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Kuba: Es war fast noch Alltag beim Marienheiligtum El Cobre

26. März 2012 in Kommentar, keine Lesermeinung
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In Kuba rechnet man nicht mit großen Zahlen von einheimischen Papstbegeisterten, denn die Menschen sind zu arm, um sich die Busfahrt leisten zu können. KATH.NET-Bericht aus Kuba - Reisetagebuch Teil 3. Von Christoph Hurnaus


Havanna (kath.net/ch) Bereits am Sonntagmorgen waren wir mit dem Taxi von unserem Hotel in Santiago de Cuba aus zum Marienwallfahrtsort El Cobre gestartet. Der Ort liegt etwa 25 Kilometer von der kubanischen Provinzhauptstadt entfernt in der Sierra Maestra. Durch eine wildromantische, tiefgrüne und sehr üppige Landschaft steigt die Straße stetig bergauf, bis wir am Horizont die mächtige Kirche von El Cobre entdecken. Uns erwartet eine wunderschön herausgeputzte Kirche, an deren Aufgang wir noch frische Farbspritzer der soeben abgeschlossenen Renovierungsarbeiten entdecken. Wir kommen gerade rechtzeitig zum Sonntagsgottesdienst und wundern uns darüber, dass die Kirche so kurz vor dem Papstbesuch nur zu etwa einem Drittel gefüllt ist. Kuba gedenkt heuer des 400 Jahrestages der Auffindung der wunderbaren Statue der Barmherzigen Jungfrau von Cobre. Der Legende nach soll sie von zwei in Seenot geratenen Indios und einem damals zehnjährigen Sklaven auf ihrer Suche nach Salz in der Bucht von Nipe aufgefunden worden sein. Eine Planke mit der Statue der Jungfrau samt Christuskind und der Aufschrift "Ich bin die Jungfrau der Barmherzigkeit" soll die in große Seenot geratenen Fischer damals vor dem Untergang bewahrt haben.

Später gelangte die Statue nach El Cobre, einem Zentrum des königlich spanischen Kupferbergbaus. Bereits 1686 entstand hier eine Wallfahrtskirche. Die Bedeutung der Barmherzigen Jungfrau für den Glauben des kubanischen Volkes wuchs stetig. Seit der Aufstandsbewegung der Kubaner gegen die spanische Kolonialherrschaft gilt sie als Symbol für die Identität des kubanischen Volkes. 1916 erklärte die katholische Kirche durch Papst Benedikt XV. die ¨Barmherzige Jungfrau von Cobre" auch offiziell zur Schutzpatronin von Kuba. Als Symbol der kubanischen Nation und Identität wird sie heute auch von Nichtgläubigen und Anhängern von Naturreligionen wie des auf Kuba sehr verbreiteten Santería-Kultes verehrt. Die Wallfahrtskirche beherbergt eine wertvolle Sammlung von Votivgaben, von denen die Nobelpreis-Medaille von Ernest Hemingway die Bekannteste ist. Auch die Mutter Fidel Castros, Lina Ruz, stiftete einen goldenen Guerilla-Kämpfer, der den jungen Revolutionär während seines Kampfes gegen den Diktator Battista beschützen sollte. Die katholische Kirche in Kuba gedenkt heuer der Auffindung der wunderbaren Statue in einem Gedenkjahr, dessen Höhepunkt der Besuch von Papst Benedikt XVI. darstellt. 1998 besuchte der Vorgänger des heutigen Papstes, Papst Johannes Paul II., diesen für das kubanische Volk so wichtigen Ort, um die Muttergottes von El Cobre zu krönen.


Nach dem Gottesdienst sprechen wir noch mit dem jungen Priester, der uns einige interessante Informationen über die katholische Kirche in Kuba gibt. Elvis ist Pfarrer in Sancti Spiritu, einer kubanischen Provinzstadt. Seinen Informationen zufolge sollen heute etwa 2000 Priester in der Seelsorge wirken. Auf unsere Frage, wie viele Kubaner ihren katholischen Glauben aktiv leben, spricht er von etwa drei Prozent der Getauften. Viele getaufte Katholiken besuchen jedoch zumindest zu den Hochfesten wie Weihnachten und Ostern sowie zu traditionellen Heiligenfesten die Gottesdienste. Der junge kubanische Priester hatte das große Glück, in Rom zu studieren und zudem schon mehrmals ins Ausland reisen zu dürfen. Mit einem spanischen Priester unterhält er zudem ein Austauschprojekt. Im heurigen Sommer wird er wieder für mehrere Wochen nach Valencia reisen, und sein spanischer Kollege wird während dieser Zeit Dienst in seiner Pfarre in Sancti Spiritu tun. Padre Elvis hat gerade einige Wochen in El Cobre zugebracht, um mit einem Team aus seiner Pfarre bei den Vorbereitungsarbeiten für den Papstbesuch mitzuhelfen. Gemeinsam mit Jugendlichen hat er einige Renovierungsarbeiten in und um die Kirche in Angriff genommen. Auf unsere Frage, wie viele Menschen zu den Gottesdiensten mit dem Papst erwarten werden, möchte der junge Priester keine Prognosen abgeben. Er bestätigt, was wir auch schon zuvor von anderen Gesprächspartner erfahren haben, dass es nämlich für die meisten Gläubigen schwierig bis unmöglich ist, zu den Veranstaltungen mit dem Papst zu kommen. Zu lange scheinen die Anfahrtswege, zu teuer sind die Busse, um eine große Gruppe Gläubige zu den Veranstaltungsorten zu bringen. Bei einem Monatseinkommen von durchschnittlich 20 US Dollar kann man das auch gut nachvollziehen. Ein anderer Gesprächspartner wies bereits gestern darauf hin, dass es auch für Exilkubaner aus den USA nicht ganz so einfach sein wird, zum Papstgottesdienst nach Santiago de Cuba zu gelangen, da der städtische Flughafen nur eine sehr beschränkte Kapazität von Flugzeugen abfertigen kann.

Wir sehen uns noch ein wenig in der näheren Umgebung der Kirche um, wo jeder einzelne Devotionalienhändler wie in einem Basar versucht, uns zu seinem Stand zu ziehen. Bei so viel Geschäftigkeit verspüren wir keine große Lust mehr, uns nach Andenken umzusehen. Unser Taxilenker versucht zudem seit einiger Zeit, uns mit für einen Kubaner erstaunlicher Ungeduld zu einer Rückkehr nach Santiago zu bewegen. Wahrscheinlich möchte er dort seinen Umsatz noch ein wenig steigern. Es passiert auch nicht alle Tage, dass so viele Journalisten die 440.000-Einwohner-Stadt im Osten der Insel besuchen. Wahrscheinlich wird er heute um das Hotel Melia, in dem sich das Pressezentrum des Papstbesuchs befindet, noch das große Geschäft des Jahres machen.

Kirche-in-Not-Video "Kuba: 400 Jahre bin ich bei euch". Ein Blick auf das Heiligtum von Cobre/Kuba




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