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Sozialethiker P. Johannes Schasching verstorben

21. September 2013 in Österreich, 1 Lesermeinung
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Als führender Proponent der Katholischen Soziallehre war er Ratgeber von Päpsten, Bischöfen, Spitzenpolitikern und Wirtschaftsmanagern.


Wien (www.kath.net/ KAP)
Jesuitenpater Johannes Schasching, einer der führenden Proponenten der Katholischen Soziallehre der vergangenen Jahrzehnte, ist am Freitag im 97. Lebensjahr verstorben. Als Ratgeber von Päpsten, Bischöfen, Spitzenpolitikern und Wirtschaftsmanagern genoss der Österreicher internationalen Ruf. Er gestaltete päpstliche Sozialenzykliken wesentlich mit.

Am 10. März 1917 im oberösterreichischen St. Roman als Sohn eines Maurers geboren, begann Schasching mit 20 Jahren das Noviziat bei der Gesellschaft Jesu. Er studierte in Pullach bei München, Wien und Innsbruck Philosophie und Theologie. In Innsbruck wurde er 1946 zum Priester geweiht. Anschließend studierte er Sozialwissenschaften in den USA, Belgien und Rom und lehrte bis 1953 in Innsbruck Ethik und Soziologie. Er führte Studien zur Erforschung des tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandels durch und publizierte zu Fragen wie "Katholische Soziallehre und modernes Apostolat" sowie "Kirche und industrielle Gesellschaft".


Anfang der 1960er Jahre war Schasching auch Provinzial der österreichischen Jesuiten. Nach dem Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils berief ihn Ordensgeneral Pedro Arrupe 1966 nach Rom, er wurde Rektor am Collegium Germanicum und war von 1969 bis 1979 Assistent des Generaloberen für die deutschsprachigen Provinzen. Gleichzeitig lehrte er als Professor für Katholische Soziallehre an der Päpstlichen Universität Gregoriana und versuchte, Theologiestudierende aus aller Welt für die soziale Verantwortung der Kirche zu sensibilisieren.

In Rom arbeitete er mit an der Weiterentwicklung der Katholischen Soziallehre, wie sie in den Rundschreiben "Sollicitudo rei socialis" (1987) und "Centesimus annus" (1991) von Papst Johannes Paul II. Gestalt gewann. Zu diesen Rundschreiben legte P. Schasching auch Kommentare vor.

Auch Ökumenisches Sozialwort trug seine Handschrift

Schasching blieb in all diesen Jahren seiner Tätigkeit in Rom durch Vortragstätigkeit und pastorale Arbeit seiner österreichischen Heimat verbunden. So hatte er entscheidenden Anteil an der Erarbeitung des Sozialhirtenbriefes der Österreichischen Bischöfe (1990). Nach seiner Emeritierung an der Gregoriana 1991 kehrte P. Schasching nach Österreich zurück und arbeitete in der Katholischen Sozialakademie Österreichs (ksoe) mit. In diese Zeit fällt auch seine Mitarbeit in der Vorbereitung des Sozialworts des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (1999 bis 2003).

Ab 1991 lebte P. Schasching in der Jesuitenkommunität in Wien 1. Ende 2009 übersiedelte er in das Pflegeheim der Schwestern des Hl. Karl Borromäus in Wien 18, wo er seinen Ruhestand verbrachte und schließlich auch starb. Den Begräbnistermin und -ort werden die Wiener Jesuiten in den nächsten Tagen bekanntgeben.

Für seine Verdienste um ein sach-, menschen- und gesellschaftsgerechtes Wirtschaften wurde er vielfach geehrt, unter anderem mit dem "Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland" (1973), dem "Großen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich" (1987) sowie mit mehreren Ehrendoktoraten.

Copyright 2013 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten.

Foto Pater Johannes Schasching SJ: © Erzdiözese Wien


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Lesermeinungen

  23. September 2013 
 

requiescat in pace

P. Schasching war ein durch und durch echter Jesuit, der die Päpste Paul VI. und Johannes Paul II. in wichtigen sozialethischen Fragen beraten hat, auch an der Vorbereitung wesentlicher Sozialenzykliken beteiligt. Ich selber habe ihn immer menschlich und um Ausgleich bemüht erlebt. Ein Mensch, der die Beschwerden des Alters mit wunderbarer Gleichmut ertragen hat - durch und durch ein Jünger Christi nach dem Vorbild des Hl. Ignatius.
In meinen Augen ein heiligmäßiger Mann der Kirche - möge Gott ihm das Leben in Seiner Fülle schenken und uns immer wieder Leuchten wie P. Schasching!


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