschluss der Eucharistiefeier spendete Bischof Nitkiewicz den versammelten Gläubigen den Segen mit den Reliquien des Heiligen Kreuzes.

Die geschichtsträchtige Benediktinerabtei Heiligkreuz, eines der ältesten polnischen Wallfahrtsorte, beherbergt seit Jahrhunderten eine Kreuzreliquie (siehe Foto). Das mehrtägige Fest zu Ehren des Heiligen Kreuzes zieht jedes Jahr Pilger aus vielen Regionen des Landes an. Sie kommen sowohl in organisierten Gruppen als auch individuell, um vor den Reliquien des Heiligen Kreuzes zu beten.

Foto: Bischof Nitkiewicz segnet am Ende der Messfeier die Pilger mit der Kreuzreliquie (c) Bistum Sandomierz


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