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Kritik an evangelischer Spendenaktion für eine Moschee

20. November 2013 in Deutschland, 11 Lesermeinungen
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Bibelbund protestiert: „Aus Angst vor dem Vorwurf mangelnder Toleranz unterstützen christliche Kirchen aktiv islamische Missionsarbeit“ – Würde die SPD für ein CDU-Gebäude Geld sammeln?


Remscheid (kath.net/idea) Auf heftigen Widerspruch ist eine Spendenaktion des Evangelischen Kirchenkreises Lennep (Remscheid/Bergisches Land) gestoßen. Superintendent Hartmut Demski (Remscheid) hatte auf dem Jahresempfang des Kirchenkreises am 30. Oktober bei den rund 140 Gästen um eine Spende für die im Bau befindliche Moschee der Türkisch-Islamischen Union (DITIB) in Remscheid geworben. Dabei kamen 450 Euro zusammen. Aus ganz Deutschland bekam Demski daraufhin E-Mails, in denen Bürger protestierten. Laut Demski wird in vielen Schreiben behauptet, „der Islam sei gar keine Religion, sondern eine Hassideologie; man solle ihn verbieten und alle seine Anhänger ausweisen“. Es wird verwiesen auf islamistische Extremisten, die oft das Bild vom Islam prägten. Auch in Remscheid gab es Bedenken. Bürger fragten, ob es nicht genügend kirchliche Projekte gebe, für die Geld benötigt werde.


Kritik an der Spendenaktion übte ferner der Vorsitzende des evangelikalen Bibelbundes, der Theologe Michael Kotsch (Bad Meinberg bei Detmold). Sie sei ein Beispiel dafür, wie man den Dialog der Religionen missverstehen könne: „Aus Angst vor dem Vorwurf mangelnder Toleranz unterstützen christliche Kirchen aktiv islamische Missionsarbeit.“ Echter religiöser Dialog fordere „ein klares evangelisches Profil und das Werben für die eigene Überzeugung, auch gerade im Gegensatz zu anderen Religionen“, erklärte Kotsch gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.

Würde die SPD für ein CDU-Gebäude Geld sammeln?

Religiöse „Konkurrenten“ müssten sich nicht gegenseitig unterstützen, um ihre Toleranz zu beweisen. Das wäre in anderen Bereichen kaum denkbar: „So ist es nur schwer vorstellbar, dass beispielsweise der SPD-Ortsverein für ein neues CDU-Gebäude sammeln würde, weil das bisherige nicht mehr attraktiv ist: Die evangelische Kirche ist aber offensichtlich gewillt, ihrem religiösen Konkurrenten bewusst finanziell unter die Arme zu greifen.“

Superintendent: Wir wollten ein Zeichen der Toleranz setzen

Demski sagte gegenüber idea, dass der Empfang unter dem Thema „Toleranz im Christentum und im Islam“ gestanden habe. Die Spendenbitte sei in die Thematik eingebettet gewesen. Man habe nicht nur Vorträge über Toleranz hören, sondern auch ein Zeichen setzen wollen. Er sei sich über die Verfolgungen, die Christen in mehreren islamisch regierten Ländern durch Muslime erfahren, im Klaren: „Das ist entsetzlich und in keiner Weise zu verschweigen oder zu entschuldigen.“ Dennoch müsse das Miteinander von Christen und Muslimen in Deutschland gestaltet und gelebt werden. Bislang träfen sich die Muslime der DITIB-Gemeinde in einem Hinterhof in alten Industriegebäuden. Diese würden nun abgerissen, und an ihrer Stelle entstehe die Moschee. Demski: „Wenn wir uns als Gläubige unterschiedlicher Religionen begegnen möchten, braucht es dazu eine gleiche Augenhöhe.“ Dazu gehörten auch Räumlichkeiten. Die Spende sei ein „Zeichen nachbarschaftlicher Verbundenheit“.


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